Albers-Fläche liegt seit 1989 brach Feuerwehr Meppen soll komplett umziehen

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Hier soll das neue Feuerwehrhaus in Meppen errichtet werden. Foto: google.de/Grafik: Heiner WittwerHier soll das neue Feuerwehrhaus in Meppen errichtet werden. Foto: google.de/Grafik: Heiner Wittwer

Meppen. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Meppen soll umziehen. Vom bisherigen Standort „An der Feuerwache“ geht es an die Nödiker Straße. Das 9.000 Quadratmeter große Areal grenzt direkt an die Bundesstraße 70 an.

Die Stadt wird das Areal im Rahmen des Erbbaurechts von der Familie Albers übernehmen. Wie Bürgermeister Helmut Knurbein der Redaktion sagt, wurden die Anwohner der Nobel- und Einsteinstraße sowie des Robert-Koch-Rings vorab über die Pläne informiert.   

Dabei müsse zuerst über den Planungs- und Bauausschuss sowie den Stadtrat der Bebauungsplan entsprechend geändert werden. Knurbein sieht denn auch den Baubeginn für das Gebäude „im Frühjahr oder Sommer 2020“. Mit den politischen Fraktionen des Stadtrates sei das Projekt bereits besprochen worden. Die Haushaltsmittel für das Bauvorhaben seien ab 2020 vorgesehen.

Tatsächlich wollte Albers auf diesem Areal bis 1989 ein großes Möbelhaus errichten. Erste Pläne aus dem Jahr 1978 sahen ein Möbelzentrum mit 12.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche vor. Viele Anwohner wehrten sich damals gegen das Bauvorhaben. Zuerst wurde die Baustelle im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens still gelegt. 

Der Zeitungsbericht aus der MT vom 7. Dezember 1989 über die damalige Verhandlung des Oberverwaltungsgerichtes. Foto: Hermann-Josef Mammes


Nach einem Lokaltermin entschied der sechste Senat des Oberverwaltungsgerichtes am 6. Dezember 1989 in Meppen, dass es für einen Möbelmarkt und damit für eine "potenziell aggressive Nutzungsform" keine Rechtfertigung gebe. Der Bebauungsplan der Stadt Meppen wurde aufgehoben. Albers musste den Rohbau an dieser Stelle wieder abreißen und realisierte dann später sein Bauvorhaben nicht weit entfernt an der Industriestraße. 

Defensive Bauweise

Seit einigen Jahren gibt es einen gültigen Flächennutzungsplan, der das Areal als Mischgebiet ausweist und eine „massive Bebauung“ erlaubt. Danach könnten hier auch Supermärkte mit entsprechendem Kundenfrequenzen errichtet werden. Während bislang sogar eine dreigeschossige Bebauung möglich wäre, sehen die Entwürfe für das neue Feuerwehrhaus nur eine ein- bzw. nur für den Verwaltungstrakt eine  zweigeschossige Bebauung vor.

Die Luftaufnahme zeigt im Vordergrund die Fläche des zukünftigen Feuerwehrhauses und im Anschluss den Rohbau des neuen Vitus-Gebäudes. Foto: Ingo Hinrichs.


Zudem will die Stadt in Richtung Nobelstraße einen Lärmschutzwall errichten. „Wir glauben, dass dies eine sehr zurückhaltende Lösung ist“, sagt Ester Stadtrat Bernd Ostermann.

Beide Vertreter der Stadt wollen mit zahlreichen Maßnahmen die Belastungen für die Anwohner möglichst gering halten. Die Freiwillige Feuerwehr Meppen verzeichnete im vergangenen Jahr 361 Einsätze, also im Durchschnitt einen pro Tag. 



Darüber hinaus sollen die notwendigen praktischen Übungen nicht auf diesem Areal , sondern auf einem gesonderten Übungsplatz am Rande der Stadt stattfinden. „Nachts wird auf den Einsatz des Martinshorns verzichtet“, verspricht Knurbein. Und nicht nur das: Weiter soll die Ampelschaltung bis zur Bundesstraße 70 bei einem Einsatz für die Feuerwehr automatisch eine grüne Welle auslösen, um auch unnötige Brems- und Anfahrmanöver zu vermeiden.  

Kürzere Fahrzeiten

Zum bisherigen Standort "An der Feuerwache" führte Knurbein aus, dass „er schwer in die Jahre gekommen“ sei. Es stünden umfangreiche Investitionen an. Die Palette reiche von der energetischen Sanierung bis hin zu den unbefriedigenden Umkleiden und Sanitäranlagen. Aber auch Größe der Stellplätze und Tore seien nicht mehr zeitgemäß. Leider benötigten die Einsatzkräfte oft allein drei Minuten Fahrzeit bis sie von der Feuerwache auf die Bundesstraße 70 gelangen. Gerade bein Einsätzen im südlichen Stadtgebiet führe dies zu unnötigen Verzögerungen. So sollen die Einsatzkräfte laut einer Kann-Regel nach 13 Minuten am Einsatzort eintreffen. Insofern sei der Standort an der Nödiker Straße strategisch wesentlich besser. Doch nicht nur das: „Viele Feuerwehrkräfte sind beruflich im dortigen Gewerbe- und Industriegebiet tätig und wären sehr viel Schneller an der Feuerwache“, so Knurbein.

Unterm Strich sei man sehr dankbar, dass sich in Meppen 130 Männer und Frauen ehrenamtlich für den aktiven Feuerwehrdienst engagieren. Sie hätten aber auch ein Recht auf ein "vernünftiges Domizil".   


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