Quote steigt im Januar auf 2,7 Prozent Arbeitslosigkeit im Emsland: Männer saisonüblich stark betroffen

Erstmals seit 2017 ist die Arbeitslosenquote im Januar höher als im Vorjahr. Foto: Jens Kalaene/zb/dpaErstmals seit 2017 ist die Arbeitslosenquote im Januar höher als im Vorjahr. Foto: Jens Kalaene/zb/dpa
Jens Kalaene

Meppen. Das Jahr 2020 beginnt mit einem üblichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Emsland und in der Grafschaft Bentheim. Mit 7.046 Personen waren bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit und den Jobcentern insgesamt 790 Personen bzw. 12,6 Prozent mehr erwerbslos gemeldet als im Vormonat.

Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Arbeitsagentur Nordhorn liegt im Monat Januar bei 2,7 Prozent und gleicht damit dem Vorjahreswert, teilt die Agentur mit. „Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu Jahresbeginn ist nichts Ungewöhnliches. Sie ist saisonal bedingt und wird sich im Laufe der nächsten Monate wieder relativieren“, zeigt sich  Achim Haming, Chef der Nordhorner Arbeitsagentur, zuversichtlich. Insbesondere Männer sind vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. 

Arbeitslosenquote erstmals seit 2017 höher als im Vorjahr

Auch die verhaltene Personalnachfrage macht Haming derzeit noch keine Sorgen: „Die Zahl der offenen Stellen liegt zwar deutlich unter dem des Vorjahres“, so Haming. „Für Bewerber gibt es aber nach wie vor genügend neue Jobchancen“. Für das Jahr 2020 wird seitens der Bundesregierung nur noch einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent prognostiziert. Dennoch schaut Haming positiv auf das neue Jahr: „Der Arbeitsmarkt an Ems und Vechte ist stabil und für die Zukunft gut gerüstet. Wir müssen allerdings feststellen, dass die Arbeitslosenquote erstmal seit April 2017 nicht mehr unter der des Vorjahres liegt.“ 

Im Januar zeigten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit Nordhorn 949 offene Stellen an. Das sind 155 oder 14 Prozent weniger als im Vormonat. Stellenzugänge kamen vor allem aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Gesundheits- und Sozialwesen und dem Handel. Insgesamt gab es im Januar 4.858 Stellen, über deren Besetzung noch nicht endgültig entschieden war. 

Im Emsland waren im Monat Januar insgesamt 4.978 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote liegt bei 2,7 Prozent. Verglichen mit dem Vormonat nahm die Zahl der Arbeitslosen um 547 Personen (12,3 Prozent) zu. In der Grafschaft Bentheim nahm die Gesamtarbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ebenfalls zu. Hier gab es mit 2.068 Arbeitslosen 243 Personen (13,3 Prozent) mehr als im Monat Dezember. Die Arbeitslosenquote beträgt 2,7 Prozent. 

Betrachtet man den Agenturbezirk insgesamt, so hatte die Geschäftsstelle in Lingen mit 2,5 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote, gefolgt von der Geschäftsstelle Meppen mit 2,6 Prozent, der Hauptagentur Nordhorn mit 2,7 Prozent, der Geschäftsstelle Sögel mit 2,9 Prozent sowie der Geschäftsstelle Papenburg mit 3,0 Prozent. 

Zehn Prozent der Arbeitslosen sind Jugendliche 

Mit 3.861 arbeitslosen Männer waren 441 mehr im Bestand als noch im Dezember. Bei den Frauen war eine Zunahme von 349 auf insgesamt 3.185 Personen zu verzeichnen. Der Anteil der Frauen an allen Arbeitslosen betrug 45,2 Prozent, der der Männer lag bei 54,8 Prozent. Von den Arbeitslosen waren 9,8 Prozent Jugendliche. Die Arbeitslosenzahl stieg auf 691 Personen (+65). 

Ergänzend zur Arbeitslosenstatistik werden auch Daten zur Unterbeschäftigung veröffentlicht. Dazu zählen die gesetzlich definierten Arbeitslosen sowie Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind, z.B. in Maßnahmen beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten und Sonderregelungen für Arbeitslose. Die Unterbeschäftigung umfasste im Agenturbezirk nach vorläufigen Angaben im Januar 11.045 Personen. 

Die Zahl der arbeitslosen Ausländer stieg auf 1.745 Personen. Das waren 316 oder 22,1 Prozent mehr als im Vormonat und 114 oder 7,0 Prozent weniger als im Januar 2019. Zu der Gruppe der Ausländer gehören sowohl Menschen, die schon länger im Emsland und in der Grafschaft Bentheim leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge1 und Zuwanderer. 


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