Jägerschaft Meppen ehrt Mitglieder Burgdorf in Meppen: Wo der Wolf Probleme macht, gehört er nicht hin

Ehrungen bei der Jägerschaft Meppen: Heiner Bruns (von links), Martin Meyer-Lührmann, Michael Steuter, Rolf Augustin, Anita Augustin-Weste, Martin Feldmeier, Bernd Moormann, Heiner Abeln und Hubert Brandewiede. Foto: Martin ReinholzEhrungen bei der Jägerschaft Meppen: Heiner Bruns (von links), Martin Meyer-Lührmann, Michael Steuter, Rolf Augustin, Anita Augustin-Weste, Martin Feldmeier, Bernd Moormann, Heiner Abeln und Hubert Brandewiede. Foto: Martin Reinholz

Meppen. Während der Mitgliederversammlung der Jägerschaft Meppen hat der Dezernent für die Bereiche Recht, Ordnung, Straßenverkehr und Veterinärwesen beim Landkreis Emsland, Marc-Andrè Burgdorf, Jäger als „anerkannte Naturschützer“ bezeichnet. Neben Ehrungen verdienter Mitglieder gab es einen Fachvortrag zum Thema „Herausforderung Niederwild.

Es gebe „viele Motive“ für die Jagd, sagte Burgdorf. Jagd sei eine Passion, meinte der Dezernent und bezeichnete die Jäger als „anerkannte Naturschützer“, die sich einer staatlichen Prüfung unterziehen müssten. Ferner nannte er die Hegeverpflichtung der Waidmänner und –frauen bei der Jagdausübung. Jäger schützten dabei nicht nur das Wild, dass „auf der roten Liste“ stehe, sondern pflegten Traditionen wie das Jagdhornblasen, das Hundewesen und die waidmännische Sprache. Schließlich sei Jagd aber auch der Wunsch „Beute zu machen“, räumte der Kreisdezernent mit einem Hinweis auf das hochwertige Wildpret als Lebensmittel hin.

„Dort, wo der Wolf Probleme macht, gehört er nicht hin“

In der Gesellschaft entwickelten sich immer stärker „zwei Lebensgefühle“ mit unterschiedlichen Wahrnehmungen, meinte Burgdorf. Auf der einen Seite gebe es die Einwohner in den Städten und auf der anderen Seite die Landbevölkerung. Die unterschiedlichen Wahrnehmungen führten zu unterschiedlichen Bewertungen, die Burgdorf am Beispiel Wolf klarmachte. Während die Stadtbevölkerung den Wolf nur „aus dem Kinderbuch“ kenne, erlebe die Landbevölkerung, dass das eingewanderte Wildtier zunehmend Probleme bereite. „Dort, wo der Wolf Probleme macht, gehört er nicht hin“, machte Burgdorf klar.

Abschließend dankte Marc-Andrè Burgdorf den Jäger im Emsland für ihren Beitrag für den Naturschutz. Beispielhaft nannte der Dezernent den Biotop-Fonds der emsländischen Jägerschaften und der Grafschaft Bentheim zur Verbesserung der Lebensgrundlagen des Niederwildes.

Sammelstellen

Der Vorsitzende der Jägerschaft Meppen, Hubert Brandewiede, teilte den Jägern mit, dass die vom Deutschen Jagdverband (DJV) initiierte „Fellwechsel-Aktion“ weitergeführt werde. Durch diese Aktion werden die Bälge vom erlegten Raubwild einer sinnvollen Nutzung zugeführt. Über Sammelstellen der Bälge informieren die Hegeringsleiter, sagte Brandewiede.

Im vergangenen Jahr wurden im Bereich der Jägerschaft Meppen insgesamt 45 Insektenhotels aufgestellt, berichtete Brandewiede. Die Insektenhotels wurden mit Unterstützung des Biotop-Fonds der Jägerschaften im Emsland und der Grafschaft Bentheim von der Jägerschaft zur Verfügung gestellt. Die Hegeringe vor Ort suchten geeignete Standorte aus, führten Gespräche mit den Grundstückseigentümern und sorgten für die Aufstellung der Insektenhotels, erläuterte der Jägerschaftsvorsitzende. Brandewiede dankte den Hegeringsmitgliedern für ihren Einsatz für die Insekten- und Artenvielfalt vor Ort.

Neuerungen

Der stellvertretende Kreisjägermeister Heiner Bruns ging vor den Jägern auf die Neuerungen im Zusammenhang mit der Novellierung des Niedersächsischen Jagdgesetzes ein. Neben Notfallmaßnahmen im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest hat der Landtag Niedersachsen Regelungen zur Erntejagd und neue Mittel, um gegen Nutria vorzugehen, beschlossen, sagte Bruns.

Die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) habe ein Projekt „Lebensraum Feldflur“ zur Verbesserung des Niederwildlebensraumes für fünf Jahre aufgelegt, teilte Bruns den Jägern mit. Mit einer Million Euro fördere die LJN das Vorhaben, in dem alle emsländischen Reviere mit einbezogen sind. Die Jägerschaft Meppen und der Biotop-Fonds der emsländischen Jägerschaften und der Grafschaft Bentheim hätten zudem weitere Förderungen zugesagt, sodass in den Revieren die Bestellung von Wildäckern und Blühstreifen finanziell bezuschusst werden. Ferner würde auch die Anschaffung von Fallen für die Raubwildbekämpfung unterstützt, sagte Bruns.

Abschließend dankte Bruns dem Landkreis Emsland für die „gute Zusammenarbeit“, besonders im Bereich der Jungjägerausbildung. Die Ablegung der jüngsten Prüfungen, bei der 29 Prüflinge erfolgreich waren, habe gezeigt, dass der Landkreis die Arbeit der Jägerschaft unterstütze, meinte Bruns.

Ehrungen

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden verdiente Mitglieder des Jägerschaft Meppen mit Ehrennadeln der Landesjägerschaft und des Deutschen Jagdverbandes ausgezeichnet. Anita Augustin-Weste ist seit Jahren Obfrau für das Jagdhundewesen in der Jägerschaft Meppen, Heiner Abeln und Michael Steuter waren über Jahrzehnte in den Hegeringvorständen in Holte und Haselünne aktiv – zuletzt jeweils als Hegeringsleiter. Martin Feldmeier und Bernd Moormann übernahmen über Jahrzehnte Aufgaben im Hegering Holte und Rolf Augustin leitet seit mehreren Jahren die Jagdhornbläsergruppe in Haselünne. Hubert Brandewiede und Martin Meyer-Lührmann, Bezirksvorsitzender der Jägerschaft, überreichten Ehrennadeln und Urkunden.


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