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Bauvorhaben an Püntkers Patt aber nicht gefährdet Erdreich mit Blei belastet


ma Meppen. Auf der Fläche an Püntkers Patt in der Meppener Innenstadt sind Teile des Erdbodens mit Blei belastet. Aus diesem Grund hat der Stadtrat während seiner öffentlichen Sitzung am Donnerstag weitere Detailuntersuchungen des Erdreiches angeordnet.

In einem Antrag forderte FDP-Stadtratsmitglied Clemens Paul Schulte weitreichende Bodenuntersuchungen. Bürgermeister Jan Erik Bohling erwiderte, dass in der Vergangenheit bereits mehrfach Gutachten erstellt wurden.

Experte Dr. Karl-Heinz Lüpkes stellte Details vor. Auf der Suche nach möglichen toxischen Belastungen orientierte sich der Gutachter 2009 daran, dass auf dem Areal einst die Seilerei Wöbker, die Werkstatt und Tankstelle Augustin, die Baustoffhandlung Krapp sowie ein „sehr kleines Kohlekraftwerk“ zur Elektrizitätsgewinnung standen. Da das Kraftwerk überwiegend mit Diesel betrieben wurde, habe es anders als in Lingen und Papenburg hier kaum Bodenverunreinigungen gegeben.

Sein Sachverständigenbüro zog Bodenproben bis in vier Meter Tiefe. „Wir haben Teeröle auf sehr niedrigem Niveau entdeckt“, so Lüpkes. Die Mengen hätten „nach der Bodenschutzverordnung keine Relevanz“ und seien für den Menschen ungefährlich.

Als „nicht unproblematisch“ betitelte Lüpkes hingegen Bleikonzentrationen von bis zu 1200 mg/kg. Zwar wäre nach einem Aushub des Bodens eine „wirtschaftliche Bebaubarkeit nicht gefährdet“, trotzdem riet er, weitere Detailuntersuchungen vorzunehmen. FDP-Ratsherr Schulte sagte: „Das Resultat ist beruhigend für die Menschen, die dort einmal wohnen werden.“

Unterdessen entflammte eine hitzige Debatte im Rat zum Geruchsgutachten der Landwirtschaftskammer für den Bereich Emslage. Erneut lehnten CDU und FDP einen SPD-Antrag ab. So forderte SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Kötter ein alternatives Gutachten des TÜV Nord, um die Geruchsbelastungen festzustellen. Zugleich zweifelte sie an, ob die Belastungen durch Rasterbegehungen von Mitarbeitern der Landwirtschaftskammer korrekt ermittelt wurden.

Baudezernent Dieter Müller zweifelte im Gegenzug die Prüfmethode des TÜV Nord an. In Friesoythe habe das Simulationsverfahren zu „überzeichneten Ergebnissen“ geführt. Meppen brauche jedoch unverfälschte Resultate, die auch in Gerichtsverhandlungen standhielten.

Auch CDU-Ratsherr Klaus Steinl forderte „gerichtssichere Daten“. Wenn dies nicht der Fall sei, kämen auf die Stadt Meppen gewaltige Schadensersatzansprüche zu. Mit dem Gutachten wolle die Stadt den bis 2007 vorherrschenden Wildwuchs in Emslage ein Ende setzen. „Bis dahin war es völlig unkontrolliert“, sagte Steinl. Den Viehbestand in Emslage lieferte er gleich mit: 2,2 Millionen Hähnchen, 25000 Mastschweine, 21000 Ferkel, 5400 Sauen, 2100 Kälber und Bullen sowie 612 Kühe.

Nachdem der Stadtrat den SPD-Antrag ablehnt hatte, kündigte Kötter an, die SPD wolle auf eigene Kosten (knapp 2000 Euro) eine Plausibilitätsprüfung der Expertise der Landwirtschaftskammer durch den TÜV Nord durchführen lassen. Die Stadt möge der Weitergabe des Gutachtens zustimmen.


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