Zuschüsse für Kunstrasen in der Kritik Diskussion über Leitfaden zur Sportförderung im Emsland

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Kunstrasen ist wegen möglicher Gesundheitsrisiken durch Gummigranulat-Füllung in der Kritik. Auch im Sportausschuss des Landkreises Emsland kam dies zur Sprache. Symbolfoto: dpaKunstrasen ist wegen möglicher Gesundheitsrisiken durch Gummigranulat-Füllung in der Kritik. Auch im Sportausschuss des Landkreises Emsland kam dies zur Sprache. Symbolfoto: dpa

Meppen. Eine neue Richtlinie für die Sportförderung im Landkreis Emsland ist vom Ausschuss für Jugendhilfe und Sport per Mehrheitsbeschluss auf den Weg gebracht worden. Uneinigkeit herrschte dabei in mehreren Punkten, beispielsweise, als es um das Thema Kunstrasenplätze ging.

Der Landkreis Emsland unterstützt die Sportvereine und Kommunen in der Region unter anderem beim Sportstättenbau finanziell. Welche Vorhaben wann und in welcher Höhe bezuschusst werden, war früher in den Sportförderrichtlinien des Kreises festgelegt, die 1992 außer Kraft traten. Seither wurde dies verwaltungsintern in den „Grundlagen der investiven Sportförderung“ geregelt. Auf Antrag der FDP-Fraktion beauftragte der Kreistag nun aber im Dezember 2018 die Verwaltung, eine neue Sportförderrichtlinie zu erarbeiten. Wie Erster Kreisrat Martin Gerenkamp dem Ausschuss erläuterte, wurden im Wesentlichen die besagten Grundlagen in schriftliche Form gebracht, wobei es auch Änderungen und Ergänzungen gab.

Im Kern umfasst der Leitfaden folgende Regelungen: Förderanträge stellen dürfen die Kommunen des Kreises sowie die Sportvereine und -fachverbände, wenn sie dem Kreissportbund Emsland (KSB) angehören. Bei Neubau, Umbau oder Sanierung von Sportstätten kann ein Zuschuss von 20 Prozent der förderfähigen Kosten gewährt werden. Anders als bislang kann es auch Fördergelder für den Tennissport, Trainingsplätze und zwei Kunstrasenplätze je Kommune geben. Davon ausgeschlossen bleiben etwa Versammlungsräume, Überdachungen sowie Hallen- und Freibäder. Auch Vorhaben im Reit-, Schieß-, Golf- und Luftsport sowie im Motorsport werden nicht gefördert.

Ergänzung abgelehnt

An den genannten Ausschlusskriterien stößt sich die FDP-Kreistagsfraktion: „Uns geht die Richtlinie nicht weit genug“, erklärte Marion Terhalle. So richtig es sei, nun den Tennissport zu berücksichtigen, sollten auch den weiterhin ausgeschlossenen Sportarten Fördermöglichkeiten eingeräumt werden. Ebenfalls, so die Forderung der FDP, sollte eine Bezuschussung nicht an eine Mitgliedschaft im KSB gekoppelt werden. Eine Option auf Zuschüsse für alle Disziplinen forderten auch die SPD-Vertreter, die überdies eine Obergrenze bei 150 000 Euro pro Förderung wünschten. Den Antrag der Sozialdemokraten, die Richtlinien entsprechend zu ergänzen, lehnte die Ausschussmehrheit jedoch ebenso ab wie die zusätzlichen Wünsche der FDP.

Eine Nein-Stimme erhielten die Richtlinien von Günter Buss (Grüne), „da wir grundsätzlich der Förderung von Kunstrasenplätzen nicht zustimmen“. Jürgen Broer (SPD) forderte, sicherzustellen, dass hier eine Gesundheitsgefahr auszuschließen ist. Die Einwände hingen mit der Diskussion zusammen, ob die auf manchen Kunstrasenplätzen verwendete Gummigranulat-Füllung krebserregend sein kann. KSB-Geschäftsführer Günter Klene erklärte, seines Wissens sei kein Kunstrasenplatz im Emsland betroffen, da als Einfüllmaterial auch Quarzsand verwendet werde: „Keiner unserer emsländischen Vereine nimmt eine Gesundheitsschädigung in Kauf.“ Die Richtlinie zur Sportförderung tritt mit Wirkung zum Jahresbeginn in Kraft – vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistags.


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