Generalversammlung mit Ehrungen Mehr als 38000 Besucher auf Freilichtbühne Meppen

Von Petra Heidemann


Meppen.  „Die Zuschauerzahlen im Jahr 2018 sind mit weit über 38 000 konstant hoch geblieben“, freute sich der Vorsitzende der Meppener Freilichtbühne, Jürgen Lilge, bei der Generalversammlung.

Eine im Durchschnitt mehr als 77-prozentige Belegung der Zuschauerplätze, das verdanke die Bühne nicht nur den engagierten Akteuren, dem Regieteam um Iris Limbarth, dem musikalischen Leiter Jason Weaver sowie der Arbeit um Kostüme und Bühnenbild, sondern maßgeblich auch der unermüdlich außerhalb des Rampenlichts Arbeitenden, dem „Räderwerk“ Technik, Schneiderei, „Helfer-Mütter“ hinter den Kulissen, Service, Handwerk. Hier dankte Lilge dem Bürgermeister für die Unterstützung durch den Baubetriebshof.

Rückblickend kam der Vorsitzende auf die die Bühne voranbringenden Tagungen im Herbst 2018 zu sprechen, sei es die Tagung der AG niedersächsischer Freilichtbühnen, die Jahrestagung des VDF Nord. Für die musikalische Begleitung der Mitgliederversammlung der Emsländischen Volksbank habe diese mit einer Spende von 5.000 Euro gedankt. Bewährt hätten sich Kommunikation und Kooperation mit den Bühnen in Ahmsen und Bad Bentheim. So bekämen Besucher 50 Prozent Nachlass beim Besuch entsprechender Aufführungen der Nachbarbühnen.

Keine Nachwuchssorgen

Seit November 2018 gehört Lena Grote zum erweiterten Vorstand als Beauftragte für Kinder- und Jugendschutz, einem zentralen Thema der Bühnenarbeit, sie und Marina Billek nahmen die entsprechende Klausurtagung des VDF Nord wahr.

Nicht nur die Zuschauerzahlen zeigten eine erfreuliche Bilanz, sondern seitdem 2009 die Mitgliederzahl erheblich auf über 300 kletterte, zeige sich weiterhin, mit leichten Schwankungen, eine steigende Tendenz, zurzeit engagieren sich 372 aktive Mitglieder, Nachwuchssorgen gebe es erfreulicherweise keine.

Auch für die Spielzeit 2019 mit dem Familienmusical „Madagascar“, einem fröhlichen, turbulenten Abenteuer tierischer Charaktere auf abenteuerlich-chaotischer Flucht aus dem New Yorker Zoo zur Insel Madagascar, und dem Abendstück „Saturday Nightfever“, das zur Musik der Bee Gees mit einer berührenden Story ins New York der 1970er Jahre führt, erhoffe man sich die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte der Bühne.

Im November ausverkauft

„Die Schulveranstaltungen waren bereits im November ausverkauft, die ersten Buchungen fanden schon vor der Informationsherausgabe statt, und auch der Online-Ticketverkauf für das Abendstück übertrifft die Vorverkaufszahlen zum jetzigen Zeitpunkt gegenüber 2018 bereits um 35 Prozent“, strahlte Lilge. Längst seien die Proben angelaufen, insgesamt 125 Akteure, das sei „schon eine echte Herausforderung an die Schneiderei“. Rechne man Technik, Bühnenservice, Maske, Requisite, Kasse, Werbung und die beim schnellen Umziehen helfenden Hände dazu, komme man auf 230 Mitglieder, die die diesjährigen Produktionen ermöglichen.

Auch Marina Billek und Jasmin Rump vom inzwischen 50-köpfigen Jugendausschuss zogen Bilanz und erläuterten eine Vielzahl von Fortbildungen, zahlreiche Workshops und Aktionen, denen weitere 2019 folgen werden - vom Ferienpassprogramm über Camps und Mini-Play-back-Show zu Jugendleiterkursen und Weiterbildung in Sachen (auch präventiver) Jugendschutz. Hier dankten die beiden der Technik und dem JAM-Center für „tolle Unterstützung“.

129420,56 Euro der Rücklage zugeführt

Trotz Ausgaben für unter anderem Energie, Versicherungen, Gastrollen, Gebühren und Abgaben, Lehrgänge, Technik und Aufbauten in Höhe von 268224,05 Euro konnten aufgrund der Einnahmen 129420,56 Euro der Rücklage zugeführt werden – wichtig für Bau-Unterhaltung und Produktionsvorfinanzierung. Hier dankte Lilge Spendern und dem Bürgermeister für den großzügigen Zuschuss der Stadt Meppen.

Als Kassenprüfer wiedergewählt wurden Anke Kruse und Bernhard Jakobs, als 1. Geschäftsführer Oliver Schulte, als 2. Geschäftsführer Thomas Lake. Das Amt 1. Spielscharführer/in übernimmt Petra Streeck in der Nachfolge des langjährig damit Betrauten Rainer Franke. Für die Technik wurde Lars Fitzner in den Vorstand gewählt. Die Klausenleitung obliegt Alexandra Faust, Roswitha Schulte und Anke Thole.

Urgestein der Bühne

Dann galt es, „180 Jahre aktive Mitgliedschaft“ zu ehren. Elisabeth Acquistapace (Schneiderei), Hans Knöchel (Pyrotechnik) und Heinz Schöttmer (Geschäftsführung) sind seit 40 Jahren aktiv, „Urgestein der Bühne“ Nothard Kaßburg wird auch nach 60 Jahren weiter unermüdlich für die Bühne da sein.

Abschließend kündigte Lilge einen Meilenstein in der fast 70-jährigen Geschichte der Freilichtbühne Meppen an –   Bühne und Zuschauerraum werden ab der Spielzeit 2020 wetterfest und dennoch luftig und fledermausfreundlich überdacht sein. Ohne Sichtbehinderung wird eine gefaltete Spannmembran von 2000 Quadratmetern  wie ein Fächer naturschutzgemäß das Bühnengelände überspannen. Die Stadt Meppen stellt 3,1 Millionen Euro bereit, über 400000 Euro werden zudem benötigt. Peter Höning als Vorsitzender des Fördervereins sagte Unterstützung zu, weitere Fördermittel sind beantragt, eine Spendenkampagne steht in den Startlöchern, Eigenleistung ist gefragt. Hier werde verwirklicht, was die Bühne seit Jahrzehnten beschäftige - Wetterunabhängigkeit in Hitze wie Regen, ohne das Flair einer Freilichtbühne einzubüßen.


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