19-Jähriger zusammengeschlagen Amtsgericht Meppen verhängt Haftstrafen

Von Gerd Albers

Drei Männer hat das Amtsgericht Meppen wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Foto: Michael GründelDrei Männer hat das Amtsgericht Meppen wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Foto: Michael Gründel

ga Meppen. Weil sie einen 19-Jährigen zusammengeschlagen haben, hat das Amtsgericht Meppen drei Männer wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Angeklagt waren zwei Erwachsene und ein zur Tatzeit Jugendlicher. Der Jugendliche soll laut Staatsanwaltschaft zehn Tage später einen Motorroller unterschlagen haben, was dieser in der Verhandlung einräumte.

Im Oktober 2017, sah der jugendliche Haupttäter, dass seine Schwester sich mit dem 19-Jährigen aus Leer in einem Meppener Lokal zum Essen aufhielt. Er forderte diesen auf, nicht mit seiner Schwester auszugehen. Daraufhin entfernte sich das Paar, um anschließend noch ein Eis, in einem anderen Lokal zu essen.

Laut Anklage gab es folgenden Tathergang: Da der Bruder mit seiner Aufforderung keine Wirkung erzielte, rief er Freunde hinzu und gemeinsam folgte man den beiden in ein Schnellrestaurant. Hier wurde der Freund der Schwester erneut zur Rede gestellt. Zuvor allerdings hatte der junge Mann seinen Vater und Onkel in Haselünne angerufen und um Unterstützung gebeten. Beide trafen dann auch schnell ein. Nach kurzer Beratung ging man gemeinsam auf den Freund los, schlug ihn zusammen und flüchtete anschließend.

Der Jugendliche erklärte, er habe das Recht sich darum zu kümmern, welchen Umgang seine Schwester, insbesondere mit Männern, habe. Er habe darum den Mann aus Leer zur Rede gestellt. Sein Vater und sein Onkel, die ihm zu Hilfe kamen, hätten den Streit auch nicht friedlich schlichten können, schließlich sei es zur handfesten Auseinandersetzung gekommen. Der Leeraner habe angefangen zu schlagen. Vater und Onkel bestätigten diese Version.

Der ärztliche Bericht des Klinikums Leer besagt, dass der Geschädigte eine Nasenbeinbruch, multiple Verletzungen und Prellungen an Kopf und Gesicht davongetragen hat. Er sei danach einige Tage arbeitsunfähig gewesen und leide heute noch zeitweilig unter Kopfschmerzen, sagte der Geschädigte aus. Nachdem Vater und Onkel dazu gekommen seien, hätten die drei sich kurz verständigt und dann gemeinsam auf ihn eingedroschen.

Erinnerungslücken

Ein weiterer Zeuge, der vor der Polizei belastende Aussagen gegen die Angeklagten gemacht hatte, konnte sich vor Gericht an nichts mehr erinnern. Als der Richter ihm seine polizeilichen Aussagen vorhielt, meinte er nur, dass die Polizei etwas falsches aufgeschrieben habe. Er habe jetzt keine Erinnerung mehr an das Geschehen. Als ihn der Vorsitzende auf ein mögliches Verfahren wegen Falschaussage hinwies, machte dies keinen Eindruck. Die Schwester des Angeklagten, die bei der Polizei noch eine Aussage gemacht hatte, machte in der Verhandlung von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Der Hauptangeklagte und sein Onkel sind strafrechtlich vorbelastet, der Vater hatte sich bislang nichts zuschulden kommen lassen. Die Staatsanwältin sah die Anklagevorwürfe als erwiesen an, da sie teilweise von den Angeklagten bestätigt wurden. Sie forderte für den Jugendlichen einen dreiwöchigen Dauerarrest und für Vater und Onkel jeweils sechs Monate Freiheitsstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Die Angeklagten erklärten sich für nicht schuldig.

Das Gericht verurteilte den Haupttäter zu dreiwöchigem Dauerarrest, den Vater zu sechs Monaten und den Onkel zu acht Monaten Freiheitsstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Zudem müssen Vater und Onkel jeweils eine Geldauflage von 500 Euro zahlen. Die Kosten des Verfahrens haben sie zudem zu tragen.


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