Lösung für Barriereproblem finden Sozialverband Emsland kritisiert Busunternehmen Levelink

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Der Meppenerin Heike Janssen wird der Einstieg in den Bus an der Haltestelle „Rühlerfeld Erdölbetriebe“ verweigert. Foto: Harry de WinterDer Meppenerin Heike Janssen wird der Einstieg in den Bus an der Haltestelle „Rühlerfeld Erdölbetriebe“ verweigert. Foto: Harry de Winter

Meppen. Dass die Meppenerin Heike Janssen nicht mehr mit dem Bus fahren darf, weil sie als Rollstuhlfahrerin an einer nicht barrierefreien Haltestelle einsteigen muss, hat beim Sozialverband Deutschland (SoVD) im Emsland für Unverständnis und Kritik gesorgt.

„Vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention muss allen Menschen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden“, sagt Christiane Bentlage, Geschäftsführerin des SoVD-Kreisverbands Emsland. Dazu gehöre selbstverständlich auch der barrierefreie Zugang zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es sei vor diesem Hintergrund problematisch, einen Menschen mit einer Behinderung einfach an der Bushaltestelle stehenzulassen, findet Bentlage.

Die auf einen Rollstuhl angewiesene Heike Janssen darf nicht mehr an der Haltestelle „Rühlerfeld Erdölbetriebe“ einsteigen, weil diese nicht barrierefrei ausgebaut ist ( wir berichteten). „Es ist eine unbefriedigende Situation für den Fahrgast“, hatte Rainer Levelink, Geschäftsführer des Unternehmens, erklärt. „Aber der Einstieg ist für Rollstuhlfahrer derzeit einfach zu gefährlich und so nicht erlaubt. Wir bräuchten mindestens einen erhöhten Fußweg, aber den gibt es dort nicht.“ Ohne diesen sei die Steigung der für den Einstieg notwendigen Rampe einfach zu steil für Rollstuhlfahrer. Christiane Bentlage kritisiert dies: „Damit wird Frau Janssen diskriminiert“, macht die Kreisgeschäftsführerin deutlich.

Der Verantwortung gerecht werden

Öffentliche Verkehrsmittel seien vor allem für Menschen mit einer Gehbehinderung von großer Bedeutung, die im ländlichen Raum leben. Sie stellen für mobilitätseingeschränkte Personen häufig die einzige Möglichkeit dar, um von den kleineren Ortschaften in die größeren Zentren zu gelangen, sofern ein Pkw nicht vorhanden ist oder nicht benutzt werden kann. „Dies bringt eine entsprechende Verantwortung der Betreiber des öffentlichen Personennahverkehrs gegenüber den Betroffenen mit sich, der ein Unternehmen wie die Firma Levelink gerecht werden muss“, sagt Bentlage.

Statt sich hinter rechtlichen Vorschriften zu verstecken, müsse das Unternehmen einen anderen Weg finden, damit Heike Janssen mit dem Bus fahren könne. Die Anschaffung einer geeigneten Rampe oder ein Hublift als Übergangslösung könnten Abhilfe schaffen. Angebote gebe es hierfür genug.

Auch die Stadt Meppen stehe laut Bentlage in der Pflicht, an einer tragfähigen Lösung mitzuarbeiten. „Es wäre schön, wenn der barrierefreie Ausbau dieser Haltestelle schnell in Angriff genommen wird“, so Bentlage. Es stelle sich nicht die Frage, wie stark die Haltestelle frequentiert werde, sondern wer diese nutze. „Wenn Frau Janssen wegen ihrer Behinderung durch die nicht barrierefreie Bushaltestelle benachteiligt wird, ist der zügige barrierefreie Ausbau sehr gut zu rechtfertigen“, erklärt die SoVD-Kreisgeschäftsführerin.


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