Frellichtbühne gibt Besetzung bekannt "Saturday Night Fever": Das ist der Tony von Meppen

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Filmgeschichte: John Travolta und Karen Gorney tanzen in einer Disco in einer Szene aus "Saturday Night Fever". Auf der Freilichtbühne Meppen übernimmt Brian Lüken die Hauptrolle. Archivfoto: APFilmgeschichte: John Travolta und Karen Gorney tanzen in einer Disco in einer Szene aus "Saturday Night Fever". Auf der Freilichtbühne Meppen übernimmt Brian Lüken die Hauptrolle. Archivfoto: AP

Meppen . Disco als Lebensgefühl. Der Film „Saturday Night Fever“ löste vor 41 Jahren eine Tanzwelle aus. Was John Travolta als Tony Manero da zur Musik der Bee Gees aufs Parkett legte, faszinierte die Massen. Die Meppener Freilichtbühne möchte das in diesem Sommer auch. Sie spielt das Musical als Hauptstück. Tony wird von Brian Lüken dargestellt.

Viele junge Männer schmissen sich samstagnachts in Schale, tanzten sich die Seele aus dem Leib – in der Hoffnung, ihnen würden die Mädchen scharenweise zu Füßen liegen. Das will auch Brian Lüken. Er spielt bei der Inszenierung von „Saturday Night Fever“ auf der Meppener Freilichtbühne in diesem Sommer die Hauptrolle. 

In der „Addams Family“ spielte Brian Lüken 2018 den langweiligen und ungruftigen Lukas Beineke in Meppen. Foto: Carola Alge

Dem hiesigen Publikum ist Lüken aus der „Addams Family“ im Jahr 2018 noch in bester Erinnerung. In dem umjubelten Kult-Gr(M)usical spielte er überzeugend den langweiligen, ganz und gar ungruftigen Wednesday-Freund Lukas Beineke und sorgte für einen der darstellerischen Spots.

Als Piccolo war Brian Lüken (links) neben Kellner Leopold (Joachim Goltz) auch im "Weißen Rössl" in Meppen zu sehen. Archivfoto: Reinhard Fanslau

Regisseurin Iris Limbarth entschied sich für den 29-Jährigen aus Lingen als männlichen Hauptdarsteller, „weil ich immer zuerst schaue, ob wir einen Darsteller im eigenen Ensemble haben, der die Rolle sehr gut spielen kann. Und Brian ist ein toller Typ, der sich sehr gut bewegen kann und eine tolle Stimme und Ausstrahlung hat.“

Regisseurin Iris Limbarth (rechts bei einer Probe zur "Addams Family") sieht in Brian Lüken "einen tollen Typ, der sich sehr gut bewegen kann und eine tolle Stimme und Ausstrahlung hat.“ Foto: Carola Alge

Lüken sieht die Rolle Tony als Herausforderung. „Gerade tänzerisch werde ich diese Saison sichtlich viel an mir arbeiten, um den für seine tänzerischen Einlagen im Klub bekannten jungen Mann so darzustellen, wie die Rolle es verdient hat“, sagt der Theaterpädagoge im Gespräch mit unserer Redaktion. 


Foto: Jörn Tallen


"Es wird interessant, einen Weg zu finden, ihn spielerisch gut darzustellen, da ich in den Vorjahren meist ein anderes Rollenprofil in den Inszenierungen von Iris Limbarth übernommen habe“. Brian Lüken über seine Rolle als Tony

Er ist überwiegend an Schulen unterstützend für das Fach Darstellendes Spiel tätig, leitet Theater-AGs und arbeitet musikalisch mit Jugendlichen im Jugendzentrum „Alter Schlachthof“ Lingen. Mit Blick auf Tony werde es auch interessant, „einen Weg zu finden, ihn spielerisch gut darzustellen, da ich in den Vorjahren meist ein anderes Rollenprofil in den Inszenierungen von Iris Limbarth übernommen habe“.

Die Rolle der Stephanie Mangano an Lükens Seite wird mit Anneke Brunekreeft vom Staatstheater Nürnberg als Gast besetzt. Foto: Staatstheater Nürnberg

Mit „Saturday Night Fever“ wagt sich die Meppener Freilichtbühne an den wohl legendärsten Tanzfilm, der die große Discowelle mit einleitete. In der neuen Version von Ryan McBryde und mit deutschen Dialogen von Anja Hauptmann wird das Publikum in das Jahr 1976 zurückversetzt. In Brooklyn, New York, hat Tony Manero, der beruflich in einer Sackgasse steckt und herausragend tanzen kann, nur ein Ziel für sein Leben: König der Disco zu werden. Als er Stephanie trifft, die ebenfalls davon träumt, endlich aus Brooklyn rauszukommen, beschließen beide, gemeinsam für einen Tanzwettbewerb zu trainieren. Ihr Leben ändert sich auf einen Schlag. 

