Ausschuss stimmt höheren Kita-Investitionen zu Kreis Emsland greift für Nachwuchs tiefer in die Tasche

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Baukräne an bestehenden oder künftigen Kindertagesstätten, wie hier in Sögel, sind derzeit im Emsland ein häufiger Anblick. Der Landkreis will seine Investitionen in diesem Bereich erhöhen. Foto: Lambert BrandBaukräne an bestehenden oder künftigen Kindertagesstätten, wie hier in Sögel, sind derzeit im Emsland ein häufiger Anblick. Der Landkreis will seine Investitionen in diesem Bereich erhöhen. Foto: Lambert Brand

Meppen. Für die Förderung von Kindertagesstätten soll der Landkreis Emsland mehr Geld in die Hand nehmen. Das hat der Ausschuss für Jugendhilfe und Sport einstimmig empfohlen.

Die finanzielle Unterstützung durch Bund, Land, Kreis Emsland und Kommunen ermöglichte es im vergangenen Jahr in der Region, insgesamt 315 neue Betreuungsplätze für Kinder im Alter von unter drei Jahren zu schaffen. Weitere 250 Betreuungsplätze stehen seitdem den Kindern über drei Jahren zusätzlich zur Verfügung. Diese Investitionen förderte der Landkreis mit insgesamt 2,89 Millionen Euro.

Viele Baukräne

„Es gibt fast keinen Ort im Emsland ohne einen Baukran an der Kita“, illustrierte Erster Kreisrat Martin Gerenkamp dem Jugendhilfeausschuss. Dank des vermehrten Ausbaus an Plätzen in den vergangenen Jahren können mittlerweile bis zu 12 700 Kinder in den emsländischen Kitas betreut werden. Doch die Kinderzahlen steigen weiter, besonders durch Zuzug, weshalb diese Plätze künftig nicht reichen werden. So haben die Kommunen für 2019 insgesamt 39 Krippenbauvorhaben und 18 Neubauten oder Erweiterungen im Kindergartenbereich angemeldet. Zusätzlich wurden 18 Vorhaben angekündet, bei denen eine Sanierung, ein Umbau oder eine Erweiterung um Nebenräume geplant sind.

Aktuell bezuschusst der Landkreis neu geschaffene Betreuungsplätze für Krippen- und Kindergartenkinder mit 30 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten bis maximal 330.000 Euro je Gruppe, erklärte Gerenkamp. Mittlerweile zeichne sich aber in der Baubranche ein Preisanstieg ab, weshalb die Obergrenzen angepasst werden müssten.

Neue Fördersätze für Kindertagesstätten im Emsland. Quelle: Landkreis Emsland, Grafik: NOZ/Heiner Wittwer


Das Erweitern einer Einrichtung um eine Krippengruppe mit 15 Betreuungsplätzen für Unter-Dreijährige oder um eine Kindergartengruppe mit 25 Plätzen für Kinder ab drei Jahren kostet im Schnitt 350 000 Euro. Um die Städte und Gemeinden zu entlasten, schlägt die Kreisverwaltung daher vor, die Investitionsobergrenze auf 350.000 Euro zu erhöhen.

Erhöhung der Obergrenzen

Im Bereich der Erweiterung der Kitas um notwendige Nebenräume wird die Investitionsobergrenze entsprechend von 240.000 Euro auf 255.000 Euro heraufgesetzt. Der Zuschuss für mögliche Maßnahmen beträgt nun maximal 63.750 Euro statt 60.000 Euro. Auch bei Neubauten von Krippenhäusern mit zwei oder drei Gruppen sind wegen der Baupreisentwicklung höhere Investitionsobergrenzen geplant. Sie sollen bei einem zwei-gruppigen Krippenhaus bei 883.000 Euro und bei einem dreigruppigen Krippenhaus bei 1.132.100 Euro liegen.

Der Ausschuss stimmte den Plänen geschlossen zu. „Das ist absolut sinnvoll investiertes Geld“, kommentierte Michael Koop (CDU). Auch Klaus Fleer (SPD) bekräftigte, die Investitionen in die Kitas seien „dringend erforderlich“. Sofern der Kreistag sein Okay gibt, sollen die neuen Beträge rückwirkend ab Jahresbeginn gelten.


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