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Gut besuchtes Milchviehforum in Meppen-Bokeloh Gesunde Bedingungen für Kühe und Kälber

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Über die Fruchtbarkeit beim Milchvieh sprach Hans-Peter Klindworth. Foto: Gerd MecklenborgÜber die Fruchtbarkeit beim Milchvieh sprach Hans-Peter Klindworth. Foto: Gerd Mecklenborg

Meppen. Ganz im Zeichen der Gesundheit von Kühen und Kälbern hat das 21. Milchviehforum, das die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) und der Verein landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen Meppen (VLF) gemeinsam veranstalteten, gestanden. Manfred Hackstedt vom VLF Meppen begrüßte über 100 Teilnehmer aus dem gesamten Emsland und angrenzenden Kreisen.

Unter der Moderation von Dr. Hubert Kruse, Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), referierte Dr. Martin Pries, Fütterungsreferent der LWK Nordrhein-Westfalen, über aktuelle Versuche. Dr. Hans Peter Klindworth, Fachtierarzt im Rindergesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, berichtete über seine Erfahrungen zur Fruchtbarkeit beim Milchvieh.

Dr. Pries informierte über das Wachstum von Kälbern bei unterschiedlicher Konzentration von Milchaustauschern. Internationale Studien zeigten, dass eine intensive Ernährung mit Milch oder Milchaustauschern (MAT) in der frühen Aufzucht von weiblichen Kälbern zu einer „metabolischen Programmierung“ führen könnten, die sogar die spätere Leistungsbereitschaft als Milchkuh positiv beeinflusse, so der Referent. Pries stellte dazu eine eigene Untersuchung mit Kälbern vor.

Milchaustauscher

Die Reduktion des Milchaustauschers führte zu einer höheren Futteraufnahme. Die Futtermengen der Kontrollgruppe in der Aufzuchtsphase betrugen 31 kg MAT, 110 kg Kraftfutter und 299 kg TM-Mischration. In der Versuchsgruppe lagen die Werte bei 42 kg MAT, 101 kg KF und 191 kg TM-Mischration. Das gesteigerte Angebot an Milchaustauscher führte in der Versuchsgruppe zu einem intensiveren Wachstum. Am Ende der Aufzuchtsphase, am 150. Tag, wogen die Kälber der Kontrollgruppe 175 kg, die Kälber aus der Versuchsgruppe – mit der höheren MAT-Konzentration – 188 kg. Der Referent empfahl die Umstellung auf 900 bis 950 g MAT/Tag in den ersten fünf bis sechs Wochen der Aufzuchtphase. Der Mehraufwand bei den Futterkosten würde durch die höhere Wachstumsintensität deutlich wieder wettgemacht.

Im zweiten Teil seines Vortrages befasste sich Pries mit der Fütterung von trocken stehenden Kühen und Färsen. Hier gelte, die Kühe mit hoher Futteraufnahme durch die Kalbung zu bringen. Ein Rückgang der Futteraufnahme vor der Kalbung führe explosionsartig zum Fettabbau. Zum Abschluss seines Referates beschrieb Pries einen aktuellen Versuch zur Trockensteherfütterung mit Stroh und Kraftfutter. Die bisher vorliegenden Ergebnisse zeigten, dass die Tiere der Versuchsgruppe während der gesamten Trockenstehzeit eine geringere Trockenmasse- und Energieaufnahme hatten.

Dr. Hans-Peter Klindworth vom Rindergesundheitsdienst der LWK ging in seinem Vortrag zunächst auf die physiologischen Zusammenhänge bei der Milchkuh ein. Er stellte dabei insbesondere den großen Einfluss von Magnesium auf die Milchfieberanfälligkeit heraus. Nach seinen Ausführungen zur Zyklussteuerung bei der Milchkuh wies Klindworth darauf hin, dass insbesondere eine hohe Energieversorgung zum Zeitpunkt der Besamung zu deutlich besseren Befruchtungsergebnissen führe. Auch Stress habe einen großen Einfluss auf die Verlängerung der Güstzeit bei Kühen. Langjährige Erfahrungen des Rindergesundheitsdienstes belegen, dass die generelle Untersuchung aller Kühe zwischen dem dritten und zehnten Tag nach der Geburt zu einer deutlichen Verbesserung führen kann.


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