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Landkreis Emsland veröffentlicht Werte Mit diesen Inzidenzen könnte Ausgangssperre bald Pflicht werden

In der Stadt Papenburg gilt bereits eine nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Das Bild zeigt den Parkplatz des Einkaufszentrums Dever-Park an einem Samstagabend. (Archivfoto)In der Stadt Papenburg gilt bereits eine nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Das Bild zeigt den Parkplatz des Einkaufszentrums Dever-Park an einem Samstagabend. (Archivfoto)
Kristina Müller

Meppen. Der Landkreis Emsland hat auf Anfrage erneut die Inzidenzwerte der 19 Kommunen im Emsland veröffentlicht. Die Kreisbehörde teilte ebenso mit, ob daraus eine Ausgangssperre folgt.

Wie hoch sind aktuell die Inzidenzen in den Kommunen?

Die Inzidenzen zum Stichtag Freitag, 26. März 2021, in der Übersicht:

Gemeinde / StadtInzidenz / Zahl der Infizierten in 7 Tagen (Stand 26.3.21)
Dörpen169,9 / 29
Emsbüren210,8 / 22
Freren76,3 / 8
Geeste95,8 / 11
Haren74,9 / 18
Haselünne251,9 / 33
Herzlake258,6 / 27
Lathen148,7 / 18
Lengerich336,1 / 31
Lingen148,4 / 82
Meppen101,5 / 36
Nordhümmling392,5 / 48
Papenburg452,3 / 170
Rhede438,0 / 19
Salzbergen51,1 / 4
Sögel199,2 / 34
Spelle106,6 / 15
Twist39,7 / 3
Werlte127,3 / 22

Die Zahl der Infizierten in den vergangenen 7 Tagen ist Grundlage für die Berechnung der Inzidenz.

Das heißt, in insgesamt 14 Kommunen im Emsland liegt der Inzidenzwert aktuell über der 100er-Marke, neun liegen über 150, sieben sogar über 200 (Emsbüren, Haselünne, Herzlake, Lengerich, Nordhümmling, Papenburg und Rhede). Vor sieben Tagen (18. März 2021) waren es acht Kommunen mit einer Inzidenz von mehr als 100, nämlich Emsbüren (182,1), Rhede (276,6), Salzbergen (140,6), Dörpen (105,5), Lengerich (346,9), Sögel (193,4), Werlte (104,2) und Papenburg (399,1).

Emslandweite Inzidenz schnellt hoch

Emslandweit war die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen am Freitag, 26. März 2021, auf 195,7 hochgeschnellt. Am Donnerstag, 25. März 2021, lag sie bei 173,4, am Mittwoch bei 158,4. Niedersachsenweit betrug der Wert am Freitag bei 111,2. Der Landkreis Emsland gehörte am Freitag zu den sieben Städten und Kreisen in Niedersachsen mit einer Inzidenz von über 150, bei dem die Ausgangssperre nach bisherigen Planungen zur Pflicht wird.

(Lesen Sie auch: Corona-Inzidenz im Emsland nähert sich 200er-Marke an)

Bei den kommunalen Inzidenzwerten ist nach Angaben von Anja Rohde, Sprecherin des Landkreises Emsland, zu berücksichtigen, dass eine hohe Inzidenz insbesondere bei kleinen Gemeinden mit geringer Bevölkerungszahl von geringer Aussagekraft ist. Sie nennt das Beispiel Rhede, wo 19 Fälle in sieben Tagen zu einer Inzidenz von aktuell 438 führen. 

Welche Folgen haben die Werte für die Bürger in den Kommunen und im gesamten Emsland?

Das Land Niedersachsen plant, in Hochinzidenzkommunen Ausgangssperren einzuführen. "Es soll eine Ausgangssperre ab Überschreiten der Inzidenz von 150 geben", bestätigte Kreissprecherin Anja Rohde. Es zählt allerdings nicht der Inzidenzwert jeder einzelnen Mitgliedsgemeinde oder Stadt, sondern der kreisweite Wert. "Eine Ausgangssperre würde dann für den gesamten Landkreis Emsland gelten", betonte Rohde. Die Allgemeinverfügung für Papenburg, mit der eine Ausgangssperre für den Stadtbereich angeordnet wurde, würde in diesem Fall aufgehoben.

Bisher nur Entwurf der Landesregierung

Ob es Ausgangssperren gibt oder auch Änderungen bei den Schulen, ist nach Angaben des Landkreis Emsland (Stand Freitagnachmittag) allerdings noch völlig unklar. "Bislang handelt es sich nur um einen Entwurf einer neuen Landesverordnung. Die konkrete Ausfertigung der Verordnung und ihr Inkrafttreten bleiben daher abzuwarten", erklärte Rohde. 

Bereits jetzt habe man mit der nächtlichen Ausgangssperre in Papenburg auf die dort vorliegende hohe Inzidenz reagiert. "Auch im Hinblick auf das jetzt anhängige Eilverfahren zur Ausgangssperre in Papenburg warten wir die Verordnung ab, bevor wir über weitere Schritte nachdenken", so die Kreissprecherin.

Was ist mit den Schulen?

Bei Inzidenzen von unter 100 sind Änderungen in den Schulen geplant. Es soll Wechselunterricht (Szenario B) geben, liegt sie über 100, ist ausschließlich Homeschooling angesagt. Auch hier gab es am Freitagnachmittag aber noch keine landesweiten Vorgaben.

Welche Maßnahmen sind über einer Ausgangssperre hinaus geplant oder möglich?

Das Land plant Rohde zufolge zudem ein Ansammlungsverbot über die Ostertage. Darüber hinaus scheine es Überlegungen zu geben, die Regelungen zu den privaten Kontakten zu ändern. Details dazu nannte Rohde aber nicht. Nach Informationen unserer Redaktion ist auf Landesebene geplant, dass sich künftig ein Haushalt mit unbegrenzter Personenzahl mit einem anderen Haushalt treffen kann, solange die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. 

Modellversuche zu Öffnungen in Handel und Kultur sollen erst bei einer regionalen Inzidenz von unter 200 möglich sein, hieß es am Freitag in Hannover. Aktuell läge der Landkreis Emsland knapp darunter.

Steht der Landkreis Emsland im Austausch mit benachbarten Kreisen, um beispielsweise einen „Einkaufstourismus“ zu verhindern?

Ja, wie Rohde verdeutlicht. "Wie in der Vergangenheit auch stehen wir in enger Abstimmung mit unseren Nachbarlandkreisen", betont die Kreissprecherin.

Wann würden Maßnahmen frühestens in Kraft treten?

Mit Inkrafttreten der neuen Landesverordnung. Die bisherige läuft am Montag aus.

Wie sind aktuell die Fallzahlen auf der Meyer Werft?

Es gibt, Stand Freitag, 26. März 2021, Rohde zufolge 82 aktuell infizierte Personen, die im Zusammenhang mit der Meyer Werft stehen. Alle befinden sich in Isolation. Davon sind 63 Beschäftigte Dienstleistern zuzuordnen, 19 Personen gehören der Stammbelegschaft an.


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