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Emsländische Familienforscher in der Klosterstätte Ihlow in Ostfriesland Auf den Spuren der Zisterziensermönche

Von Willi Rave

Auf den Spuren der Zisterziensermönche wandelten emsländische Familienforscher bei ihrem Besuch der Klosterstätte Ihlow. Unser Foto zeigt die Gruppe vor der als sogenannter Imagination neu errichteten Klosterkirche. Foto: Willy RaveAuf den Spuren der Zisterziensermönche wandelten emsländische Familienforscher bei ihrem Besuch der Klosterstätte Ihlow. Unser Foto zeigt die Gruppe vor der als sogenannter Imagination neu errichteten Klosterkirche. Foto: Willy Rave

rav Meppen. Die Klosterstätte Ihlow haben die Mitglieder der in Meppen ansässigen Katholischen Familienforschungsstelle im Rahmen eines Erfahrungsaustausches mit Vertretern der Upstalsboom-Gesellschaft für historische Personenforschung und Bevölkerungsgeschichte in Ostfriesland in Aurich besucht.

Mit der Gesellschaft für historische Personenforschung, die eng mit der Ostfriesischen Landschaft zusammenarbeitet, verbänden die Katholische Familienforschungsstelle in Meppen zahlreiche Berührungspunkte, erklärte der Meppener Dr. Reinhard Cloppenburg. Diese ergäben sich aus der Tatsache, dass in Meppen alle mikrofichierten Kirchenbücher ganz Ostfrieslands, des Emslandes, der Grafschaft Bentheim, des Osnabrücker Landes und des Dekanates Twistringen auf speziellen Lesegeräten eingesehen werden.

Die emsländischen Familienforscher nutzten das Treffen in Aurich, zusammen mit Emslanddechant Propst Dietmar Blank die acht Kilometer von Aurich entfernt gelegene Klosterstätte im Ihlower Wald aufzusuchen und unter der Führung von Ute Mannsholt auf den Spuren der Zisterziensermönche zu wandeln. Das 1228 gegründete Kloster Schola Dei (lateinisch Schule Gottes), so erklärte sie, sei unter den insgesamt 28 Klöstern Ostfrieslands eines der bedeutendsten gewesen. Wie Mannsholt erläuterte, war die 68 Meter lange und 35 Meter breite Klosterkirche das größte Gotteshaus zwischen Bremen und Groningen. Als Folge von Reformation und der Einziehung des Kirchenbesitzes durch protestantische Fürsten sei das Kloster 1529 zerstört worden. In den Jahren 2005 bis 2009 habe man die frühere Ihlower Klosterkirche als sogenannte Imagination neu errichtet. Stahl und Holz, mannshohe Backsteinpfeiler und immergrüne Efeu-Mauern bilden sie nach. Mit dem Dachreiter, dem für Zisterzienserbauten typischen Glockenturm, erreicht die Nachbildung eine Höhe von fast 45 Metern. Zur Klosterstätte gehören ein Klostergarten, ein Café und der „Raum der Spurensuche“ unterhalb des nachgebildeten Gewölbe-Ensembles. Hier befinden sich ein neuer Altar und eine Ausstellung zur Ordensgeschichte an Nord- und Ostsee. Besucher können auf der Ebene der Fundamente die historische und spirituelle Dimension des früheren Ihlow-Klosters und der heutigen Klosterstätte erleben.

Träger des Projekts ist der Klosterverein Ihlow e.V. Kooperationspartner sind die Gemeinde Ihlow und der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Aurich. Von Frühjahr bis Herbst finden jeden Sonntag um 15.30 Uhr öffentliche Führungen statt. Gesonderte Führungen können über die Ländliche Erwachsenenbildung unter Tel. 04929/915391 gebucht werden. Knapp 20000 Menschen, darunter auch zahlreiche Emsländer, hätten im vergangenen Jahr die ungewöhnliche Kirchen-Rekonstruktion samt Andachtsstätte besucht, erklärte Ute Mannsholt.