Meppener Band lädt zum Konzert 25 Jahre Wonderland - Ein Herrenabend mit Musik

Wonderland während eines Konzerts 2017 in Meppen. Foto Dominic HaaseWonderland während eines Konzerts 2017 in Meppen. Foto Dominic Haase

Meppen. Die Meppener Band Wonderland gibt 25 Jahre nach ihrer Gründung ein Jubiläumskonzert. Die fünf Musiker haben viel zu berichten.

1994. Maria Carey nudelt sich mit „Without you“ an die Spitze der Musikcharts, die Crash Test Dummies murmeln „Mmm Mmm Mmm Mmm”, Whigfield trällert „Saturday Night“ – und in Meppen macht sich eine Rockband namens „Wonderland“ auf, die Musikwelt zu erobern. Ein Vierteljahrhundert später blicken die fünf Musiker mit Freunden und Wegbegleitern am 30. März zurück. 

Karsten Streeck und Christoph Beckering haben die alten Zeiten nicht vergessen. Gemeinsam sitzen sie im Meppener Café „Täglich“ und berichten dem Reporter der Meppener Tagespost, wie aus dem „früher“ auch ein „heute“ geworden ist. Denn trotz einer zwischenzeitlichen Trennung gibt es „Wonderland“ noch immer, so wie damals als eine Band aus Freunden.  

Erinnern sich gern an alte Zeiten: Karsten Streeck und Christoph Beckering (r.). Foto: Tobias Böckermann


Vor 25 Jahren hatte es diese Situation schon einmal so ähnlich gegeben. Als Probenraum diente damals der Keller des Gemeindehauses St. Maria zum Frieden in Esterfeld. Neben dem Gitarristen Karsten Streeck und Sänger Christoph Beckering spielte Ingo Brümmer den Synthesizer, Martin Tranel das Schlagzeug und Carsten de Groot den Bass – und der Autor dieser Zeilen notierte als junger Reporter Ideen aus dem musikalischen Wunderland.



Wonderland hatten sich zusammengefunden aus mehreren unterschiedlichen Meppener Bands, sie hießen „Voice of Justice“, „Emergency Project“ oder „Jettones“ und waren musikalisch gesehen Konkurrenten mit unterschiedlichen Ansätzen. Aus verschiedenen Gründen kam aber in den frühen 1990ern deren Ende und Wonderland fanden sich. Carsten de Groot brachte dabei übrigens überraschende Kernqualifikationen mit, die noch fehlten. „Ich wusste, dass er den Bass spielte und der fehlte uns noch“, erinnert sich Karsten Streeck. „Und als ich ihn mal beim Geldautomaten traf und sah, dass er ein Auto mit Anhängerkupplung fuhr, habe ich ihn sofort gefragt, ob er bei uns mitmachen will.“

Denn nicht nur der E-Bass war wichtig, sondern auch der Haken am Auto. Denn das Equipment der Band musste in ihren Hochzeiten zu 20 bis 25 Auftritten im Jahr gefahren werden, und dabei kam Einiges an Technik zusammen. Schnell habe sich zwar herausgestellt, dass Karsten de Groot das entsprechende Auto nur geliehen hatte und die Transportfrage somit offen blieb, sagt Karsten Streeck. 


"Aber die Chemie stimmte und wir legten los."



„Gitarrenpop – das war unser Ding“, sagt Christoph Beckering. Gerne auch mal treibend und experimentell, immer mit englischen Texten. „Deutschpop war damals noch kein Thema“, sagt der für Gesang und Text verantwortliche Beckering, und dass sich das geändert habe. Inzwischen seien auch einige deutsche Titel entstanden, die am kommenden Samstag ebenfalls zu hören sein werden. 



Vor 25 Jahren hofften die fünf Meppener auf die große Karriere, die meisten jedenfalls. Denn während Christoph Beckering nach einer Ausbildung zum Kaufmann schon Geld verdiente, studierten die anderen noch und konnten sich vorstellen, im Musikbusiness Fuß zu fassen.

Dabei mag einer ihrer wichtigsten Auftritte eine Rolle gespielt haben: Beim Emsland-Festival im Meppener Stadion im Jahr 1995 traten „Wonderland“ als lokale Band auf – ein unvergessliches Erlebnis. „Es war zwar noch nicht gerade voll bei unserem Auftritt“, erinnert sich Streeck. Aber das Drumherum, der Backstage-Pass, das gemeinsame Abhängen in der Stadionkneipe mit den Jungs von Toto und vor allem Fury in the Slaughterhouse – das waren unvergleichliche Stunden.



Überhaupt Fury: Die Hannoveraner sind die großen Vorbilder der Meppener gewesen, in ihrem Peppermint Park Studio haben sie 1996 ihre Single „Natural child“ aufgenommen – unter professionellen Bedingungen.



Also Bahn frei für die große Karriere mit all ihren Unsicherheiten? Oder lieber Musik als Hobby und eine gesicherte Existenz anstreben? Die fünf Musiker waren sich nicht einig und trennten sich 1997 nach einem Auftritt auf den Meppener Stadtfest. „Einigen in der Band war das Risiko viel zu groß“, erinnert sich Karsten Streeck. Und nicht wenige Musiker lebten nach verheißungsvollem Karrierebeginn später von der Hand in den Mund: 

„Deshalb haben wir wohl alles richtig gemacht“.

„Und ein halbes Jahr später waren wir ja auch schon wieder zusammen“, sagt Christoph Beckering. „Als Hobbyband.“ Und so ist es geblieben. Vier von fünf Wonderlandern sind im weiteren Sinn Pädagogen geworden, Beckering arbeitet als Kaufmann. Alle leben im Münsterland, in Meppen oder in Ostfriesland und treffen sich vier Mal im Jahr für ein Wochenende und machen Musik. „Das ist wie eine Mischung aus Urlaub, Herrenabend und Kegeltour – aber eben mit Musik. Es entstehen neue Songs. „Wir haben nach wie vor einfach viel Spaß“, sagt Karsten Streeck


Und das wollen die Musiker zum Jubiläum nun teilen und zwar mit dem Publikum, mit Weggefährten und Freunden. Beim Konzert am 30. März ist zum Beispiel auch Uli Kaßburg dabei – der heute als Hauptdarsteller bei der Freilichtbühne Meppen bekannt ist, vor 30 Jahren aber Mitgründer der Wonderland-Vorgängerband „Justice“ war. Auch Eike Kumbrink (Gesang) und Jens Wekenborg (Drums) haben einst in Wonderland-Vorgängerbands gespielt und sind mit dabei. Auch treten mit Anna Schröer und Jonas Egbers „musikalische Freunde“ der Band auf. 

Den Zuhörer im Meppener JAM (geleitet und miterdacht übrigens von Karsten Streeck) erwartet eine unterhaltsame Zeitreise ab den späten 80ern bis in die Gegenwart, gespickt mit Anekdoten und Bildern, eigenen Songs und Material von Vorbildern wie Fury.

Der Eintritt kostet fünf Euro und der Erlös kommt der Jugendkulturarbeit des JAM zugute. Einlass ist um 19.30 Uhr, Karten gibt es für fünf Euro im Vorverkauf unter www.tickets.vibus.de und an der Abendkasse.



Bleibt zum Schluss nur noch eine Frage: Warum Wonderland? „Der Name geht auf einen Song von Terry Hoax zurück, sagt Karsten Streeck. Das war eine Hannoveraner Band aus dem Dunstkreis von Fury . Die hatten einen Song namens „Waterland“ und daraus wurde dann „Wonderland“, was wir damals beim Brainstorming etwas positiver fanden.“


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