Bewährungsstrafe erhalten Harener landet wegen Streits um Handy vor Gericht

Von Gerd Albers

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Der Disput um ein Handy mündete in einer handfesten Auseinandersetzung, über die schließlich vor dem Meppener Amtsgericht verhandelt werden musste. Foto: Michael GründelDer Disput um ein Handy mündete in einer handfesten Auseinandersetzung, über die schließlich vor dem Meppener Amtsgericht verhandelt werden musste. Foto: Michael Gründel

Meppen. Vom Vorwurf des Raubs in Tateinheit mit Körperverletzung hat das Amtsgericht Meppen einen Harener freigesprochen. Der 46-Jährige wurde jedoch wegen Nötigung und einfacher Körperverletzung zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt. Ausgelöst worden war all das durch einen Streit um ein Handy.

Angeklagt war der aus den Niederlanden stammende Mann wegen Raubes in Tateinheit mit einer Körperverletzung. Er war von seiner ehemaligen Lebensgefährtin angezeigt worden.

Nach der Trennung des Paares im August 2018 gab es zwischen den beiden Streit wegen eines Handys, das der Beschuldigte seinerzeit der Lebensgefährtin überlassen hatte. Sie wiederum ging von einer Schenkung aus und betrachtete es als ihr Eigentum. Die verbale Auseinandersetzung zwischen den beiden mündete in eine handfeste Rangelei, in deren Verlauf der Angeklagte das Smartphone gewaltsam an sich brachte.

Geschenkt oder nicht?

Der Angeklagte erklärte, dass er das Mobiltelefon seiner damaligen Freundin nur zu Nutzung überlassen und es ihr keineswegs geschenkt habe . Zudem habe Übereinstimmung über die Rückgabe bestanden. In einem Chat an den Tagen vor dem Vorfall habe sie ihm zugesichert, dass er sein Eigentum aus der gemeinsamen Wohnung holen könne und sie ihm auch sein Handy zurückgeben würde. Diesen Chatverlauf hatte er sich ausdrucken lassen und legte ihn dem Gericht als Beweis vor.

Die Geschädigte, die als Zeugin aussagte, erklärte dem Gericht, dass der Angeklagte ihr das Handy damals geschenkt habe und sie es als ihr Eigentum betrachte. Er habe kein Recht gehabt, ihr das Telefon zu rauben. Als das Gericht ihr den Chatverlauf vorhielt, in dem sie erwähnt hatte, dass das Smartphone ihm gehören würde und sie bereit sei, es ihm zurückzugeben, bestritt sie, es so geschrieben zu haben und hielt den Chatverlauf für gefälscht. Bei der Rangelei sei sie nicht unerheblich verletzt worden und habe aufgrund der Prellungen Schmerzen gehabt.

Eine Zeugin, die die Rangelei beobachtet hatte, konnte dem Gericht lediglich bestätigen, dass es zu dieser Auseinandersetzung gekommen sei, jedoch nicht eindeutig sagen, wem das Telefon wirklich gehörte. Ein weiterer Zeuge, der mit dem Paar befreundet gewesen war, sagte aus, er sei davon ausgegangen, dass der Angeklagte das Handy geschenkt habe. Letzte Sicherheit konnte aber auch er nicht geben.

Nötigung mit einfacher Körperverletzung

Um tatsächlich einen Raub zu begehen, muss einwandfrei feststehen, dass der Gegenstand nicht im Eigentum des Täters steht. Dieser Nachweis ließ sich hier nicht erbringen, weshalb nunmehr von einer Nötigung mit einfacher Körperverletzung ausgegangen werden konnte. Dies sah auch die Staatsanwältin so und plädierte dafür, eine Geldstrafe in Höhe von 2800 Euro gegen den Mann zu verhängen.

Der Verteidiger sah das anders. Zwar räumte er ein, dass der Angeklagte die Ex-Freundin körperlich verletzt habe, allerdings in ganz geringem Maße. Er beantragte, eine Verwarnung auszusprechen, zumal sein Mandant noch nie strafrechtlich in Erscheinung getreten sei.

Das Schöffengericht schloss sich weitgehend dieser Meinung an, hielt aber eine Geldstrafe von 2400 Euro für angemessen. Diese habe der Angeklagte jedoch nicht zu zahlen, wenn er sich zwei Jahre straffrei führe.


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