Besuch nach dem Moorbrand SPD für schrittweise Rückkehr zum Schießbetrieb auf der WTD 91


Meppen. Eine Delegation der SPD hat sich auf der WTD 91 in Meppen über die Folgen des Moorbrandes informiert. Die Bundestagsabgeordneten Daniela De Ridder und Wolfgang Hellmich sprachen sich für eine schrittweise Wiederaufnahme des Erprobungsbetriebes in Meppen aus.

Das teilten die stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses De Ridder, Wolfgang Hellmich, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, sowie Johannes Hessel, SPD-Ortsvereinsvorsitzender in Meppen, nun mit. Medienvertreter waren zu dem Besuch auf der Wehrtechnischen Dienststelle offenbar nicht eingeladen.

Einer Pressemitteilung zufolge erfuhren die SPD-Politiker im Gespräch mit dem stellvertretenden Dienststellenleiter, Frank Dosquet, dem Vizeadmiral Carsten Stawitzki sowie dem Brigadegeneral Thorsten Puschmann, „dass die Verantwortlichen viele Maßnahmen ergriffen haben, damit sich eine solche Katastrophe für Menschen und Umwelt nicht wiederholt.“ „Nach dem verhängnisvollen Vorfall im vergangenen Jahr müssen wir noch immer auf das Ergebnis der offiziellen Ermittlungsverfahren warten“, sagte De Ridder. Dennoch sei es ihr wichtig, nicht nur während des Moorbrandes die WTD 91 zu besuchen, sondern auch im Nachgang mit der Dienststelle im engen Austausch zu stehen.

Im Gespräch mit den SPD-Abgeordneten erläuterten die Vertreter der Bundeswehr demnach die unterschiedlichen Arbeitsbereiche der Dienststelle und stellten die „verbesserten Abstimmungsprozesse“ vor: Insbesondere seien die Aufgabe der Leit- und Kontrollstelle der WTD 91, die für die Überwachung der Schießsicherheit zuständig ist, sowie die Methodik zur Risikobewertung thematisiert worden. Bei einer anschließenden Rundfahrt über das Gelände machten sich De Ridder, Hellmich und Hessel selbst ein Bild vom Ausmaß der betroffenen Moorflächen.

Abläufe geprüft

Der Mitteilung zufolge sollen „die internen Arbeits- und Koordinierungsabläufe sowie die Notfallplanung geprüft und verbessert, die Abstimmungsprozesse zwischen Dienststelle und Bundeswehrfeuerwehr optimiert und ein enger Austausch mit der Naturschutzbehörde des Landkreises aufgenommen worden sein. Des Weiteren seien Mitarbeiter der Dienststelle in „Bezug auf die Informationsarbeit“ sensibilisiert worden.

„Es ist gut zu sehen, dass viel getan wird, sodass sich eine neuerliche Katastrophe für Menschen und Umwelt wie nach dem Moorbrand vor wenigen Monaten nicht wiederholen kann“, meinte Wolfgang Hellmich. Verbesserungen bei der technischen Ausstattung, der personellen Situation wie in den Abstimmungsprozessen in der Bundeswehr würden angegangen. „Das ist gut so.“

„Phasenweise Wiederaufnahme“

Auf der Grundlage der laufenden Auswertung der Ereignisse sei unter Federführung der Abteilung Ausrüstung des Bundesministeriums der Verteidigung ein Konzept zur phasenweisen Wiederaufnahme des Erprobungs- und Schießbetriebes in Meppen erarbeitet worden. Deren Fortschritt hänge vor allem von der Gewährleistung des Brandschutzes ab. Über die schrittweise Rückkehr zum regulären Schieß- und Erprobungsbetrieb wird sukzessive entschieden“, hieß es.

De Ridder, Hellmich und Hessel zeigten sich einig, dass die WTD 91 ihre Arbeit schnell wieder voll aufnehmen können sollte. Dies sei sowohl im Interesse der bundespolitischen Sicherheitspolitik aber auch im Interesse der Bundeswehr, die auf die Arbeit der WTD angewiesen sei. „Es geht dabei auch um die Überlebensfähigkeit unserer Soldatinnen und Soldaten“. Auch für den Landkreis Emsland sei die Wehrtechnische Dienststelle mit ihren rund 850 Mitarbeitern von hoher Bedeutung.

Derweil hat die Bundesregierung auf Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Katja Keul mitgeteilt, für den Fall, dass der für das Feuer ursächliche Schießversuch aus Brandschutzgründen verschoben worden wäre, keine Konventionalstrafe hätte gezahlt werden müssen. Allerdings hätte früheren Berichten zufolge eine Testverschiebung wohl rund 500.000 Euro gekostet.


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