Eliteauktion in Uelsen 25 Jahre im Dienst der Bentheimer Landschafe

Die besten nach links: Bei der Eliteauktion in Uelsen werden Jahr für Jahr Bentheimer Landschafe bewertet. Foto: Tobias BöckermannDie besten nach links: Bei der Eliteauktion in Uelsen werden Jahr für Jahr Bentheimer Landschafe bewertet. Foto: Tobias Böckermann

Uelsen/Werpeloh. Das Bentheimer Landschaf erlebt seit einigen Jahren einen Aufschwung. Immer mehr Betriebe in Deutschland nutzen das robuste Schaf aus dem Nordwesten vor allem zur Landschaftspflege. Seit 25 Jahren ist Uelsen in der Grafschaft Bentheim Ausrichtungsort für die bundesweite Elite-Auktion – zum Jubiläum gab es ausnahmsweise eine zweitägige Veranstaltung.

Am ersten Tag stand dabei die aktuelle Zucht im Mittelpunkt. Bei hohen Temperaturen führten 22 Züchterinnen und Züchter aus ganz Deutschland 59 Böcke der Rasse Bentheimer Landschaf und zwölf Böcke der Rassen Wie- und Schwarzkopfschaf durch den Ring an der Reithalle in Uelsen. 

Die Siegertiere kamen in diesem Jahr aus der Grafschaft Bentheim.


Eine dreiköpfige Kommission „richtete“ die Tiere nach möglichst objektiven Kriterien, bewertete also Wollqualität, Bemuskelung und äußere Erscheinung. Und während in den vergangenen Jahren vielfach emsländische Züchter sehr erfolgreich waren und die vorderen Plätze belegten, kamen die besten Züchter in diesem Jahr aus der Grafschaft selbst. Der Heilpädagogische Blekker-Hof aus Uelsen, die Zuchtgemeinschaft Zwafink aus Uelsen und Bernfried Dobben aus Quendorf stellten die Siegertiere.

Strenger Blick: Ludwig Schmitz (rechts) prüfte gemeinsam mit Klaus Gerdes (verdeckt hinten) die Bentheimer-Böcke.


Die allerdings waren am Ende nicht immer auch die teuersten: Bei der anschließenden Versteigerung der Zuchtböcke schoss Bruno Becker aus dem nordrhein-westfälischen Wipperfürth den Vogel ab: Sein Bock erzielte mit 1800 Euro den Tageshöchstpreis. Michael Gertenbach von der Landwirtschaftskammer Weser-Ems in Oldenburg hatte als Auktionator dank guter Nachfrage leichtes Spiel: Fast alle aufgetriebenen Bentheimer-Böcke fanden einen Käufer und brachten im Schnitt 531 Euro (Jährlingsböcke) und 375 Euro bei den Lammböcken (bis ein Jahr).

Kritik gab es allerdings an der in diesem Jahr auffälligen Sparsamkeit bei der Pigmentierung der Bentheimer-Böcke. Denn zum rassetypischen Charakter der Tiere gehört mehr oder weniger schwarze und braune Farbe am Kopf, nicht aber in der Wolle. Seit einigen Jahren gebe es den Trend zu helleren bis weißen Tieren, bemängelte der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes Weser-Ems, Heiko Schmidt beim Züchterabend in der Reithalle, der in diesem Jahr von den Grafschafter Schäfern in größerem Rahmen organisiert worden war.

Beim Züchterabend standen einige Böcke für die am folgenden Tag angesetzte Stambockschau bereits in ihren Boxen in der Reithalle.


Schmidt dankte wie einige Vertreter von Gemeinde und Landkreis den Schäfern für ihr Engagement zum Erhalt des Bentheimer Schafes. Heiko Schmidt und Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling gratulierten für so viel Engagement vor Ort und erinnerten ausdrücklich an die wichtige Rolle der Emsländer für den Erhalt des Bentheimer Landschafes, das in den 1970er Jahren vor dem Aussterben stand. Damals hatte es nur im Emsland noch Zuchttiere gegeben.

Seit 25 Jahren findet die Eliteauktion in Uelsen statt, davor hatten die Schafzüchter sich in Twist getroffen. Um das Jubiläum zu feiern, hatten die Organisatoren die Veranstaltung zweigeteilt und nach der eigentlichen Auktion am Samstag noch eine Stammbockschau am Sonntag organisiert, bei der die Züchter ihre Altböcke präsentierten. Umrahmt durch ein sehr umfangreiches Programm des 11. Grafschafter Haus- und Nutztiertages ging es bei der Stammbockschau darum, die vorhandenen Stammväter der Bentheimer und ihrer aktuell sieben Zuchtlinien zu präsentieren.

Und dabei waren dann wieder Emsländer erfolgreich: Ludwig und Stefan Schmitz sowie Georg Steenken aus Werpeloh stellten mehrere Siegertiere.


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