Drei weitere Projekte folgen Krankenhaus Meppen weiht im dritten Anlauf 60-Millionen-Bau ein

Die Arbeiten rund um das Krankenhaus in Meppen sind noch nicht abgeschlossen.Die Arbeiten rund um das Krankenhaus in Meppen sind noch nicht abgeschlossen.
Hermann-Josef Mammes

Meppen . Nicht weniger als 60 Millionen Euro hat das Ludmillenstift in die Sanierung und Erweiterung des Meppener Krankenhauses investiert. Und weitere Baumaßnahmen stehen in den kommenden zwei Jahren noch an.

Zweimal fiel in den vergangenen Monaten die offizielle Einweihung des Eingangsbereiches, des Bettenhauses sowie mehrerer Funktionsräume der Coronapandemie zum Opfer. Am Mittwoch konnte dann Bischof Franz-Josef Bode endlich aus Osnabrück anreisen. Allerdings fand die Zeremonie nur im kleinen Rahmen statt.

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Bischof Bode suchte auch das Gespräch mit Chefarzt Dr. Elias Karfis und probte seine griechischen Sprachkenntnisse.

Dabei nannte Verwaltungsdirektor Wilhelm Wolken auf Anfrage der Redaktion die stolze Bausumme von 60 Millionen Euro. Er dankte in diesem Zusammenhang dem Land, dem Landkreis und der Stadt Meppen für deren finanzielle Unterstützung.

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Ein kleiner Festakt

Noch drei weitere Bauvorhaben im Ludmillenstift

Architekt Thomas Petereit kennt die unterschiedlichen Baukörper des Krankenhauses seit vielen Jahren. 2013 startete das Großprojekt. Wir haben inzwischen acht der elf Bauabschnitte umgesetzt", so Petereit. Im Klartext: Drei weitere sollen bis 2023 folgen. In der Kuhstraße wird auf der bereits entstandenen Tiefgarage noch ein neues Schulungszentrum für rund 200 Auszubildende errichtet. Zudem werden weitere Stationen saniert. Auch ein ambulanter OP-Bereich sei noch geplant.

Mammes
An der Schlüsselübergabe nahmen (von links) Thomas Petereit, Bischof Bode, Reinhard Winter, Wilhelm Wolken. Marc-André Burgdorf, Bernd-Carsten Hiebing und Helmut Knurbein teil.

Dabei ist Verwaltungschef Wolken, der nach fast 40 Jahren im Herbst aufhört (Hier zu seiner Nachfolge), sehr froh, dass die Zeiten der Vier- und sogar Fünf-Bettzimmer dank des neuen Bettenhauses endgültig der Vergangenheit angehören. "Das ist ein Riesenschritt zu mehr Komfort", sagte Wolken.

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Das Ludmillenstift Meppen

In den vergangenen acht Jahren sind außer einer Tiefgarage, u.a. ein neuer Eingangsbereich, eine zentrale Notaufnahme, die physikalische Therapie aber auch eine Stroke Unit entstanden. Dabei handelt es sich um ein Zentrum für eine interdisziplinäre Schlaganfall-Behandlung. Gerade hierbei sind "kurze Wege" laut Wolken sehr wichtig. Das Ludmillenstift sei ein hochmodernes Krankenhaus und für die Zukunft sehr gut aufgestellt. 

Geschossfläche um 50 Prozent erhöht

Architekt Petereit sagte: "Das Bauen gehört zum Ludmillenstift einfach dazu." Dabei konnte die Geschossfläche seit 2013 um 22.000 Quadratmeter auf nunmehr 62.000 Quadratmeter vergrößert werden. So sei es gelungen, die Wege für Besucher und Patienten übersichtlicher zu gestalten. 

Aber auch die Akut- und Notfallversorgung sei jetzt hervorragend untergebracht. Insgesamt wurde "ein behutsames Nebeneinander von alter und neuer Bausubstanz realisiert. Als Beispiel führte der Architekt das ehemalige Konviktgebäude an: "Hinter historischem Gestein verbirgt sich eine ganz moderne Einrichtung." 

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Die Mauern des ehemaligen Konviktes beherbergen sanierte Krankenhausräumlichkeiten.

Während Wolken versprach, dass auch die Bauarbeiten am Umfeld des Krankenhauses im Herbst komplett fertiggestellt sein soll, sagte Bischof Bode: "Hier wird eine Lebenszelle für die ganze Region vorgehalten." Zum Ensemble rund um den Domhof gehöre das Krankenhaus ebenso wie die Kirche aber auch die Caritas, die Hospizhilfe oder die Wärmestube. "Das ist ein Ring der Zuwendung." Wichtig sei, dass man sich für die Menschen öffne. 

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Das Krankenhaus ist gut eingebunden

Wie bereits seine Vorredner dankte der Bischof vor allen Dingen dem Personal. Sie hätten nicht nur die Strapazen der Bauarbeiten bewältigt, sondern auch gerade in der Coronapandemie Herausragendes geleistet. "Das Krankenhaus ist für viele ein Segen", so der Bischof.

In seinen Dank schloss er ausdrücklich Verwaltungsdirektor Wilhelm Wolken ein, der habe in 42 Jahren  unermüdlich und erfolgreich für sein Ludmillenstift gewirkt. 

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Wilhelm Wolken (recht) führte Landrat Marc-André Burgdorf und Bischof Franz-Josef Bode durch das Krankenhaus.

Dabei machte der Bischof keinen Hehl daraus, dass er sich ein besseres Miteinander auch zwischen den Hospitälern in der Region wünschen würde. Er meinte damit vermutlich auch die Krankenhäuser in Lingen und Meppen. So habe auch die Beziehung zwischen dem Ludmillenstift und Bistum Osnabrück nicht immer nur aus "Schön-Wetter-Wolken" bestanden, sondern auch manche Gewitter durchlebt. Wolken ging in seinem Schlusssatz seiner emotionalen Rede noch auf die Worte des Bischofs ein und stellte selbstbewusst fest: "Wir wollen unsere große Selbstständigkeit bewahren."

Zukunftsfähiges Krankenhaus

Landrat Marc-André Burgdorf dankte den Verantwortlichen des Ludmillenstiftes für ihren Mut: "Ländliche Region brauchen zukunftsfähige Krankenhäuser." Die Leistungsfähigkeit habe das medizinische und Pfegepersonal in Meppen einmal mehr in der Coronapandemie unter Beweis gestellt. Auch Bürgermeister Helmut Knurbein hob "den sehr guten Ruf des Ludmillenstiftes" weit über die Stadtgrenzen hinaus hervor. Knurbein gab das Versprechen ab;: "Wir müssen und werden weiter in unser Krankenhaus investieren."

 

       


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