Abschluss der Serie zur Fastenzeit 40 Tage plastikfrei – wie wars?

Ich habe für 40 Tage das Shampoo gegen die Seife getauscht und plastikfrei gelebt. Foto: Carola AlgeIch habe für 40 Tage das Shampoo gegen die Seife getauscht und plastikfrei gelebt. Foto: Carola Alge

Meppen. Die 40 Tage ohne Plastik gingen schnell aber nicht spurlos an mir vorbei. Was ich erlebt und gelernt habe und ob mein Leben jetzt wieder in Plastik verpackt wird, lesen Sie im letzten Teil der Serie.

Dutzende Male bin ich in den letzten Wochen auf meine plastikfreie Zeit angesprochen worden. "Wie läuft es?", "Wie funktioniert das?", "Wo und was kann man denn überhaupt noch einkaufen?", das sind alles Fragen, die ich mehrere Male gehört habe. Die Antwort darauf habe ich mittlerweile auswendig gelernt und hier ist sie zum allerletzten Mal: es funktioniert ganz gut, man muss sich nur etwas mehr Gedanken machen. Plastikfrei einkaufen geht sowohl im normalen Supermarkt, als auch in Hofläden oder auf dem Wochenmarkt. Und, das Allerwichtigste: es gibt für alles eine Lösung.

Shampoo ist aussortiert

Die ersten Lösungen habe ich schon im Vorfeld des Projektes gefunden. Ich habe meine ganzen Hygieneprodukte und die Küchenausstattung plastikfrei aufgestellt. Das Fazit in diesem Bereich: plastikfreie Produkte sind keinen Deut schlechter als andere. Egal ob Zahnputztabletten, Ökoschwamm oder Haarseife – alles tut seinen Dienst so, wie es muss und wird sicher nicht direkt nach der Fastenzeit wieder abgeschafft. Besonders zufrieden bin ich mit der Körper- und Haarseife. Sie hält länger als ein normales Duschgel oder Shampoo und macht mindestens genauso sauber.

Keine Süßigkeiten

Auch bei der Ernährung gibt es Entwarnung: ich bin immer satt geworden. Ich habe zwar leider nicht nennenswert abgenommen, dennoch ist mein Eindruck, dass ich etwas gesünder gelebt habe als unter normalen Umständen. Das hat wahrscheinlich vor allem mit zwei Effekten zu tun: plastikfrei bedeutet einerseits, dass Süßigkeiten fast tabu sind. Andererseits habe ich nur selten, höchstens zweimal in der Woche, Fleisch gegessen. 

Wo fängt man an?

Neben all der Fragen habe ich in den letzten Wochen mit vielen Kollegen, Freunden oder der Familie über Plastikkonsum diskutiert. Ich habe gemerkt, dass das Thema viele Menschen interessiert aber oft ratlos zurücklässt. Wo und wie soll man anfangen? Die Antwort ist eigentlich ganz simpel: am einfachsten ist es bei kleinen Dingen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Holzzahnbürste? Oder mit einem Leinenbeutel statt der Plastiktüte? Oder Joghurt im Glas statt im Plastikbecher?

Zukünftige Antworten

In einem Teil der Serie habe ich das Plastikrecyclingunternehmen Wilken in Haren besucht. Dort habe ich noch einmal einen ganz neuen Blick auf die Thematik bekommen. Nämlich: Plastik hilft der Menschheit ungemein. Dass Kunststoffe unseren Lebensstandard massiv angehoben haben, ist vollkommen klar. Was hätte ich zum Beispiel gemacht, wenn ich krank geworden wäre und Medikamente gebraucht hätte? Auf der anderen Seite muss man verantwortungsvoll mit diesen Kunststoffen umgehen. Plastikrecycling steht noch am Anfang seiner Entwicklung, könnte aber viele Antworten auf die ökologischen Fragen rund um das Plastik liefern. Das Problem: die Fragen gibt es jetzt schon, auf die Antworten wird man noch warten müssen.

Letztlich ist es so, dass es durchaus möglich ist, Plastikkonsum zu vermeiden. Dafür ist es nötig sich zu informieren, sich Gedanken über seine Ernährung zu machen und nicht immer den einfachen Weg zur Tiefkühltruhe zu gehen. Aber: Plastik ist praktisch und zudem, wenn recyclebar, auch teilweise sinnvoll. Deshalb werde ich in Zukunft sicher auch hin und wieder mal zur Plastikverpackung greifen. Jedoch werde ich es seltener und deutlich bewusster tun als noch vor 40 Tagen.


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