WTD sah nur geringe Brandgefahr 100 Schadensfälle zum Moorbrand in Meppen reguliert

Von Hermann-Josef Mammes

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Die Löschraupe der Bundeswehrfeuerwehr war nicht durchgehend einsatzfähig. Foto: Marcus Rott/BundeswehrDie Löschraupe der Bundeswehrfeuerwehr war nicht durchgehend einsatzfähig. Foto: Marcus Rott/Bundeswehr

pm/ma Meppen. Die Bundestagsfraktion „Die Linke“ hat an die Bundeswehr in Sachen Moorbrand 47 Fragen gerichtet. Mit den Antworten sind sie nicht zufrieden. „Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat seinerzeit öffentlichkeitswirksam Besserung gelobt, aber davon ist nichts zu sehen“, kritisieren Tobias Pflüger und Kathrin Vogel.

Der Katalog der beiden Abgeordneten umfasst 47 Fragen. Die Antworten des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Silberhorn (CSU) ziehen sich auf über 300 Seiten hin, darunter auch lange detaillierte Auflistungen der einzelnen Schießübungen aller Truppenübungsplätze der Bundeswehr in Deutschland. (Weiterlesen: Wer trägt die Schuld am Moorbrand in Meppen?)

WTD erlaubt Waffentests

So war Anlass der Schießkampagne auf der WTD 91 in Meppen eine „Hard- und Softwaremodifikation am Unterstützungshubschrauber TIGER, mit der die Nutzung von 70 Millimeter-Raketen von den äußeren Waffenstationen des Hubschraubers ermöglicht werden soll“. Dabei habe die WTD 91 in Meppen die Waffentests allein genehmigt. Die Waldbrandgefahr sei als gering eingestuft worden. Konkret gingen die Verantwortlichen von Stufe zwei (geringe Gefahr, zweitniedrigste Stufe) auf einer Skala bis fünf aus. Das Unternehmen Airbus Helicopters, das die Tests im Auftrag der Bundeswehr durchführte, habe „keinen Druck“ auf die WTD 91 ausgeübt. (Weiterlesen: Feuerwehr kämpft weiter gegen Moorbrand)

Gesundheit nicht gefährdet

Auf die Frage nach möglichen Gesundheitsgefährdungen beim Moorbrand antwortete der CSU-Politiker: „Zu keinem Zeitpunkt des Moorbrandes in Meppen, auch nicht an den Tagen der höchsten Brandintensität und höchsten Rauchentwicklung, hat nach den Erkenntnissen der Bundeswehr eine akute Gefahrensituation für die Bevölkerung oder die Einsatzkräfte durch Schadstoffe in der Luft bestanden.“ Die Luftmessungen selbst starteten demnach am 18. September. (Weiterlesen: Ehemaliger Erprobungsleiter kritisiert Vorgehen vor Moorbrand in Meppen)

Sechs Brände am ersten Tag

Auch zum Brand selbst nahm der Staatssekretär Stellung. Danach entstanden nach dem Erprobungsschießen am 3. September an sechs Stellen Brände „in unwegsamen, munitionsbelasteten Gelände“. Zusätzlich zu den Feuerlöschfahrzeugen war anfangs auch eine Feuerlöschraupe im Einsatz. Die Brandbekämpfung sei dann „aus Sicherheitsgründen“ am ersten Tag um 20.30 Uhr eingestellt worden. Am 4. September starten die Einsatzkräfte um 8 Uhr mit dem Löschen des Feuers. „Um 11.51 fiel die Löschraupe durch einen technischen Defekt aus“, so die Antwort des Bundesverteidigungsministeriums. Und weiter heißt es: „Durch ungünstige Witterungsbedingungen konnte sich das Feuer an den Brandstellen dann weiter ausbreiten.“ (Weiterlesen: Bislang kein Schießbetrieb auf WTD 91 in Meppen)

Auch zu den Folgen befragten die Linken-Politiker die Bundeswehr. Inzwischen lägen 211 Anträge auf Schadensersatz beim Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr vor. 100 Schadensfälle seien bereits reguliert worden. Allein 30 Schadensfälle beträfen die Landwirtschaft. Unterdessen wies der Staatssekretär daraufhin, dass die Bundeswehr keine Ausgleichsmaßnahmen für das beim Moorbrand freigesetzte CO² plant.


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