Freilichtbühne gibt Besetzung bekannt "Saturday Night Fever": Das ist der Tony von Meppen

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Meppen . Disco als Lebensgefühl. Der Film „Saturday Night Fever“ löste vor 41 Jahren eine Tanzwelle aus. Was John Travolta als Tony Manero da zur Musik der Bee Gees aufs Parkett legte, faszinierte die Massen. Die Meppener Freilichtbühne möchte das in diesem Sommer auch. Sie spielt das Musical als Hauptstück. Tony wird von Brian Lüken dargestellt.

Viele junge Männer schmissen sich samstagnachts in Schale, tanzten sich die Seele aus dem Leib – in der Hoffnung, ihnen würden die Mädchen scharenweise zu Füßen liegen. Das will auch Brian Lüken. Er spielt bei der Inszenierung von „Saturday Night Fever“ auf der Meppener Freilichtbühne in diesem Sommer die Hauptrolle. In der „Addams Family“ stellte er 2018 den langweiligen und ungruftigen Lukas Beineke in Meppen dar.

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Dem hiesigen Publikum ist Lüken aus der „Addams Family“ im Jahr 2018 noch in bester Erinnerung. In dem umjubelten Kult-Gr(M)usical spielte er überzeugend den langweiligen, ganz und gar ungruftigen Wednesday-Freund Lukas Beineke und sorgte für einen der darstellerischen Spots. Als Piccolo war Brian Lüken  auch im "Weißen Rössl" in Meppen zu sehen. 

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Regisseurin Iris Limbarth entschied sich für den 29-Jährigen aus Lingen als männlichen Hauptdarsteller, „weil ich immer zuerst schaue, ob wir einen Darsteller im eigenen Ensemble haben, der die Rolle sehr gut spielen kann". 


Ausbildung mit 14 Jahren begonnen

Iris Limbarth begann bereits im Alter von 14 Jahren ihre Ausbildung als Ballettelevin am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Nach Abitur und Bühnenreife-Diplom arbeitete sie zunächst als Tänzerin und Musicaldarstellerin an verschiedenen Theatern. Anschließend studierte sie Philologie sowie vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaften in Mainz. Parallel dazu legte sie ab 1995 den Grundstein für ihre Karriere als Choreografin unter anderem.an den Theatern in Stralsund/Greifswald, Deutsches Theater Göttingen, am Theater Osnabrück, an der Staatsoperette Dresden, am Schauspiel Frankfurt, Theater Zwickau, Theater Augsburg, Theater Regensburg, Staatstheater Wiesbaden, Staatstheater Karlsruhe und an den Vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach. Neben verschiedenen Regieassistenzen im Musiktheater erweiterten mehrere Workshops in New York und London ihr Spektrum.
Seit 1999 arbeitet sie überwiegend als Regisseurin für Musiktheater unter anderem.am Theater Nordhausen, am Staatstheater Wiesbaden, am Eduard von Winterstein Theater Annaberg, an der Landesbühne Wilhelmshaven, an den Landestheatern Schwaben Memmingen und Coburg, am Theater Bielefeld, am Deutschen Theater München, an der Alten Oper Frankfurt, am Colosseum Theater Essen, am Staatstheater Schwerin und am Nationaltheater Windhoek/Namibia. In der Spielzeit 2000/01 übernahm sie die Leitung des mittlerweile als Talentschmiede geltenden Jungen Staatsmusicals am Staatstheater Wiesbaden, wo sie zwei Musicals pro Spielzeit inszeniert.
Ihre dorige Inszenierung von „Jesus Christ Superstar“ wurde 2001 zu den Hessischen Theatertagen am Staatstheater Kassel eingeladen. Für ihre Inszenierung der Uraufführung des Musicals "Superhero” von Anthony McCarten und Paul Graham Brown wurde sie 2015 in den Kategorien Beste Regie und Beste Choreografie für den Deutschen Musical Theater Preis nominiert. Sie schrieb die Musicalrevue „We like it hot“ für die Eröffnungsspielzeit der Wartburg des Hessischen Staatstheaters, die Schlagerrevue „Sweets for my sweet“ und die Beatlesrevue „Yellow Submarine“ für das Landestheater Schwaben in Memmingen. „Sweets for my sweets“ lief auch im Rahmenprogramm der Bayerischen Theatertage 2005 in Memmingen. In der Spielzeit 2006/2007 übernahm Iris Limbarth die künstlerische Leitung der Emsländischen Freilichtbühne Meppen, wo sie seitdem ebenfalls zwei Musicals pro Saison inszeniert.



"Und Brian ist ein toller Typ, der sich sehr gut bewegen kann und eine tolle Stimme und Ausstrahlung hat", findet die künstlerische Leiterin.

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Lüken sieht die Rolle Tony als Herausforderung. „Gerade tänzerisch werde ich diese Saison sichtlich viel an mir arbeiten, um den für seine tänzerischen Einlagen im Klub bekannten jungen Mann so darzustellen, wie die Rolle es verdient hat“, sagt der Theaterpädagoge im Gespräch mit unserer Redaktion. 


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Er ist überwiegend an Schulen unterstützend für das Fach Darstellendes Spiel tätig, leitet Theater-AGs und arbeitet musikalisch mit Jugendlichen im Jugendzentrum „Alter Schlachthof“ Lingen. 


