"Frühestens Ende 2021" NABU: E233-Genehmigung 2020 ist völlig illusorisch

Pläne und Karten haben sich zahlreiche Interessierte beim Infomarkt zur E233 im Meppener Kossehof im März 2018 angeschaut. Damals waren die Planungsunterlagen vorgestellt worden, auf die der NABU dann reagiert hatte. Archivfoto: Tobias BöckermannPläne und Karten haben sich zahlreiche Interessierte beim Infomarkt zur E233 im Meppener Kossehof im März 2018 angeschaut. Damals waren die Planungsunterlagen vorgestellt worden, auf die der NABU dann reagiert hatte. Archivfoto: Tobias Böckermann

Meppen. Der Naturschutzbund NABU hält eine Genehmigung für den autobahnähnlichen Ausbau der E233 im ersten Planungsabschnitt Ende 2020 für „völlig illusorisch“. Damit reagiert der Naturschutzverband auf entsprechende Aussagen von Landrat Reinhard Winter.

Dieser hatte auf Anfrage mitgeteilt, die Feststellung der sogenannten Planungsreife für den Ausbau verzögere sich aufgrund der Kündigung eines wichtigen Mitarbeiters bis Ende 2020 und damit um rund ein halbes Jahr. Katja Hübner, Mitarbeiterin des NABU-Regionalverbandes in Meppen, ist sich dagegen sicher, dass eine Genehmigung wenn überhaupt frühestens Ende 2021 möglich sein werde. 

Grund dafür ist die notwendige erneute Erfassung von seltenen Tierarten. Der NABU hatte in seiner Stellungnahme zu den Planungsunterlagen für den ersten Abschnitt zwischen der A31 und Meppen/B70 bemängelt, dass eine Kartierung der Rastvögel im Plangebiet fehle und die Untersuchungen für Brutvögel, Fledermäuse und Großsäuger veraltet seien. In der Regel müssen diese Untersuchungen nach fünf Jahren wiederholt werden, sollte bis dahin keine Umsetzung der Maßnahmen erfolgt sein.

Wie Hübner mitteilt, hat die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr als Planfeststellungsbehörde bereits im Juni mitgeteilt, dass die Kartierung der Arten wiederholt werden müsse, weil ansonsten am Ende möglicherweise keine Rechtssicherheit bestehe.

Laut Hübner dauern die Kartierungen selbst mindestens ein volles Jahr. Anschließend müssten die Ergebnisse ausgewertet und in die Planungsunterlagen eingearbeitet werden. Dann müssten die Naturschutzverbände noch einmal Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten und entsprechende Anregungen müssten erneut eingearbeitet werden. „Wie der Landkreis vor diesem Hintergrund jetzt noch äußern kann, auf eine Planungsreife Ende 2020 zu hoffen, ist für mich völlig unverständlich“, sagte Hübner. Anderslautende Aussagen seien lediglich eine Beruhigungspille für die Befürworter des vierspurigen Ausbaus.


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