Adick in Ruhestand verabschiedet Meppener Zivilrichter mit viel Herzblut legt Robe ab

Geschenke und Urkunde zum Abschied von Bernhard Adick (Mitte) von Landgerichtspräsidient Thomas Veen und Amtsgerichtsdirektorin Anette Schneckenberger. Foto: Hermann-Josef MammesGeschenke und Urkunde zum Abschied von Bernhard Adick (Mitte) von Landgerichtspräsidient Thomas Veen und Amtsgerichtsdirektorin Anette Schneckenberger. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Seit 36 Jahren ist Bernhard Adick als Richter am Amtsgericht Meppen tätig. Der 65-jährige ist nach außen das Gesicht der Justizbehörde. Dabei war er als Richter ausschließlich für landwirtschaftliche und zivilrechtliche Angelegenheiten zuständig.

Am Donnerstag hat ihn Landgerichtspräsident Dr. Thomas Veen offiziell in den Ruhestand verabschiedet: "Sie können sehr stolz auf das Geleistete sein", sagte Veen. Dabei landete Adick als gebürtiger Ibbenbürener eher zufällig in Meppen. Er studierte Jura in Münster und legte dort laut dem durchaus etwas neidischen klingenden Landgerichtspräsidenten eine "schönes Examen mit einer vorzüglichen Benotung" ab.

Richter Bernard Adick. Foto: Hermann-Josef Mammes

Da das Land Nordrhein-Westfalen zur damaligen Zeit einen Einstellungsstopp für Juristen im Staatsdienst verhängt hatte, bewarb sich Adick in Niedersachsen. Gleich nach seiner ersten beruflichen Station am Landgericht Osnabrück erfolgte sein "Amtsantritt vor fast genau 36 Jahren" in Meppen. Der "echte Emsländer", wie Veen Adick titulierte, erwarb sich mit der Zeit einen hervorragenden Ruf. Auch die Anwälte würden über den Zivilrichter nur Gutes berichten. "Ihr Qualitätsmerkmal war ihr sehr gründlicher und präziser Umgang mit der Rechtssprechung", so der Landgerichtspräsident. Adick habe immer wirklich recht gesprochen, sei nie umständlich und damit nah am Menschen gewesen. Sein Wissen gab er nach der Wiedervereinigung im Rahmen des "Aufbaus Ost" während eines längeren Einsatzes in Dessau an die Beschäftigten des dortigen Landgerichtes weiter.

Landgerichtspräsident Thomas Veen (rechts) verabschiedete Bernhard Adick. Foto: Hermann-Josef Mammes

Auch das Landgericht Osnabrück habe dies zu schätzen gewusst. Bei Berufungsangelegenheiten wusste man, dass "Adick fast immer Recht gesprochen hatte". 2000 übernahm der heute 65-Jährige den Posten des stellvertretenden Amtsgerichtsdirektors. Seine Direktorin Anette Schneckenberger dankte ihm "für sein kollegiales Wirken". Die Kollegen schätzten seine "zuverlässige, freundliche und hilfsbereite Art". Zudem sei Bernhard Adick "immer einer der schnellsten Richter gewesen". 60 Prozent seiner Fälle arbeitete er binnen drei Monaten ab. Große Verdienste erwarb er sich in der Referendarausbildung von rund angehenden 50 Juristen. Er sei Zivilrichter mit Herzblut gewesen, dem die Arbeit viel Spaß bereitete. 

Zivilrichter mit Herzblut

Der Meppener blieb sich auch bei seinem Abschied treu und hielt keine lange Rede über seine Person, sondern stellte das gute Miteinander im Amtsgericht in den Mittelpunkt. Zudem bot er an, in Zukunft gerade in landwirtschaftlichen Rechtsfragen mit Rat und tat den Kollegen zur Seite zu stehen.


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