Entscheidung des Arbeitsgerichtes Versetzter Boll-Betriebsrat aus Meppen darf an seinen alten Arbeitsplatz zurück

Das Arbeitsgericht in Lingen kam zu dem Entschluss, dass der Betriebsratsvorsitzende der Meppener Spedition Boll wieder in seiner alten Tätigkeit im Vertrieb beschäftigt werden muss Foto: David HartmannDas Arbeitsgericht in Lingen kam zu dem Entschluss, dass der Betriebsratsvorsitzende der Meppener Spedition Boll wieder in seiner alten Tätigkeit im Vertrieb beschäftigt werden muss Foto: David Hartmann

Meppen. Mit dem Fall des versetzten Betriebsrates bei der Meppener Spedition Boll hat sich am Mittwoch das Arbeitsgericht in Lingen befasst. Es kam zu dem Entschluss, dass der Mitarbeiter wieder in seiner alten Tätigkeit im Vertrieb beschäftigt werden muss, da der Betriebsrat die Zustimmung zum Wechsel in eine andere Position verweigert hatte.

Für den 65-jährigen Betriebsratsvorsitzenden Wilfried Gödeker ist es ein Sieg, denn er darf nun seine vorherige Tätigkeit wieder aufnehmen. "Es freut mich, dass das Gericht in vielen Bereichen zu meinen Gunsten entschieden hat", sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion. Nur auf sein Einzelbüro habe er aus Sicht des Arbeitsgerichtes keinen Anspruch. Viel wichtiger sei ihm aber das Signal, dass das Urteil aussende, denn in der kommende Woche stünden bei der Meppener Spedition die Betriebsratswahlen an. 

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Dringende betriebliche Gründe

Die Geschäftsleitung von Boll gab auf Nachfrage ebenfalls eine Stellungnahme zu dem Arbeitsgerichtsurteil ab. In dieser wurde nochmals darauf hingewiesen, dass der Wechsel von Gödeker dringende betriebliche Gründe gehabt habe. In einem persönlichen Gespräch sei der Betriebsratsvorsitzende laut Geschäftsführer Jörg Gerdelmann hierüber auch informiert worden und man sei sich einig gewesen. 

Einwilligung zurückgezogen

Das bisherige Einzelbüro von Gödeker erhielt ein Mitarbeiter, der fünf Tage in der Woche im Unternehmen präsent sei. Gödeker selbst sei nur zwei Tage als Außendienstmitarbeiter im Vertrieb tätig. An den verbleibenden drei Arbeitstagen sei er für seine Betriebsratstätigkeiten freigestellt, wofür ihm auch ein separates Betriebsratsbüro zur Verfügung stehe. Im Nachhinein habe zog der Betriebsratsvorsitzende seine Einwilligung zurückgezogen. 

Wahlkampfmaßnahme?

Hinter dem ganzen Sachverhalt vermutet die Geschäftsführung "eine Wahlkampfmaßnahme zu den bald erfolgenden Betriebsratswahlen, anders ist uns das Verhalten nicht erklärbar“, so Gerdelmann. Bis zu den Betriebsratswahlen habe sich der Vorsitzende nun komplett freistellen lassen. 


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