Investition von 3,1 Millionen Euro Dach wie eine Fledermaus: So soll die Freilichtbühne Meppen bald aussehen

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Die Überdachung könnte so aussehen. Diese Form favorisieren Stadt und Freilichtbühne zurzeit. Sie wahrt den Blick in die Natur. Grafik: FreilichtbühneDie Überdachung könnte so aussehen. Diese Form favorisieren Stadt und Freilichtbühne zurzeit. Sie wahrt den Blick in die Natur. Grafik: Freilichtbühne 

Meppen. Der Kostenaufwand ist immens: 3,1 Millionen Euro hat die Stadt Meppen in ihrem Etat für die Überdachung der Freilichtbühne Meppen vorgesehen. Die Baumaßnahme soll nach Ende der Spielzeit 2019 beginnen und bis zur neuen Saison 2020 abgeschlossen sein.



Trotz des Wetterschutzes für Besucher und Akteure soll der Charakter der Naturbühne erhalten bleiben.

Wie Fledermausflügel überspannt die Konstruktion Zuschauerbereich und Bühne. Foto: Sonnenberg

Überlegungen für eine Überdachung der Meppener Freilichtbühne gibt es schon lange. Bereits 2006/2007 wurde intensiv über eine Überdachung nachgedacht. Unter Abwägung der Kosten und der damaligen Zuschauerentwicklung wurde das Projekt zunächst zurückgestellt. Außerdem wollte man damals sehen, was eine Überdachung der Nachbarbühnen in Lohne und Ahmsen bringt.

Im Laufe der Jahre nahm der Starkregen allerdings zu. Aufführungen fielen ihm in Meppen zum Opfer. In der Spielzeit 2015 zum Beispiel musste die Bühne drei Aufführungen absagen; mehrere Aufführungen fanden trotz Regens statt. 2016 gab es lediglich drei Abendaufführungen, während der es nicht regnete. Darüber hinaus mussten wegen des Wetters kurzfristig Schulaufführungen morgens gegen 7 Uhr abgesagt werden.

Stellten die Planungen vor: Nothard Kaßburg (v. l.), Helmut Knurbein, Wilhelm Gößling und Jürgen Lilge. Foto: Carola Alge

Wetterkapriolen

Die Wetterkapriolen schlugen sich in den letzten Jahren naturgemäß auf die Zuschauerauslastung der Emsländischen Freilichtbühne nieder. Lag sie 2012 noch bei 59,5 Prozent und 2013 bei 54 Prozent, waren es 2015 44,6 und 2016 42 Prozent. Zum Vergleich: Bühnen mit Überdachung liegen bei Auslastungen von 75 Prozent.

Wie eine Fledermaus wirkt die künftige Überdachung der Meppener Freilichtbühne. Sie wird mit Stahlseilen befestigt. Grafik: Freilichtbühne

Der Ruf nach einer Überdachung der im Amphitheaterstil angelegten Meppener Bühne wurde lauter, um die wirtschaftlichen Risiken aufgrund schlechten Wetters zu reduzieren und zusätzliche kulturtouristische Angebote beim Ausbau der touristischen Infrastruktur zu erschließen. Er wurde von der Stadt Meppen erhört. 

"Wir wollen kein reines Scheunendach, sondern eine Konstruktion, die den Charakter der Naturbühne erhält"Helmut Knurbein, Bürgermeister der Stadt Meppen

Sie ist Bauträger der anstehenden Großbaumaßnahme. Die Überdachung sieht, wie Bürgermeister Helmut Knurbein und Bauamtsleiter Wilhelm Gößling im Beisein des Vorsitzenden der Meppener Freilichtbühne, Jürgen Lilge, und dessen Stellvertreter Nothard Kaßburg im Gespräch mit unserer Redaktion erläuterten, nicht nur einen Schutz der Zuschauerränge, sondern auch der Bühne vor. Um den Charakter der Naturbühne zu erhalten, wollen die Meppener bewusst, so der Verwaltungschef, „kein reines Scheunendach, sondern eine Konstruktion, die den Charakter der Naturbühne erhält und den Blick in den Wald wahrt". Einen Kahlschlag werde es definitiv nicht geben. 

Durch die offene Bauweise gibt die Dachkonstruktion den Blick weiter in die Natur frei. Foto: Sonnenberg

Gedacht ist an ein Membrandach, das mit Stahlseilen und -stützen gesichert wird. Sie würde nach dem jetzigen Planungsstand fünf Meter über den ebenfalls einbezogenen Oberweg am Technikturm ragen und über der Bühne eine Höhe von knapp 20 Metern erreichen. Das Dach in Rombenform (Scheddach) spannt sich in dieser Variante wie ein Fledermausflügel mit etwa 2000 Quadratmetern Grundfläche über das Areal und hat ein Gewicht von zwei Tonnen. 


Stahlseile und -stützen

Da die Membranstruktur relativ weich ist, würde das lichtdurchlässige, von hinten nach vorn ansteigende Dach, das wie eine über der Anlage schwebende riesige Fledermaus wirkt, auch bei Regen eine gute Akustik gewährleisten. Es gilt zudem als sturmsicher. Beleuchtungstraversen werden darunter angebracht.

Zu den von der Stadt Meppen zur Verfügung gestellten 3,1 Millionen Euro für das Dach kommen Kosten für die Infrastruktur darunter, also für Traversen, Ton und Beleuchtung. Hierfür sind weitere 500.000 Euro notwendig, die die Bühne aufbringen muss.

„Es wird bis auf die Zuschauersitze alles leer geräumt“Jürgen Lilge, Vorsitzender der Freilichtbühne Meppen, zu den Arbeiten nach der Saison 2019

Erste Vorarbeiten seitens der Bühne sollen unmittelbar nach Ende der Spielzeit, in der als Hauptstück das Musical „Saturday Night Fever“ aufgeführt wird, Anfang September erfolgen. „Es wird bis auf die Zuschauersitze alles leer geräumt“, so Lilge. Die Erdarbeiten könnten, spielt das Wetter mit, ab Oktober starten. Die einzelnen riesigen Membranteile der Überdachung werden vor Ort miteinander verschweißt. Fertigstellung ist voraussichtlich Frühjahr 2020. Das bedeutet, dass die Spielschar ihre Proben für das Programm 2020 verlegen und auch Teile der Bühne an anderem Ort bauen muss. „Es wird für uns alle eine große Herausforderung, aber auch eine sehenswerte Lösung, mit der die Geräuschbelastung der Aufführungen für die Anwohner weiter reduziert werden soll“, so Knurbein.


Hervorragendes Angebot

Die Freilichtbühne Meppen sieht der Rathauschef als einen wichtigen Bestandteil des kulturellen Lebens im Emsland, die mit künstlerisch hochwertigen Aufführungen begeistere. Die anstehende Überdachung vervollständige das hervorragende Angebot und sorge für ein wetterunabhängiges Highlight in den regionalen Veranstaltungskalendern.

Künstlerisch hochwertig sind die Aufführungen der Meppener Freilichtbühne. 2017 begeisterte sie mit dem Musical "Flashdance". Foto: Carola Alge



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