Pläne für Tiefgarage verworfen Stadt Meppen spart 1,5 Millionen Euro ein

Der Gebäudetrakt des Stadthauses an der Kirchstraße in Meppen wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Foto: Manfred FickersDer Gebäudetrakt des Stadthauses an der Kirchstraße in Meppen wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Foto: Manfred Fickers

Meppen. Eins der drei Gebäudetrakte des Meppener Stadthauses wird abgerissen und neu errichtet. Entgegen ersten Planungen will die Meppener Politik jedoch auf die kostspielige Variante einer Tiefgarage verzichten.

Dabei besteht das Ensemble aus drei großen zusammenhängenden Gebäudeteilen. Da ist zum einen der 1816 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Altbau am Markt. Er soll nur innen saniert werden. Der 1990 errichtete Anbau am Markt wird gar nicht angetastet.

Der in der Kirchstraße befindliche Gebäudetrakt aus dem Jahr 1962 mit dem gläsernen Eingang wird hingegen abgerissen. Eine anfänglich angedachte Aufstockung und Sanierung sei aus Kostengründen wieder verworfen worden. „Wir planen hier statt der bisherigen drei- eine viergeschossige Bauweise“, sagte bereits Ende 2018 Bürgermeister Helmut Knurbein im Redaktionsgespräch

Das 56 Jahre alte Stadthaus wird abgerissen. Foto: Manfred Fickers.


Während sich das Stadtoberhaupt damals für eine Tiefgarage aussprach, gab es hierfür in den Fraktionen des Stadtrates offenbar keine Mehrheit. Auf die Tiefgarage wird deshalb verzichtet. 

„Der Kosten-Nutzen-Faktor sorgte bereits zu Beginn der Planungen für Bedenken“, sagte am Montag Erster Stadtrat Bernhard Ostermann auf Anfrage der MT-Redaktion. Die Tiefgarage hätte nach vorläufiger Schätzung mit rund zwei Millionen Euro zu Buche geschlagen. Hier hätten 17 Stellplätze geschaffen werden können. Ostermann weiter:


„Ein Stellplatz hätte folglich mehr als 100.000 Euro gekostet."



Vor diesem Hintergrund sei die Maßnahme wirtschaftlich nicht vertretbar. Neben der massiven Kostenersparnis habe der Verzicht auf die Tiefgarage den Vorteil, dass das bestehende Kellergeschoss des Stadthauses nach einer Renovierung weiterhin als Lager genutzt werden kann.

Dabei soll sich die Bauphase  bis 2021 hinziehen. Gestartet werde in diesem Jahr mit dem Abriss des 56 Jahren alten Altbaus. Die Bauzeit werde eineinhalb Jahre dauern. Die Kollegen würden während dieser Phase auf Mieträume ausweichen. Die Gesamtkosten summieren sich vermutlich auf 8,5 Millionen Euro. Allein die Mietkosten bezifferte die Stadtverwaltung auf 500.000 Euro.  

Alle Büros besetzt

Insgesamt gebe es im Rathaus keine freien Bürokapazitäten mehr. Zudem müssten Fachbereiche über mehrere Bürogebäude verteilt arbeiten. Das Bürgeramt bleibe während der eineinhalbjährigen Bauzeit am jetzigen Standort als erster Ansprechpartner für die Meppener erhalten. Anders sehe es mit dem Sozialamt aus. Dies werde ausgegliedert. Der Foyerbereich werde in Zukunft offen und bürgernah gestaltet. Im Stadthaus sollen eine neue Beschilderung und eine digitale Anzeigetafel auf Ansprechpartner und Veranstaltungen sowie Sitzungen hinweisen. Im Rahmen des Neubaus werde ein moderner Fahrstuhl eingebaut. Der Gebäudekomplex werde barrierefrei gestaltet. Zudem soll es Wartezonen für den Publikumsverkehr geben.


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