Freiheitsstrafe für Emsländerin Drogenhandel und Widerstand gegen Polizeibeamte

Von David Hartmann

Das Amtsgericht Meppen hat eine 35-jährige Emsländerin zu zwei Freiheitsstrafen von zehn Monaten, sowie neun Monaten verurteilt.  Foto: Swaantje HehmannDas Amtsgericht Meppen hat eine 35-jährige Emsländerin zu zwei Freiheitsstrafen von zehn Monaten, sowie neun Monaten verurteilt. Foto: Swaantje Hehmann

Meppen. Das Amtsgericht Meppen hat eine 35-jährige Emsländerin zu zwei Freiheitsstrafen von zehn Monaten, sowie neun Monaten verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hielt der Zeitungsbotin vor, seit März des vergangenen Jahres drei Straftaten begangen zu haben. Demnach verkaufte sie unter anderem auf der Schülerwiese die Droge LSD an Minderjährige und leistete während einer Hausdurchsuchung im vergangenen Oktober Widerstand gegen Amtsträger.

In der Erwiderung der Anklageschrift gab der Verteidiger die besondere Situation der Angeklagten zu bedenken. So sollen laut ihrer Aussage nach der gewaltsamen Öffnung der Wohnungstür bei der Hausdurchsuchung mindestens zehn Menschen in ihre Wohnung eingedrungen sein. Zudem weise ein amtsärztliches Gutachten auf eine emotionale Instabilität und Cannabisabhängigkeit hin, weshalb sich die Frau in fachärztlicher Behandlung befinde.

Einige der während der Hausdurchsuchung gefallenen Beleidigungen, sowie den Besitz der dabei gefundenen Hanfsamen, räumte die Angeklagte ein. Nach mehreren Zeugenaussagen kristallisierte sich heraus, dass sie bewusst Drogen an einen damals 15-Jährigen verkauft hatte. So zeigten Nachrichtenverläufe auf dem Handy des Jungen, dass die Angeklagte gezielt fragte, ob er oder Freunde Interesse an LSD hätten und dass man die Drogen bei ihr erwerben könne.

Drogen an Minderjährige

Desweiteren berichteten mehrere vernommene Beamte, dass die 35-Jährige sie während der Hausdurchsuchung massiv beleidigt und bedroht habe und durch Abwehraktionen das Anlegen von Handschellen notwendig machte. Trotz einer Vielzahl an Vorstrafen und einer im August 2018 ausgesprochenen Bewährungsstrafe, bat die Bewährungshelferin der Angeklagten darum, von einer weiteren Freiheitsstrafe abzusehen. Seit der Hausdurchsuchung im Oktober wohne die 35-Jährige bei ihrer Mutter, nehme an einer kombinierten Drogen- und Verhaltenstherapie teil und befinde sich auf dem Weg der Besserung.

In seinem Plädoyer sprach sich der Staatsanwalt gegen den Vorschlag der Bewährungshelferin aus und beantragte zwei Strafen von jeweils neun und zehn Monaten. Da die Angeklagte seit 1998 straffällig sei und sich erst seit kurzem in einer Therapie befinde, sei bisher von keiner positiven Sozialprognose auszugehen.

Wegen des bewussten Verkaufs von Drogen an Minderjährige und glaubwürdigen Zeugenaussagen, schloss sich das Schöffengericht diesem Vortrag an und bestätigte die Freiheitsstrafen. Zudem habe die Angeklagte die Kosten des Verfahrens zu tragen.


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