Gemeinsam zur Umweltschule Schüler in Hemsen haben ein großes Ziel

Foto: Matthias EngelkenFoto: Matthias Engelken

Meppen. Mit hohem Engagement arbeiten die Schüler der Grundschule Hemsen daran, als Umweltschule in Europa anerkannt zu werden.

„Ohne großes Engagement geht nichts“, sagt Willi Bednarzick. Der Schulleiter der Grundschule Hemsen ist stolz auf seine Schüler, denn aufgrund ihres Engagements ist die Einrichtung auf dem besten Weg als Umweltschule in Europa anerkannt zu werden. Für dieses Engagement wurden die Kinder nun für den Wettbewerb „Kleine Alltagshelden“ nominiert.

Seit Jahren widmet sich die Grundschule Hemsen den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Was jedoch einst beiläufig neben dem Unterricht behandelt wurde, ist heute fester Bestandteil im Schulleben aller Hemsener Grundschüler. Und selbst nach Schulschluss kümmern sich die jungen Leute darum. Der Schulleiter ist beeindruckt: 


Alle beschäftigen sich damit und versuchen, auch Familie oder Freunde für den Schutz der Natur zu sensibilisieren.


Weil er und seine Kollegen auf solch großes Interesse bei den Kindern stießen, förderten sie dieses, boten Projekttage und ganze Projektwochen an. Gemeinsam wurde eine Imkerei besucht, mit dem Förster Waldspaziergänge absolviert und mit dem Naturschutzbund über verantwortungsvollen Umgang mit der Natur diskutiert. „Dabei wurde auch erörtert, welche Möglichkeiten ein Schulhof bietet“, erzählt Bednarzick. Kaum ausgesprochen, wollten die Kinder auch schon handeln. Gemeinsam bauten sie zusammen mit Eltern und Lehrern Hochbeete, bepflanzt diese mit Gemüse, erstellten ein riesiges Insektenhotel, bestückten es mit Naturmaterialien und bauten in der Folge etliche Vogelhäuser für den Schulhof als auch den heimischen Gärten.  

Foto: Grundschule Hemsen


Dazu nahmen Schüler an Nabu-Vogelzählaktionen teil, eine Igelbehausung wurde gebaut und gleichsam für eine klimafreundliche Bepflanzung an der Gebäudefront gesorgt. „Für alle diese Änderungen erhielten wir Klimaschutzpreise der Stadt Meppen“, sagt der Schulleiter nicht ohne Stolz. Das Geld wurde für Fahrten zum Klimahaus in Bremerhaven und zum Klimazelt im Tierpark Nordhorn verwandt. „Auch auf Wunsch der Kinder“, wie der promovierte Lehrer betont.

Während die Einrichtung nebenher an das Wärmenetz einer örtlichen Biogasanlage angeschlossen wurde und seitdem die Wärme aus regenerativen Rohstoffen bezieht, kümmerten sich die Kinder um die Hochbeete. 


Foto: Stadt Meppen


Neben der Pflege stand auch die Ernte des Gemüses an, verbunden mit der Verköstigung der Erträge. „Anfangs hatten wir Sorge, dass die Hochbeete möglicherweise Vandalismus zum Opfer fallen, oder die Schüler die Lust an der Gartenarbeit verlieren, doch das Gegenteil war der Fall.“ So kümmern sich Kinder auch nachmittags um die Beete, sorgen etwa in trockenen Tagen für Wasser und haben selbst in den Ferien „ihr Gemüse“ im Blick. "Das Engagement ist grandios", meint der Schulchef.  

Eine Fahrt zu einem Bauernhof ermöglichte den Kindern zudem im vergangenen Jahr tiefe Einblicke in die moderne Landwirtschaft. Deshalb ist der Meppener überzeugt: 


Das alles sorgt dafür, dass unsere Kinder schon wahre Experten in Sachen Natur und Umwelt sind.


Dabei freut er sich vor allem darüber, dass der Naturschutz sich in alle Unterrichtsbereiche vertiefen lässt. „In sämtlichen Fächern lassen sich Bezüge finden, dass motiviert die Kinder ungemein“, weiß er aus eigener Erfahrung. Denn nicht nur gebastelt und gemalt wird im Unterricht für das Umweltprojekt, sondern auch geschrieben und berechnet. 


Foto: Engelken


Ganz nach dem Leitsatz „Heute schon für morgen lernen“ möchten sich er und seine Kollegen auch weiterhin mit dem Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit beschäftigen. Dabei haben sie und ihre Schüler ein besonderes Ziel: Die Anerkennung als Umweltschule in Europa. Der Antrag dazu ist eingereicht, Auflagen, so scheint es, sind erfüllt. „Das alles geht aber nur, weil unsere Schüler so grandios mitziehen“, freut sich der Schulleiter über das hohe Engagement der Kinder.

Umweltschule in Europa

Internationale Nachhaltigkeitsschule
Seit 1995 wird das Projekt „Umweltschule in Europa/Internationale Agenda 21-Schule“ in Niedersachsen für alle Schulen angeboten. Es ist mit ca. 400 teilnehmenden Schulen nach Angaben der niedersächsischen Landesschulbehörde das größte schulische Netzwerk in Niedersachsen.
Die Schulgemeinschaften der Umweltschulen verfolgen demnach das Ziel, über einen Zeitraum von zwei Jahren durch konkrete Maßnahmen die Bereitschaft zu umweltgerechtem Verhalten zu erhöhen. Die international abgestimmten Themen sind Energie/Klimaschutz, Recycling/Abfall, Wasser sowie Mobilität, Fairer Handel und Globales Lernen. Eines dieser Themen sollte bei der Teilnahme bearbeitet werden. Darüber hinaus kann jede Schule unter einer Vielzahl von Themen wählen.



Auch deshalb wurden sie für den Wettbewerb „Kleine Alltagshelden 2018“ nominiert. Gesucht werden beim Wettbewerb – organisiert von den Freiwilligenagenturen und -zentren, den Familienzentren sowie dem Landkreis Emsland, dem EL-Kurier und der Meppener Tagespost – Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 15 Jahren, die sich im vergangenen Jahr in besonderer Weise für Mitmenschen eingesetzt haben oder ehrenamtlich aktiv sind. Für alle Teilnehmer gibt es etwas zu gewinnen. So unterstützen die Volksbanken Raiffeisenbanken im nördlichen Emsland und die AOK Emsland/Grafschaft Bentheim die Aktion.


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