Chance auf ein neues Leben Flüchtling lernt bei Spedition Boll in Meppen

Eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer macht Rahmatulla Nazari (rechts) bei der Spedition Boll. Das Bild zeigt Fahrlehrer Guido Tangen, Geschäftsführer Jörg Gerdelmann und Nazuari (von links). Foto: KeuperEine Ausbildung zum Berufskraftfahrer macht Rahmatulla Nazari (rechts) bei der Spedition Boll. Das Bild zeigt Fahrlehrer Guido Tangen, Geschäftsführer Jörg Gerdelmann und Nazuari (von links). Foto: Keuper

Meppen. Ein 25-jähriger Flüchtling mit afghanischen Wurzeln macht zurzeit bei der Meppener Spedition eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer.

Dankbar setzt sich Rahmatulla Nazari hinter das Lenkrad des Fahrschul-Lkw der Spedition Boll neben Fahrlehrer Guido Tangen. Eine Ausbildungsstelle und damit den Einstieg in ein neues Berufsleben zu bekommen, war nicht einfach. Die zunächst fehlenden Papiere und der ungeklärte Status als Flüchtling sorgten dafür, dass Nazari die Ausbildungsstelle im August letzten Jahres erst eine Woche später antreten konnte, als vom Unternehmen zugesagt.

2016 hatte Deutschland ein Rückübernahmeabkommen mit Afghanistan geschlossen, obwohl die Situation in Nazaris Heimatland immer unsicherer wurde. „Die Geschäftsleitung hat sich sehr für mich eingesetzt und in enger Absprache mit den Behörden die Ausbildung ermöglicht“, ist Nazari dankbar. Einen Lkw zu steuern, ist ein großer Wunsch von ihm. In seinem Heimatland saß er bei seinem Bruder, welcher einen Baustoffhandel betreibt, immer auf dem Beifahrersitz.

Fahrlehrer Guido Tangen ist von dem jungen Mann überzeugt. „Er spricht die deutsche Sprache schon sehr gut und ist sehr engagiert bei der Sache.“ Jörg Gerdelmann, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, sieht in der Ausbildung von Flüchtlingen wie Nazari nicht nur die Wahrnehmung gesellschaftlicher und sozialer Verantwortung durch das Unternehmen, sondern auch eine Vorgehensweise dem Fahrermangel entgegenzuwirken.

„Der Fahrermangel betrifft bundesweit die gesamte Logistikbranche und wird sich in Zukunft weiter verschärfen. Daher sind auch unkonventionelle Wege bei der Akquise und der Ausbildung von Fahrern notwendig“, ist Gerdelmann überzeugt. Für Rahmatulla Nazari öffnet sich mit der Ausbildung ein neues Leben. Denn die Chancen, dass er ein dauerhaftes Bleiberecht erhält, sind gut. Voraussetzungen hierfür sind eine gute Integration sowie ein Beschäftigungsverhältnis und der damit gesicherte Lebensunterhalt.

Die Spedition Boll verfügt im eigenen Fuhrpark über 150 Lkw an vier Standorten im Emsland und beschäftigt rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


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