Viele Kommentare nach Facebook-Aufruf Emsländer ärgern sich weiter über liegengebliebene gelbe Säcke

Malte Goltsche und Wilfried Roggendorf

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Wie hier in Meppen-Schwefingen sieht es im Moment in vielen emsländischen Gemeinden aus. Foto: Malte GoltscheWie hier in Meppen-Schwefingen sieht es im Moment in vielen emsländischen Gemeinden aus. Foto: Malte Goltsche

Meppen. Es bleibt ein Ärgernis im gesamten Emsland: trotz regulärer Abholtermine lässt der Entsorger Remondis in vielen Gemeinden des Landkreises die gelben Säcke liegen. Ein Aufruf auf den drei Facebookseiten der Lingener und Meppener Tagespost sowie der Ems-Zeitung brachte über 120 Kommentare der aufgebrachten Bürger.

Mit dem Aufruf wollte die Redaktion direkt von den Menschen erfahren, an welchen Orten die gelben Säcke liegengeblieben sind. Außerdem ging es um Erfahrungen mit dem Unternehmen selbst. 

Ein Ergebnis des Aufrufes ist, dass es vor allem in kleineren Ortschaften im Emsland weiter große Probleme bei der Abfuhr des Wertstoffmülls gibt. So seien im Harener Ortsteil Rütenbrock in diesem Jahr die gelben Säcke noch überhaupt nicht abgefahren worden, schreiben mehrere Facebooknutzer. Während es in Geeste-Dalum sowohl beim ersten als auch beim zweiten Abfuhrtermin zu Problemen gekommen ist, warten die Meppener Ortsteile Rühle und Schwefingen seit Freitag auf die Abfuhr ihres Mülls. In Holte-Lastrup habe es dagegen nach fünf Tagen Verspätung endlich geklappt, berichtet eine Nutzerin mit dem Zusatz: "Lächerlich sowas."

"Entschuldigungen kann keiner gebrauchen"

Auch im südlichen Emsland bleiben nach wie vor viele gelbe Säcke liegen, beispielsweise in der Gemeinde Lengerich. „Letzte Woche Donnerstag wäre regulärer Abfuhrtermin gewesen, aber längst nicht überall in der Gemeinde sind die Säcke abgeholt worden“, klagt Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn. Über das Wochenende habe Lengerich „gelb gesehen“. „Die Entschuldigungen von Remondis kann keiner mehr gebrauchen“, sagt Lühn.

„In Salzbergen läuft es ebenfalls noch nicht zufriedenstellend“, sagt Hubert Rausing, Leiter des Bürgermeisterbüros. Am Freitag war regulärer Abfuhrtag. Bis Montagmittag seien noch 23 Straßen unversorgt gewesen. Im Emsbürener Ortsteil Berge stapeln sich die gelben Säcke ebenfalls. „Hier wurde zweimal in Folge nicht abgeholt“, beschwert sich ein Einwohner bei unserer Redaktion. Den Bereich Rottum im Lingener Ortsteil Bramsche scheint der Entsorger Remondis überhaupt nicht auf dem Schirm zu haben. „Bei uns sind im Januar die gelben Säcke noch nicht einmal abgefahren worden“, sagt eine Einwohnerin. Ähnliche Mitteilungen erreichen unsere Redaktion auf Facebook fast aus dem gesamten Verbreitungsgebiet. „In Gersten-Bregenbeck wurde seit Jahresbeginn noch kein gelber Sack abgeholt“, schreibt beispielsweise ein Facebook-Nutzer. 

(Weiterlesen: Gelbe Säcke: Hat Remondis Versäumnisse im Emsland in Kauf genommen?)

Unternehmen macht Zusagen

Nicht nur der ländliche Bereich ist betroffen: Mitten in der Lingener Innenstadt, beispielsweise am Parkhügel und am Universitätsplatz, warten Berge von gelben Säcken seit Wochen auf ihre Abholung. „Wir haben diese und weitere Standorte in den Stadt- und Ortsteilen, wo noch gelbe Säcke liegen, Remondis gemeldet“, sagt eine Sprecherin der Stadt Lingen. Das Unternehmen habe zugesagt, diese in den nächsten Tagen abzuholen.

Im nördlichen Emsland sind ebenfalls noch viele Straßen von gelben Säcken gesäumt. Facebook-Nutzer berichten auf unseren Aufruf hin von liegengebliebenem Müll in einigen Straßen Papenburgs, Aschendorf, Lorup, Niederlangen und Groß Berßen. Auch im Norden äußern die Menschen ihr Unverständnis für das Unternehmen Remondis. Man könnte die gelben Säcke "sammeln und dann zur Firmenzentrale von Remondis liefern und dort vor dem Eingang abkippen", schlägt Kerstin Rolfes vor.

Nachfuhren bis heute geplant

Remondis-Sprecher Michael Schneider sagte auf Anfrage, dass es sich bei den von den Facebook-Nutzern genannten Gemeinden um Gebiete handelt, die "nach unserem derzeitigen Kenntnisstand bis heute weitestgehend nachgefahren wurden." Aktuell fahre Remondis mit 14 Fahrzeugen, wovon ein Teil die Regelabfuhr unterstütze und ein Teil die Reklamationsfahrten am Folgetag nachfahre. "Für die entlegeneren Höfe und wiederholende Reklamationen haben wir zusätzlich 2 Pritschenwagen eingesetzt, mit denen wir auch abgelegene Häuser schneller erreichen können um die Einzelfälle zu bearbeiten", erklärt Schneider.

In den letzten Tagen häuften sich auch vermehrt Beschwerden über unfreundliche Servicemitarbeiter in der Telefonhotline sowie auf der Straße. Schneider versichert, "dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter grundsätzlich zu einem höflichen und freundlichen Umgang im Bürgerkontakt angehalten werden." Ermittele man einen Mitarbeiter, der sich an diese Richtlinie nicht hält, habe dies eine Ermahnung und im Wiederholungsfall eine Abmahnung zur Folge.


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