Die Filmmusik der Bee Gees zu "Saturday Night Fever" gehört mit Titeln wie „Stayin’ Alive“, „Night Fever“ und „How Deep Is Your Love“ zu den meistverkauften Soundtracks aller Zeiten. Archivfoto: Imago

Disco-Welle ausgelöst

Der Film prägte Ende der 1970er-Jahre eine ganze Generation und löste weltweit eine Disco-Welle aus, die sich in der Musik, der Mode und dem Lebensstil der Jugendlichen widerspiegelte. Die Filmmusik der Bee Gees mit Titeln wie „Stayin’ Alive“, „Night Fever“ und „How Deep Is Your Love“ gehört zu den meistverkauften Soundtracks aller Zeiten. Hauptdarsteller John Travolta brachte seine filmische Leistung eine Oscar-Nominierung und Weltruhm ein.

Weiterer Gast bei „Saturday Night Fever“ ist Tim Speckhardt vom Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Dort wirbelte er in der „Saturday“-Inszenierung 2017 als Tony über die Bühne. Foto: Andreas Etter

Von den Akteuren des Hauptstücks der Saison 2019 wird gesanglich wie tänzerisch alles abverlangt. „Wir haben in diesem Jahr ein sehr tanzintensives Musical. Die Schritte müssen einem ins Blut übergehen. Aber auch musikalisch ist es ein anspruchsvolles Stück, denn die tenorlastigen Musiknummern stellen eine Herausforderung dar“, erklärt Limbarth.

„Wir haben in diesem Jahr ein sehr tanzintensives Musical. Die Schritte müssen einem ins Blut übergehen" Iris Limbarth, Regisseurin der Meppener Freilichtbühne

Die Rolle der Stephanie Mangano an Lükens Seite hat sie mit Anneke Brunekreeft vom Staatstheater Nürnberg als Gast besetzt. Nach einer Ausbildung im klassischen Ballett und Modern Dance an der Basel Dance Academy absolvierte sie den Studiengang Musical an der Folkwang Universität der Künste. Schon während des Studiums stand Brunekreeft auf verschiedenen Bühnen. Sie wirkte unter anderem in „Fame“ am Theater Basel mit, in „Hello Again“ im Rathaustheater Essen, als Harem-Girl und Ursula in „Sunset Boulevard“ an der Oper Dortmund und der Oper Bonn. Zuletzt führte sie ein Engagement in „Zwei hoffnungslos verdorbene Schurken“ an das Theater Heilbronn.

•„I love Rock‘N‘Roll“: Julia Felthaus (3.v.l.) in "Flashdance" mit großer Röhre. Foto: Carola Alge

Weiterer Gast bei „Saturday Night Fever“ ist Tim Speckhardt vom Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Er teilt sich die Rolle des Double J., The Faces, mit dem Meppener Ulrich Kaßburg. In Wiesbaden wirbelte Speckhardt in der „Saturday“-Inszenierung 2017 als Tony über die Bühne. Kaßburg brillierte 2018 in Meppen in der „Addams Family“ als Gomez, Oberhaupt des schrägen, im Grusel-Gemäuer im New Yorker Central Park lebenden Clans. Den Clan-Chef gab er mit Witz, Entertainerqualität und gesanglich hörenswerten Nummern.

In "Flashdance" deutete Brian Lüken sein tänzerisches Können an. Foto: Carola Alge

Julia Felthaus, die in „Addams“ Gomez’ Gattin Morticia divenhaft und bestimmend, aber auch mit Sinn für Humor und einer Wahnsinnsstimme Gestalt gab, übernimmt im neuen Hauptstück die Rolle der Klubsängerin Gloria. In „Flashdance“ spielte sie 2017 die Tänzerin Tess. Die Leading-Lady des Freilichtbühnen-Ensembles kam mit gewaltiger Stimme daher und sorgte vor allem gesanglich für Höhepunkte der Produktion.

Unglücklich in Tony verliebt

Marina Kotte übernimmt die Rolle der Annette, die unglücklich in Tony verliebt ist. In der Disco lernt er eines Tages die etwas ältere Stephanie kennen und beschließt, statt (wie versprochen) mit Annette lieber mit ihr an einem großen Tanzwettbewerb teilzunehmen.

„Saturday Night Fever“ feiert am Samstag, 29. Juni 2019, 20 Uhr, Premiere. Tickets gibt es unter Tel. 0 18 02/88 12 18. Mehr Infos: https://www.freilichtbuehne-meppen.de/




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