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Bilanz der Arbeitsagentur für Januar 2019 Zahl der Erwerbslosen im Emsland saisonbedingt gestiegen

Saisonal bedingt gab es im Januar 2019 an Ems und Vechte mehr Erwerblose als im Vormonat. Symbolfoto: Sonja Wurtscheid/dpaSaisonal bedingt gab es im Januar 2019 an Ems und Vechte mehr Erwerblose als im Vormonat. Symbolfoto: Sonja Wurtscheid/dpa

Meppen. Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen an Ems und Vechte liegt zum Jahresanfang im saisonal üblichen Rahmen. Im Emsland und in der Grafschaft Bentheim waren im Januar 6924 Menschen ohne Job – 598 oder 9,5 Prozent mehr als im Dezember 2018.

Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Arbeitsagentur Nordhorn ist damit auf 2,7 Prozent gestiegen, blieb aber weiter deutlich unter dem Vorjahreswert von 3,2 Prozent. „Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen, insbesondere bei den Männern, ist saisonal bedingt und liegt im üblichen Rahmen. Allerdings haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger Menschen arbeitslos gemeldet“, erläutert Hans-Joachim Haming, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nordhorn, die aktuelle Entwicklung.

Typische Entwicklung

„In vielen Außenberufen kann derzeit nur eingeschränkt gearbeitet werden. Dies erklärt den höheren Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Männern“, so Haming. „Hinzu kommt, dass zum Jahreswechsel viele befristete Arbeitsverhältnisse enden.“ Diese beiden Effekte seien für diese Jahreszeit typisch und würden sich in den nächsten Monaten wieder relativeren.

„Wir gehen optimistisch in das neue Jahr. Für qualifizierte Bewerber gibt es genügend neue Jobchancen“, sagt der Arbeitsmarktexperte. „Auf der anderen Seite wird es für Betriebe immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden. Der Fachkräftemangel ist weiterhin ein Risiko für die Entwicklung des Arbeitsmarktes.“

Stellenmarkt

Im Januar zeigten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit Nordhorn 1166 offene Stellen an. Das sind 132 oder 10,2 Prozent weniger als im Vormonat und 167 oder 12,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Stellenzugänge kamen vor allem aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Gesundheits- und Sozialwesen und dem Handel. Insgesamt gab es im Januar 6005 Stellen, über deren Besetzung noch nicht endgültig entschieden war.

Entwicklung nach Rechtskreisen und Regionen

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III / Arbeitslosengeld I) und in der steuerfinanzierten Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II / Arbeitslosengeld II) verlief im Januar im Vergleich zum Vormonat tendenziell gleich. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nahm die Zahl der Erwerbslosen gegenüber dem Vormonat um 584 oder 19,1 Prozent auf 3645 Personen zu. Bei den für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcentern ist die Arbeitslosenzahl im Januar gegenüber dem Vormonat um 14 bzw. 0,4 Prozent auf 3279 Personen gestiegen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Entwicklung in beiden Rechtskreisen ebenfalls tendenziell gleich. In der Arbeitslosenversicherung wurden 252 Personen oder 6,5 Prozent weniger gezählt; bei den Jobcentern waren es 912 Personen bzw. 21,8 Prozent weniger.

Region Emsland

Im Emsland waren im Monat Januar insgesamt 4882 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote stieg auf 2,7 Prozent (plus 0,4 Prozent). Verglichen mit dem Vormonat erhöhte sich die Zahl um 593 Personen (plus 13,8 Prozent). Betrachtet man den Agenturbezirk insgesamt, so hatte die Geschäftsstellen Meppen mit 2,4 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote, gefolgt von den Geschäftsstellen Lingen und Sögel mit 2,6 Prozent, der Hauptagentur Nordhorn mit 2,7 Prozent sowie der Geschäftsstelle Papenburg mit 3,1 Prozent.

Entwicklung nach Personengruppen

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren im Januar saisonbedingt mehr Männer als Frauen betroffen. Mit 3705 arbeitslose Männer waren 366 mehr im Bestand als im Dezember. Bei den Frauen war eine Erhöhung von 232 auf insgesamt 3219 Personen zu verzeichnen. Der Anteil der Männer an allen Arbeitslosen betrug 53,5 Prozent, der der Frauen lag bei 46,5 Prozent. Der Anteil der Jugendlichen an den Arbeitslosen betrug 10,2 Prozent. Die Arbeitslosenzahl stieg um 68 auf 705 Personen. Das ist gegenüber dem Vormonat ein Plus von 10,7 Prozent.

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur Arbeitslosenstatistik werden auch Daten zur Unterbeschäftigung veröffentlicht. Dazu zählen die gesetzlich definierten Arbeitslosen sowie Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind, etwa in Maßnahmen beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten und Sonderregelungen für Arbeitslose. Die Unterbeschäftigung umfasste im Agenturbezirk nach vorläufigen Angaben im Januar 11.146 Personen.


Im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel verweist Hans-Joachim Haming auf die Fachexperten des Arbeitgeber-Service bei der Agentur für Arbeit, die für individuelle Beratung der Betriebe bereit stehen und alternative Wege der Personalakquise aufzeigen. Beratungstermine können telefonisch unter 0800/4555520 vereinbart werden.

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