Zurück zur Familie Neunjähriger aus Afghanistan erfolgreich in Meppen behandelt

Von David Hartmann

Nach der erfolgreichen Behandlung durch das Ärzte- und Pflegeteam des Meppener Ludmillenstifts kann Abdullah nun zu seiner Familie zurückkehren. Foto: David HartmannNach der erfolgreichen Behandlung durch das Ärzte- und Pflegeteam des Meppener Ludmillenstifts kann Abdullah nun zu seiner Familie zurückkehren. Foto: David Hartmann

Meppen. Nach seinem letzten Kontrollbesuch im Meppener Krankenhaus Ludmillenstift geht es für den neunjährigen Abdullah bald zurück zu seiner Familie in Afghanistan. Über die Einzelfallhilfe der Kinderhilfsorganisation „Friedensdorf International“ konnte eine eiternde, chronische Knochenentzündung des Jungen erfolgreich behandelt werden.

Eigentlich lebt Abdullah mit seiner Familie in Afghanistan. Vor einiger Zeit bekam der Neunjährige Schmerzen in einem seiner Unterschenkel, und es entwickelte sich eine eiternde chronische Knochenentzündung. „Daraufhin wurde Abdullah in seinem Heimatland mehrfach operiert, allerdings konnte die Entzündung dort nicht beherrscht werden“, berichtet Chefarzt Dr. Kai Günsche.

Da für den Neunjährigen keine Besserung in Sicht war, wurde er über die Einzelfallhilfe der Kinderhilfsorganisation „Friedensdorf International“ an das Ludmillenstift in Meppen vermittelt. „Abdullah wurde nach seiner Landung in Düsseldorf direkt mit einem Krankenwagen in unser Krankenhaus gebracht“, erinnert sich der Chefarzt.

Vertrauen gewinnen

Seit über 50 Jahren engagiert sich das Hilfswerk für die Versorgung von Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten, die in ihrer Heimat nicht ausreichend behandelt werden können. Die Behandlungskosten Abdullahs wurden vollständig vom Meppener Krankenhaus übernommen. „Für uns ist es wichtig, erst einmal das Vertrauen des Kindes zu gewinnen, bevor wir die notwendigen medizinischen Maßnahmen durchführen“, berichtet Günsche. „Das Kind ist in einer absoluten Ausnahmesituation, und für unser Team ist es auch nicht alltäglich. Da ist die ganze Behandlung Teamarbeit, bei der es auf jeden Einzelnen ankommt.“

Vor allem spiele das Pflegepersonal eine sehr wichtige Rolle. „Abdullah ist weit weg von seiner Familie und Freunden. Dazu kommen noch die Verletzung und die immense Sprachbarriere. Unsere Kinderkrankenpflegekräfte versuchen, diese Hindernisse zu umschiffen und Brücken zu bauen“, so der Chefarzt.

Modernste Verfahren

Nach der Eingewöhnungszeit, in der der Neunjährige auch von dem Kinderarztteam um Dr. Jan-Gerd Blanke und Dr. Christoph Matthaei betreut wurde, erfolgten mehrere operative Maßnahmen durch die Abteilung für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie unter Günsches Leitung, in der die Knochenentzündungen erfolgreich behandelt werden konnten. „Hierbei wurden modernste Verfahren der septischen Knochenchirurgie, wie die Defektauffüllung von ,bioaktivem Glas‘, angewandt“, erklärt Günsche.

Mittlerweile ist die Knochenentzündung des Neunjährigen vollständig geheilt und Abdullah kann wieder schmerzfrei laufen und spielen. Seit nun schon zwei Monaten wohnt Abdullah im Friedensdorf in Oberhausen, in dem auch andere Kinder aus Afghanistan untergebracht sind. „In diesem Zeitraum waren nur noch ambulante Behandlungen erforderlich“, erklärt Günsche. Anfang dieses Jahres hat Dr. Stefan Bernitzki die Leitung der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin übernommen. „Ich freue mich, diese anspruchsvolle Aufgabe, der wir uns im Ludmillenstift seit vielen Jahren stellen dürfen, mit Herrn Dr. Bernitzki weiterzuführen“, stellt der Chefarzt abschließend fest.


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