"Es wird interessant, einen Weg zu finden, ihn spielerisch gut darzustellen, da ich in den Vorjahren meist ein anderes Rollenprofil in den Inszenierungen von Iris Limbarth übernommen habe“.


Mit Blick auf Tony werde es für Lüken auch interessant, „einen Weg zu finden, ihn spielerisch gut darzustellen, da ich in den Vorjahren meist ein anderes Rollenprofil in den Inszenierungen von Iris Limbarth übernommen habe“. 

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Mit „Saturday Night Fever“ wagt sich die Meppener Freilichtbühne an den wohl legendärsten Tanzfilm, der die große Discowelle mit einleitete. In der neuen Version von Ryan McBryde und mit deutschen Dialogen von Anja Hauptmann wird das Publikum in das Jahr 1976 zurückversetzt. In Brooklyn, New York, hat Tony Manero, der beruflich in einer Sackgasse steckt und herausragend tanzen kann, nur ein Ziel für sein Leben: König der Disco zu werden. Als er Stephanie trifft, die ebenfalls davon träumt, endlich aus Brooklyn rauszukommen, beschließen beide, gemeinsam für einen Tanzwettbewerb zu trainieren. Ihr Leben ändert sich auf einen Schlag. 

Die Filmmusik der Bee Gees zu "Saturday Night Fever" gehört mit Titeln wie „Stayin’ Alive“, „Night Fever“ und „How Deep Is Your Love“ zu den meistverkauften Soundtracks aller Zeiten. 

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Disco-Welle ausgelöst

Der Film prägte Ende der 1970er-Jahre eine ganze Generation und löste weltweit eine Disco-Welle aus, die sich in der Musik, der Mode und dem Lebensstil der Jugendlichen widerspiegelte. Die Filmmusik der Bee Gees mit Titeln wie „Stayin’ Alive“, „Night Fever“ und „How Deep Is Your Love“ gehört zu den meistverkauften Soundtracks aller Zeiten. Hauptdarsteller John Travolta brachte seine filmische Leistung eine Oscar-Nominierung und Weltruhm ein. Weiterer Gast bei „Saturday Night Fever“ in Meppen ist Tim Speckhardt vom Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Dort wirbelte er in der „Saturday“-Inszenierung 2017 als Tony über die Bühne. 

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Von den Akteuren des Hauptstücks der Saison 2019 in Meppen wird gesanglich wie tänzerisch alles abverlangt. „Wir haben in diesem Jahr ein sehr tanzintensives Musical. Die Schritte müssen einem ins Blut übergehen. Aber auch musikalisch ist es ein anspruchsvolles Stück, denn die tenorlastigen Musiknummern stellen eine Herausforderung dar“, erklärt Limbarth.





Die Rolle der Stephanie Mangano an Lükens Seite hat sie mit Anneke Brunekreeft vom Staatstheater Nürnberg als Gast besetzt. Nach einer Ausbildung im klassischen Ballett und Modern Dance an der Basel Dance Academy absolvierte sie den Studiengang Musical an der Folkwang Universität der Künste. Schon während des Studiums stand Brunekreeft auf verschiedenen Bühnen. Sie wirkte unter anderem in „Fame“ am Theater Basel mit, in „Hello Again“ im Rathaustheater Essen, als Harem-Girl und Ursula in „Sunset Boulevard“ an der Oper Dortmund und der Oper Bonn. Zuletzt führte sie ein Engagement in „Zwei hoffnungslos verdorbene Schurken“ an das Theater Heilbronn.

Foto: Saatstheater Nürnberg

Weiterer Gast bei „Saturday Night Fever“ ist Tim Speckhardt vom Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Er teilt sich die Rolle des Double J., The Faces, mit dem Meppener Ulrich Kaßburg. In Wiesbaden wirbelte Speckhardt in der „Saturday“-Inszenierung 2017 als Tony über die Bühne. Kaßburg brillierte 2018 in Meppen in der „Addams Family“ als Gomez, Oberhaupt des schrägen, im Grusel-Gemäuer im New Yorker Central Park lebenden Clans. Den Clan-Chef gab er mit Witz, Entertainerqualität und gesanglich hörenswerten Nummern.

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Julia Felthaus, die in „Addams“ Gomez’ Gattin Morticia divenhaft und bestimmend, aber auch mit Sinn für Humor und einer Wahnsinnsstimme Gestalt gab, übernimmt im neuen Hauptstück die Rolle der Klubsängerin Gloria. In „Flashdance“ spielte sie 2017 die Tänzerin Tess. Die Leading-Lady des Freilichtbühnen-Ensembles kam mit gewaltiger Stimme daher und sorgte vor allem gesanglich für Höhepunkte der Produktion.


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Unglücklich in Tony verliebt

Marina Kotte übernimmt die Rolle der Annette, die unglücklich in Tony verliebt ist. In der Disco lernt er eines Tages die etwas ältere Stephanie kennen und beschließt, statt (wie versprochen) mit Annette lieber mit ihr an einem großen Tanzwettbewerb teilzunehmen.


Wie nah Brian Lüken und die anderen Akteure der Meppener Freilichtbühne am Original von "Saturday Night Fever" agieren, erleben die Besucher zum ersten Mal bei der Premiere am Samstag, 29. Juni 2019 um 20 Uhr. 


Tickets gibt es unter Tel. 0 18 02/88 12 18. Mehr Infos: https://www.freilichtbuehne-meppen.de/


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