Typisierung in Arztpraxis möglich Neuer Anlaufpunkt für potenzielle Stammzellspender in Meppen

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Ein Herz für Hilfesuchende: Das Team der Hausarztpraxis Osterloh in Meppen mit den Leukin-Vertreterinnen bei der Einrichtung des neuen Service-Points. Foto: Tim GallandiEin Herz für Hilfesuchende: Das Team der Hausarztpraxis Osterloh in Meppen mit den Leukin-Vertreterinnen bei der Einrichtung des neuen Service-Points. Foto: Tim Gallandi 

Meppen. Wer sich in Meppen für eine mögliche Stammzellspende typisieren lassen möchte, hat seit Neuestem drei Anlaufpunkte: Die Hausarztpraxis von Britta und Andreas Osterloh ist nun der dritte sogenannte Service-Point des Vereins Leukin, der an Krebs erkrankten Menschen hilft.

Bei Leukämie und anderen bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems kommt es auf schnelle Hilfe an. Für viele Betroffene ist eine Stammzellspende die letzte oder einzige Hoffnung aufs Überleben, jedoch finden höchstens 30 Prozent der Patienten einen geeigneten Spender in ihrer Familie. Alle übrigen müssen darauf bauen, einen Fremdspender zu finden.

Die gemeinnützige Organisation DKMS hilft bei der Suche: In ihren Dateien sind mehr als 5,8 Millionen potenzielle Stammzellspender registriert. Unterstützt wird die DKMS wiederum von Leukin, dessen ehrenamtliche Mitarbeiter sich dafür einsetzen, dass die Spenderdatei wächst. Denn je mehr Menschen sich haben typisieren lassen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden.

Bedarf besteht somit immer. „Alle 45 Minuten erkrankt jemand in Deutschland an Leukämie“, beziffert Christa Lindenberg. Sie ist 2. Vorsitzende des in Ostrhauderfehn ansässigen Vereins Leukin, der die DKMS seit 22 Jahren mit Daten möglicher Stammzellspender beliefert. Leukin wirbt für Typisierungen, organisiert und finanziert sie: „Jede Typisierung kostet 35 Euro, weshalb wir auf Spenden angewiesen sind“, sagt Lindenberg.

Stäbchen rein, Spender sein: Lucas Becke (Mitte) und Lukas Lambers ließen sich anlässlich der Typisierungsaktion am 16. Dezember 2018 in Meppen bei Helferin Alina Deimann typisieren. Foto: Harry de Winter


Große Aufmerksamkeit erfuhr jüngst eine Typisierungsaktion, bei der ein Stammzellspender für den an einer lebensbedrohlichen Erbkrankheit leidenden, acht Monate alten Paul aus Meppen gesucht wurde. Bei der Vorbereitung der Aktion erwähnte die Vereinsvorsitzende Anna Fennen, dass Leukin nach einem weiteren Service-Point im Zentrum der Kreisstadt suche. Durch den Bericht unserer Redaktion wurden die Osterlohs darauf aufmerksam und entwickelten die Idee, ihre Praxis am Neuen Markt 78 (gelegen zwischen der Wall-Apotheke und dem Einrichtungshaus Depot) zur Verfügung zu stellen.


„Wir sind froh darüber. Jeder einzelne Service-Point ist uns wichtig“, sagte Christa Lindenberg, als sie zusammen mit Leukin-Vorstandskollegin Adelheid Winkler die Hausarztpraxis besuchte, das Team mit den zur Typisierung nötigen Utensilien – wie Anmeldungsbögen und Wattestäbchen – versorgte und ihm erläuterte, was dabei zu beachten ist. Ab jetzt sind Typisierungen dort zu den Sprechzeiten möglich.

Mehr Informationen über die Arbeit von Leukin und die weiteren Service-Points auf www.leukin.net.


Mehr als 80 Service-Points für Typisierungen

Insgesamt hat der Verein Leukin nun von den Ostfriesischen Inseln bis Bad Laer mehr als 80 Service-Points eingerichtet, an denen sich Hilfswillige typisieren lassen können. Nachfolgend die Service-Points im mittleren Emsland.

Haren: Apotheke Gievert, Neuer Markt.

Haselünne: Heilpraktikerin Christine Hoffmeister, Elterner Straße 15.

Klein Berßen: Elisabeth Maria Behnen, Kirchstraße 9.

Meppen: Alte Stadt-Apotheke, Am Markt 12; Arztpraxis Osterloh, Am Neuen Markt 78; SoVD, Lingener Straße 30.

(Quelle: www.leukin.net)

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