Grüne und SPD wollen Schulsportanlage Wohngebiet auf Sportplatz Esterfeld in der Diskussion

Der Sportplatz Esterfeld soll zum Wohngebiet werden. Foto: Ingo HinrichsDer Sportplatz Esterfeld soll zum Wohngebiet werden. Foto: Ingo Hinrichs

Meppen. Durch den Umzug des SV Union Meppen vom alten Waldstadion an der Straße Am Stadtforst zur Versener Straße soll auf dem alten Gelände ein Baugebiet entstehen. Das ist zumindest der Plan der Meppener Stadtverwaltung. Nun wurde das Vorhaben im Planungs- und Bauausschuss der Stadt heiß diskutiert.

Bereits seit drei Jahren ist klar, dass der SV Union aus dem Siedlungsgebiet in Esterfeld an die Versener Straße umziehen will. Im März 2017 hat die Stadtverwaltung das neue Baugebiet auf dem Areal des Waldstadions auf den Weg gebracht – schon damals gab es einige Interessenten für einen Bauplatz. Nun ist der Sportverein in der letzten Phase des Umzugs, über das Baugebiet wird in der Politik jedoch noch immer beraten und teilweise hitzig diskutiert. Letztlich wurde der Entwurf der Verwaltung bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung gebilligt und wird nun im Verwaltungsausschuss weiter beraten. 

Insgesamt 48 Bauplätze

Jürgen Giese klärte die Aussschussmitglieder über die aktuelle Planung der Stadtverwaltung auf. So werde ein allgemeines Wohngebiet geplant, das aus zwei Teilen bestehen soll. Zur Straße Am Stadtforst sollen sieben Bauplätze mit zweigeschossigen Mehrfamilienhäusern bestehen. Mit einem kleinen Fuß- und Radweg soll dann eine Grenze entstehen zu etwa 41 Grundstücke, auf denen Einfamilienhäuser entstehen sollen. 



Innerhalb des Wohngebietes sollen vier Straßen entstehen: drei Zugänge von der Markusstraße, Neelandstraße sowie der Straße Am Stadforst und eine Stichstraße in östliche Richtung mit einem ausreichend großen Wendehammer. Giese erklärte, dass der bestehende Bolzplatz an der Ecke Neelandstraße/Am Stadtforst erhalten bleiben soll. Außerdem plant die Stadt an der Kreuzung der vier Straßen einen Spielplatz, "damit die Kinder in dem Wohngebiet bestens versorgt sind", sagte Giese. Dieser Spielplatz könne dann zu einem zentralen Treffpunkt der neuen Siedlung werden.

Der Bolzplatz am Rande der Anlage soll erhalten werden. Foto: Malte Goltsche


SPD und Grüne wollen Schulsportanlage

4,1 Hektar ist das gesamte Gelände groß und soll, mit Ausnahme des Bolz- und Spielplatzes komplett als Wohngebiet ausgewiesen werden. Das stößt den Fraktionen der SPD und der Grünen sauer auf. Sie hätten gerne einen Teil der Fläche zu einer Schulsportanlage für die Anne-Frank-Schule gemacht. Diese nutzt für ihren Unterricht aktuell das Waldstadion und müsste dann beim Umbau den weiteren Weg zum Sportgelände an der Versener Straße in Kauf nehmen. Außerdem kritisierte Carsten Keetz von den Grünen die geplante Ebnung des Walls mit altem Baumbestand. 

Auch die beiden Nebenplätze am Waldstadion sollen für Wohnhäuser weichen. Mit ihnen auch viele Bäume. Foto: Malte Goltsche


Auch die SPD-Fraktion um Bernhard Kaiser lehnt den Vorschlag der Verwaltung ab. "Wir haben ebenso wie die Grünen für eine Schulsportanlage plädiert" , sagte er. Die Stadt habe die Aufgabe, die Schulen vernünftig auszustatten und "wir vertun hier eine gute Chance die Anne-Frank-Schule schön zu ergänzen." Reiner Fübbeker von der CDU-Fraktion verwies auf den großen Bedarf – und gleichzeitigem Mangel – an Wohnflächen in Meppen. Zur Realisierung des Projektes werde deshalb die gesamte Fläche des Baugebietes benötigt. "Die angedachte Sportfläche ist einfach zu groß, außerdem gehen der Stadt dadurch auch eine Menge Einkünfte verloren", meinte Fübbeker. Kaiser erklärte daraufhin, dass lediglich rund 1000 Quadratmeter für die Schulsportfläche benötigt würden und somit höchstens drei Bauplätze wegfielen.





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