Blühende Gärten für die Bienen Imkerverein Meppen wirbt beim Jubiläum für Natur



Meppen. Der Imkerverein Meppen hat sein 150-jähriges Bestehen gefeiert. Dabei würdigten die Gastredner von Kreis, Stadt und Verbänden die Leistungen des Meppener Vereins.

Der Leiter des Veterinäramtes beim Landkreis Emsland, Karl-Hermann Beck, erzählte, das die Imkerei bereits vor 150 Jahren eine „große wirtschaftliche Bedeutung“ in Meppen gehabt habe. Er lobte besonders die Ausbildungsarbeit des Vereins Den angehenden Jungimkern würden ganzjährige theoretische und praktische Schulungen geboten. Die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Imkern nannte Beck eine „klassische Win-Win-Situation“. Jedoch verbleibe für den Imker ein nicht geringes Risiko im Bereich von Seuchen und Krankheiten bei den Bienen. Seitens des Veterinäramtes sagte Beck eine „sachorientierte Zusammenarbeit“ zu. Er betonte, dass Imker „einen wertvollen Beitrag zum Natur- und Artenschutz“ leisten.

Die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Meppen, Andrea Kötter, bemerkte, dass 150 Jahre „fünf menschliche Generationen“ bedeute. Laut Studien, so Kötter, betrage die wirtschaftliche Nutzleistung der Bienen in der Bundesrepublik etwa vier Milliarden Euro – davon entfallen etwa 75 Prozent auf die Bestäubungsleistung der Insekten. Unter Berücksichtigung der zurzeit in der Öffentlichkeit diskutierten „Krise der Bienen“ sei die „Bedeutung der Arbeit der Imker immens“, meinte Kötter.

Als eine „bedauerliche Entwicklung“ sah die stellvertretende Bürgermeisterin den Trend weg vom „herkömmlichen Bauerngarten“ zu immer mehr „Kiesgärten“ mit einer entsprechenden Flächenversiegelung. Die Imker böten bei der Gartengestaltung ihre Hilfe an, lobte Kötter: „Die Imker machen einen tollen Job“.

Der Deutsche Imkerbund mit seinen etwa 110 000 Mitgliedern sei der größte Verband dieser Art in Europa, sagte die Vorsitzende des Landesverbandes der Imker Weser-Ems, Silke Meier aus Melle. Der Imkerverein Meppen mit seinen etwa 100 Mitgliedern stelle im Landesverband einen der größten und ältesten Vereine. Meier bescheinigte den Meppener Imkerinnen und Imkern ein „wunderbares Hobby“. Die Imker vermittelten als „Lobbyisten der Honigbienen“ Fachwissen. Sie forderte, die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern. Dazu stehe der Verband „im Austausch mit der Politik“. Imker leisteten nicht nur einen wertvollen Beitrag für den Naturschutz sondern auch einen „unglaublich wichtigen Beitrag für die Volkswirtschaft“, stellte die Vorsitzende klar.

Der Vorsitzende des Imkervereins, Klaus Mann, bilanzierte die baulichen Veränderungen am Imkerzentrum am Kossehof. Mit über 700 Stunden an Eigenleistung wurde am Naturlehrpfad ein neues Imkermuseum geschaffen. Dafür wurden zwei Hütten erstellt und neue Wege gestaltet. Mann warnte vor zahlreichen Gefahren für die Bienen. „Der Mensch kann in wenigen Jahren kaputt machen, was die Natur über tausende an Jahren aufgebaut hat.“ Jeder Besucher der Jubiläumsfeier erhielt eine Tüte mit einer bienenfreundlichen Saatgutmischung, mit der vier Quadratmeter Blumenwiese gesät werden könne. Der Shanty-Chor Geeste unter der Leitung von Gerd Ruhl gestaltete den musikalischen Rahmen der Veranstaltung.

Über das Thema „Ein schöner Garten – Trotzdem pflegeleicht für Mensch und Biene“ referierte der Gartenbauexperte Günther Vennegerts. Ohne Wild- und Honigbienen gebe es kein Obst, Gemüse und keine Blumen, stellte Vennegerts eingangs klar. Ein „schöner Garten“ biete dem Menschen ein Stück Lebensqualität. Ein „pflegeleichter Wohlfühlgarten“ sei nur durch ein planerisches Gesamtkonzept erreichbar. Anhand zahlreicher Bilder zeigte Vennegerts Beispiele für pflegeleichte und schöne Gärten. Dabei kritisierte der Gartenspezialist auch die aufkommende Zahl an Kiesgärten.

Im Anschluss an die Jubiläumsfeier nahmen die Gäste das neue Imkermuseum in Augenschein. Hier treffen sich die Meppener Imker jeweils am zweiten Sonntag im Monat in der Zeit von 10 bis 12 Uhr.


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