Referat vor Jägern in Meppen Revieroberjäger Florian Rahe zur „Herausforderung Niederwild“

Von Martin Reinholz


Meppen. Über die „Herausforderung Niederwild“ hat der Revieroberjäger Florian Rahe im Rahmen der Mitgliederversammlung der Jägerschaft Meppen referiert.

Dabei nannte der staatlich geprüfte Revieroberjäger Möglichkeiten, um die Lebensraumbedingungen für das Niederwild nachhaltig zu verbessern. „Jede noch so kleine Maßnahme ist hilfreich“, meinte der 37-jährige Berufsjäger, der nach eigenen Angaben bereits sechs Revierjäger ausgebildet hat.

Seit über einem Jahrzehnt bereiten die kontinuierlich rückläufigen Besatzzahlen beim Niederwild nicht nur den Jägern im Emsland Sorgen. Hinzu kam ein starker Rückgang bei den Fasanenvögeln. Zu dem Niederwild zählen neben dem Rehwild beim sogenannten Federwild Fasane, Rebhühner, Tauben, Gänse, Enten, Krähenvögel und Schnepfen. Beim Haarwild zählen Kaninchen, Hasen, Füchse und Marder zu den häufigsten Arten.

Intensive Ursachenforschung

Bereits seit einigen Jahren betreiben die Jäger unter Federführung der Landesjägerschaft Niedersachsen intensive Ursachenforschung zum Beispiel beim Rückgang der Fasane. „Alle angeführten Faktoren“, so der Revieroberjäger, „tragen eine gewisse Mitschuld an der Situation“. Aber die „Hauptursache“ des massiven Fasanenrückgangs sei bislang nicht gefunden. „Jeder Jäger muss für sich entscheiden, an welcher Schraube kann ich drehen“, rief Rahe die Jäger dazu auf, selbst aktiv zu werden.

Raubwildbejagung

Neben einer verstärkten Raubwildbejagung mit der Waffe und der Falle nannte der Referent die Herrichtung von Wildacker- und Blühstreifenflächen. Dabei lobte der Revieroberjäger, der aus dem benachbarten Bundesland Nordrhein-Westfalen kommt, die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem von der Landesjägerschaft (LJN) initiierten Projekt „Lebensraum Feldflur“. Hier würden entsprechende Saatmischungen finanziell unterstützt.

Eine „flächendeckende Vernetzung“ von wildgerecht gestalteten Äsungs-, Brut- und Rückzugsmöglichkeiten für das Niederwild biete eine weitere Möglichkeit. Dabei komme es nicht auf riesige Fläche an, sondern auf die Vernetzung vieler kleiner Flächen im Revier. Wo möglich, solle die örtliche Landwirtschaft mit einbezogen werden, meinte Rahe. Diese könne mit dem gezielten Anbau von Zwischenfrüchten helfen. „Jedes Wildackerstück und jeder Blühstreifen hilft“, meinte der Revieroberjäger. Diese Vernetzung vieler kleiner Fläche mache auch über die eigenen Reviergrenzen hinaus mehr Sinn, ermutigte Florian Rahe die Jäger aktiv zu werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN