Vielfältige Hilfe für ältere Menschen Meppener Nachbarschaftshilfe informiert Mitglieder

Von Heinrich Schepers


Meppen. Während einer Informationsveranstaltung der Nachbarschaftshilfe Meppen haben drei Referenten die umfangreichen sozialen Leistungs- und Hilfsangebote für ältere Menschen aufgezeigt, die vom Landkreis Emsland sowie der Stadt Meppen bereitgestellt werden.

Seit 2017 gibt es die Nachbarschaftshilfe in Meppen. Der Verein, der 604 Mitglieder zählt, will auf ehrenamtlicher Basis hilfsbedürftige Menschen dabei unterstützen, ein eigenständiges Leben in ihrer häuslichen Umgebung zu gestalten. „Wir werden häufig um Rat gefragt, wenn es um Themen wie Pflege oder das Wohnen im Alter geht. Wir erleben auch, dass Hilfe benötigt wird, die wir nicht leisten können“, sagte Franz Holtgreve, Vorsitzender der Nachbarschaftshilfe.

Wenn Beratungs- und Unterstützungsbedarf bestehe, sei es wichtig, Angebote und Ansprechpartner bei den Behörden sowie den angeschlossenen Hilfsdiensten zu kennen. Daher sei der Verein dankbar, dass gleich drei Referenten diese Möglichkeiten aufzeigen. „Mit den Informationen, die wir heute erhalten, können wir für die älteren Menschen eine Brückenbauerrolle übernehmen“, so Holtgreve.

Seniorenstützpunkt

„Der demografische Wandel gehört zu den Herausforderungen der kommenden Jahre“, verdeutlichte Richard Peters, Leiter des Fachbereichs Soziales beim Landkreis Emsland. Um auf den demografischen Wandel zu reagieren, gebe es beim Landkreis den Arbeitskreis Pflege. In Fachkonferenzen werde das Thema Alter mit Experten sowie Verwaltungsmitarbeitern und Vertretern der Pflegeberufe erörtert. Daneben beteilige sich der Landkreis an Modellprojekten, die neue Wege in der Pflege sowie in der Unterstützung älterer Menschen gehen, und unterstütze die Digitalisierung der Pflegeberufe. Ein wesentlicher Zuständigkeitsbereich des Landkreises liege bei der Grundsicherung: Diese sei für Personen gedacht, deren Rente im Alter nicht zum Leben ausreiche.

Weitere Hilfsangebote des Kreises erläuterte Kerstin Knoll: „Der Seniorenstützpunkt ist die Anlaufstelle bei allen Fragen und Bedürfnissen älterer Menschen“, so die Landkreismitarbeiterin. Hier gebe es konkrete Angebote für aktive Senioren, die sich ehrenamtlich einbringen wollen. Mit der Duo-Seniorenbegleitung, der ehrenamtlichen Wohnberatung sowie dem Projekt „Fit im Auto“ biete der Seniorenstützpunkt verschiedene Hilfen für ältere Menschen. Er leiste darüber hinaus Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Alter.

Hilfsbedarf feststellen

Für Pflegebedürftige und deren Angehörige hat der Landkreis den Pflegestützpunkt eingerichtet, berichtete Knoll. Dieser berate und informiere über Pflegeangebote, Leistungen der Pflegeversicherungen, Hilfsmittelversorgung und Entlastungsangebote für pflegende Angehörige. „Die Mitarbeiter sind zuständig, wenn es um Pflegegutachten geht und können einen Hilfsbedarf feststellen“, so Knoll. Daneben sei die Krisenintervention eine zentrale Aufgabe. Ein weiterer wichtiger Baustein im Unterstützungsangebot des Landkreises sei das Demenz-Servicezentrum, das unter anderem wohnortnahe Beratungs- und Schulungsmöglichkeiten zum Thema Demenz biete und Hilfen für Menschen mit Demenz und deren Angehörige leiste.

Andreas Pothen vom Fachbereich Arbeit, Soziales und Gesundheit in Meppen berichtete über die für Senioren relevanten Leistungen der Stadt. Darunter falle unter anderem die Zahlung des Wohngelds. Pothen wies zudem darauf hin, dass es bei Fragen zu Rentenangelegenheiten Beratung und Unterstützung bei der Rentenstelle gebe. Zusätzlich gewähre die Stadt Beihilfen für Wohnungsausstattungen, Umzüge und Wohnungsrenovierungen, Beihilfen oder Darlehen für Strom-, Miet- und Heizkosten, befreie von Rundfunkgebühren und leiste Zuzahlungen für Medikamente.

An die Behörden herantreten

Als wesentliches Mittel zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nannte Pothen die Mach-Mit-Card der Stadt Meppen, die auch von Senioren in Anspruch genommen werden könne. Die Karte ermögliche zahlreiche Vergünstigungen, beispielsweise bei Theater- oder Museumsbesuchen.

„Ich erlebe durchaus, dass alleine lebende ältere Menschen überfordert sind und mehr Hilfe benötigen, als wir Ehrenamtlichen bieten können“, berichtete ein Teilnehmer bei der anschließenden Diskussion. Peters und Knoll rieten in solchen Fällen, mit den Mitarbeitern des Senioren- oder Pflegestützpunktes zu sprechen. Sofern ein älterer Mensch offenkundig nicht mehr in der Lage sei, sich selbst zu versorgen, müsse geprüft werden, ob eine Selbstgefährdung vorliege. In solchen Situationen sei das Gesundheitsamt der richtige Ansprechpartner. Die drei Referenten ermutigten die Anwesenden, bei Fragen zu den genannten Themen an die Behörden heranzutreten. „Wir werden in jedem Fall aktiv und können an die zuständigen Stellen verweisen“, so Peters.


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