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Hans Koschnick als Experte fürs Leben Garant für Wahrheit und Klarheit

Von Anna Solbach


Meppen. Einige nennen ihn „Brückenbauer“, andere „Garant für Wahrheit und Klarheit“. Bei der Mitgliederversammlung des Diözesancaritasverbandes hat Hans Koschnick, ehemaliger SPD-Bürgermeister von Bremen, eine zusätzliche Bezeichnung dazugewonnen. Caritasdirektor Franz Loth stellte den Gastredner als einen „Experten fürs Leben“ vor. So heißt auch das Motto der Caritas-Jahreskampagne.

„Ich stehe zur Verfügung, wenn immer Sie konkrete Fragen haben“, sagte der 81-Jährige mit Humor und bemerkte am Rande, dass er in seinem Leben bereits genug große Reden gehalten habe.

Nach Meppen wurde er zum „Forum Caritas“ eingeladen, um über seine Lebenserfahrung und politische Biografie zu referieren. Dabei erinnerte das frühere Mitglied des SPD-Bundesvorstandes und Stellvertreter von Willy Brandt an den Zweiten Weltkrieg und die Zeit des Wiederaufbaus danach.

„Und so habe ich versucht, in der Welt meinen Beitrag zu leisten“, fasste der frühere Bremer Regierungschef seinen Lebensweg zusammen. Sein Verständnis für die Ökumene drückte er so aus: „Das, was gemeinsam geht, machen wir.“ Koschnick berichtete auch über sein Engagement auf der internationalen Ebene, zuerst in Israel, dann in Polen und in Bosnien. Bereits 1976 leitete er eine offizielle Beziehung zwischen einer polnischen und einer westdeutschen Stadt in die Wege. Es habe sich gezeigt, dass durch menschliche Begegnungen plötzlich viel möglich war.

Von 1996 bis 1998 wurde er Bosnien-Beauftragter und leitete im Auftrag der Europäischen Union den Wiederaufbau der vom Krieg schwer zerstörten Stadt Mostar in Bosnien-Herzegowina. Koschnick: „Es ging darum, wie man Frieden helfen kann.“ Deshalb wurde er trotz vieler Probleme nicht müde, die Einheit der Stadt wiederherzustellen und die Trennung von Muslimen und Kroaten zu überwinden. Sein Ziel war, neue Wege der Verständigung zu finden. Welche? Dazu erzählte Koschnick in der Kantine des St.-Vitus-Werkes, wie er mithilfe von Frauen und Telekom ein Telefonnetz in Mostar wiederaufgebaut hat. Der Erfolg sei eben kein scheues Reh.


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