SoVD Geeste informiert sich Café an Koppelschleuse Meppen inklusiver Vorzeigebetrieb

Der SoVD-Ortsverband Geeste hat sich über das Konzept des Inklusionsbetriebes Café an der Koppelschleuse informiert. Foto: SozailverbandDer SoVD-Ortsverband Geeste hat sich über das Konzept des Inklusionsbetriebes Café an der Koppelschleuse informiert. Foto: Sozailverband

Meppen. Mitglieder des Sozialverbandes Geeste-Dalum haben das Café Koppelschleuse in Meppen besuicht. Mitarbeiter Kai Stegemeyerund von Vitus-Werk informierte sie über das inklusive Beschäftigungskonzept des Cafés, das Menschen mit Behinderungen eine berufliche Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt bietet.

 „Wir sehen hier eine gelungenes Beispiel für die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt“, sagte der Vorsitzende des SoVD-Ortsverbandes Geeste-Dalum, Siegfried Bublitz. Das Café Koppelschleuse beschäftige unter der Regie des St. Vitus-Werks seit vielen Jahren Menschen mit Behinderungen. In diesem Café seien alle Beschäftigten vollwertige Mitarbeiter und damit ein fester Bestandteil der Arbeitswelt. „Inklusion ist hier gegenwärtig und deshalb freuen wir uns, dass wir hier zu Gast sein dürfen“, so der Ortsvorsitzende, der auch die Bedeutung der Inklusion für die Gesellschaft hervorhob. „Inklusion heißt, dass jeder Mensch dazugehört. Schließlich ist es, wie schon Richard von Weizäcker richtig festgestellt hat, normal, verschieden zu sein“, so Bublitz.  

Elf Mitarbeiter

Kai Stegemeyer, Pädagogischer Bereichsleiter beim St. Vitus-Werk, erläuterte, dass in dem inklusiven Betrieb des Cafés elf Mitarbeiter beschäftigt seien, die eine Behinderung haben. „Hier arbeiten Menschen mit und ohne Behinderungen ganz selbstverständlich in einem Team zusammen“, so Stegemeyer. Die Inklusion habe einen hohen Stellenwert und sei ein wichtiges Ziel des Vitus-Werks, das auch mit der Schaffung von Stellen auf dem Ersten Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen verfolgt werde. 

So unterhalte das Vitus-Werk neben den Werkstätten in Meppen und Bokeloh ein Angebot an Außenarbeitsplätzen. Dazu zählen außer dem Café Koppelschleuse in Meppen das Café am Dom in Haren, die Mensa der Marienhausschule, die Radstation am Bahnhof in Meppen sowie der vom Vitus-Werk geführte Integrationsbetrieb GDA, der verschiedene Serviceleistungen rund um Haus und Hof vorhalte. „Insgesamt haben bis zu 90 Personen die Möglichkeit, außerhalb des Werkstattbetriebs in einem Außenarbeitsplatz beschäftigt zu werden“, so Stegemeyer. Daneben gebe es das Angebot, im Rahmen des Projektes „Inklusiver Betrieb“, in einem Unternehmen zu arbeiten.

Inklusion in allen Lebensbereichen

SoVD-Kreisvorsitzender Bernhard Sackarendt, der im Juni zum Vorsitzenden des SoVD in Niedersachsen gewählt worden war, erklärte, dass es für den SoVD auf Bundes-, Landes- und Kreisebene eine wichtige Aufgabe sei, Inklusion in allen Lebensbereichen einzufordern. „Dazu zählt auch die Inklusion auf dem Ersten Arbeitsmarkt“, so der SoVD-Kreisvorsitzende. Er lobte das Engagement des Vitus-Werks, sah aber weiteren Handlungsbedarf, um die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu verwirklichen. „Es gibt hier noch viel zu tun“, so Sackarendt. Das gelte nicht nur für die Inklusion, sondern auch für viele weitere Felder der Sozialpolitik. Als Beispiel nannte Sackarendt das Thema Armut, das im Jahr 2019 ein Arbeitsschwerpunkt des Sozialverbandes sei. „Der SoVD möchte erreichen, dass die Politik hier aktiver wird und Lösungen erarbeitet. Besonders die Themen Kinder- und Altersarmut müssen verstärkte Aufmerksamkeit erfahren“, machte Sackarendt deutlich. 

Bei der Pflege habe der SoVD eine kritische Haltung zum derzeitigen Finanzierungskonzept. So sei die sicher notwendige Einstellung von mehr Fachkräften derzeit nur über eine höhere Selbstbeteiligung zu bezahlen. „Das belastet aber viele Menschen finanziell zu stark. Deshalb sollte Pflege aus unserer Sicht über eine Bürgerversicherung bezahlt werden, in die alle Menschen einzahlen, die ein Einkommen haben“, sagte Sackarendt. Die Mehrkosten beim Pflegeanteil könne über eine solche Versicherung abgedeckt werden. Viel Lob gab es am Ende der Veranstaltung für die Mitarbeiter des Cafés an der Koppelschleuse. „Wir haben erleben dürfen, dass Inklusion auf dem Arbeitsmarkt gelingen kann“, sagte Bublitz.  



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