Tragische Geschichten Schüler lernen durch Präventionsprojekt Gefahren im Verkehr kennen

Von Noah Brelage

Im Theater des Windthorst Gymnasium konnten sich rund 400 Schüler das Bühnenprogramm von „Abgefahren –  wie krass ist das denn“ ansehen. Foto: Noah BrelageIm Theater des Windthorst Gymnasium konnten sich rund 400 Schüler das Bühnenprogramm von „Abgefahren – wie krass ist das denn“ ansehen. Foto: Noah Brelage

Meppen. Verkehrsunfälle passieren nicht einfach so, sie haben eine Ursache. Besonders bei Fahranfängern sind diese Ursachen oft Ablenkungen vom Fahren, Leichtsinn oder alkoholischer Einfluss. Darüber will die Polizeiinspektion Emsland/ Grafschaft Bentheim junge Fahrer aufklären.

Im Windthorst Gymnasium wurde deshalb direkt und emotional den Schülern des Windthorst Gymnasiums, der BBS Meppen und des Gymnasiums in Haren gezeigt, welche Konsequenzen Verkehrsunfälle haben können.

Verlorene Freunde

18- bis 24-jährige Verkehrsteilnehmer haben noch immer das mit Abstand höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr. Im Jahr 2017 allein verunglückten in Deutschland insgesamt 65 000 junge Männer und Frauen dieser Altersgruppe im Straßenverkehr, davon waren für fast 500 von ihnen die Unfälle tödlich. Doch Zahlen und Statistik reichen für gewöhnlich nicht aus, um zu verdeutlichen, was hinter diesen Zahlen wirklich steckt: tragische Geschichten von verlorenen Freunden, aus den Fugen geratenen Familien und professionellen Ersthelfern, die durch Arbeitserfahrungen wie diesen selbst an ihre Grenzen kommen.

Notfallseelsorger und Unfallopfer

Diese Geschichten bilden das Hauptaugenmerk des Präventionsprogramms „Abgefahren – wie krass ist das denn“. Unter anderem erzählen lokale Polizeibeamte, Notärzte, Notfallseelsorger und Unfallopfer von ihren Erfahrungen mit Verkehrsunfällen. Sie schildern schonungslos und emotional mit regionalem Bezug und Unterstützung durch Fotos und Filmsequenzen, die von den Unfällen gemacht wurden.

Hilfskräfte stumpfen nicht ab

„Die Betroffenen, besonders die Hilfskräfte, stumpfen durch solche Erfahrungen nicht ab, sondern lernen lediglich damit umzugehen.“, sagt Projektkoordinator Klaus Wermeling. „Es ist eine schreckliche Erfahrung, die ich niemandem wünsche.“

Dieter Rothlübbers, ebenfalls Projektkoordinator, ist überzeugt von den Eindrücken, die die Schüler erfahren:“ Die Redner erzählen von Unfällen, die sich in der Region zugetragen haben. Das hat dann plötzlich einen ganz realen Bezug. Die Schüler können sich selbst in der Position der Opfer vorstellen.“

Nicht nur im Emsland ist dieses Projekt vertreten. Ursprünglich entstand es in England und wurde in Teilen von Deutschland weiterverarbeitet.


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