Ausschuss befürwortet Konzept Kreis Emsland will Elektromobilität vorantreiben

Die Lademöglichkeiten für Elektro-Autos im Emsland sollen nach Plänen des Landkreises erweitert werden. Foto: dpa/Christophe GateauDie Lademöglichkeiten für Elektro-Autos im Emsland sollen nach Plänen des Landkreises erweitert werden. Foto: dpa/Christophe Gateau

Meppen. Der Ausschuss für Kreisentwicklung des Landkreises Emsland hat sich mit einem kommunalen Konzept zur Elektromobilität beschäftigt. Die Verwaltung erhielt den Auftrag, es weiter umzusetzen.

Nicht nur die Bundesregierung hat sich vorgenommen, die Zahl der Elektrofahrzeuge zu erhöhen. Auch der Landkreis Emsland arbeitet an diesem Ziel und will in seinem Wirkungsbereich Mobilität zukunftsorientiert weiterentwickeln. Vor diesem Hintergrund ist ein kommunales Elektromobilitätskonzept erarbeitet worden. Der Ausschuss für Kreisentwicklung hat das Konzept nun mehrheitlich befürwortet und die Verwaltung mit der weiteren Umsetzung beauftragt.

Ein Schwerpunkt des Konzepts ist der bedarfsgerechte Ausbau der Ladeinfrastruktur im Emsland. „Damit wird die Nutzerakzeptanz für E-Fahrzeuge gesteigert“, sagt der für Kreisentwicklung zuständige Dezernent, Michael Steffens. „Bedenken, die Reichweite sei zu gering, lassen sich durch die Bereitstellung von ausreichenden und zugänglichen Lademöglichkeiten verringern.“

Förderung initiiert

Der Landkreis Emsland hat daher eine Förderung ins Leben gerufen, die die Errichtung öffentlicher, halböffentlicher und privater Ladesäulen unterstützt. Bisher wurden für zwölf Standorte Zuwendungen für eine halböffentliche Ladeinfrastruktur und für 25 Standorte für eine private Ladeinfrastruktur abgerufen.

Sie ergänzen die bislang im Emsland vorhandenen Ladesäulen an 26 Standorten, wobei an einem Standort unter Umständen mehrere Ladesäulen eingerichtet sein können. „Es ergibt sich damit ein sehr gutes Verhältnis von Ladesäule zu E-Fahrzeug von 1:6. Die Nationale Plattform Elektromobilität weist einen Bedarf von 1:10 aus“, erläutert Steffens.

Ausbau der Ladestationen

Um hier noch besser zu werden, wurden an den Kreishäusern in Meppen vier weitere, überwiegend öffentliche Ladesäulen mit mehreren Lademöglichkeiten sowie zehn intern zu nutzende Ladesäulen eingerichtet. Weitere neue öffentliche Ladesäulen sind in diesem Jahr an Kreisliegenschaften wie den Berufsbildenden Schulen und Sportanlagen geplant.

Klaus Fleer (SPD) sprach sich besonders für den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur zuhause aus: „Hierfür sollten auch die privaten Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern genutzt werden, damit der Solarstrom direkt in das E-Auto eingespeist werden kann.“

Zahl der E-Fahrzeuge steigt

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Umstellung des kreiseigenen Fuhrparks – wo es sinnvoll erscheint – auf E-Fahrzeuge sowie die Nutzung der Fahrzeuge als Stromspeicher. Inzwischen werden von den insgesamt 80 Dienst-Pkw 17 rein elektrisch und zwei mit Hybrid angetrieben. „Bei insgesamt 184 gemeldeten reinen E-Fahrzeugen im Landkreis Emsland macht der Anteil der Kreisverwaltung daran neun Prozent aus“, sagt Steffens.

Gemeinsam mit den Hybridfahrzeugen ergibt sich eine Summe von 882 E-Pkw im Landkreis Emsland, das sind rund 0,5 Prozent des gesamten emsländischen Pkw-Bestands von 195.804 Fahrzeugen (Stand: Januar 2019). Ausschussmitglied Georg Raming-Freesen (CDU) befürworte das vorgelegte Konzept: „Die Tätigkeiten der Kreisverwaltung mit der Umstellung des eigenen Fuhrparks auf nun rund 20 E-Fahrzeuge ist ein nachahmenswertes Vorbild“, sagte er.

Studie zu Elektro-ÖPNV

Beim Teilkonzept des elektrischen öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) lag der Fokus auf der Erstanalyse des Einsatzes von batterie-elektrischen Bussen im vorhandenen ÖPNV-Linienbetrieb. „Wir haben geeignete Linien ausgemacht, auf denen nun während einer Studie im Realbetrieb Informationen gesammelt werden und der tatsächliche E-Bus-Einsatz simuliert wird“, erläutert Steffens. Sollte die Studie positiv ausfallen, kann eine Strecke als Pilotlinie auf Elektroantrieb umgestellt werden. „Die vollständige Umstellung der Busflotte ist ein langfristiges Ziel, auf das schrittweise hingearbeitet werden muss“, sagt Steffens.

Wichtig sei es weiterhin auch, durch eine entsprechende Information, Öffentlichkeitsarbeit und Beratung die Bürgerinnen und Bürger über E-Mobilität aufzuklären.


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