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Grüne fordern Waffentests auszusetzen Bislang kein Schießbetrieb auf WTD 91 in Meppen

Der Schießbetrieb auf der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 in Meppen ist noch nicht wieder aufgenommen worden. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpaDer Schießbetrieb auf der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 in Meppen ist noch nicht wieder aufgenommen worden. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Meppen. Der Schießbetrieb auf der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 in Meppen ist noch nicht wieder aufgenommen worden. Die Grünen fordern, so lange auf Schießübungen zu verzichten, bis die Bundeswehr sicherstellen kann, das es zu keinem erneuten Moorbrand kommt.

Wie ein Sprecher der WTD auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt, führe man bislang nur Laborversuche durch. Wann der Schießbetrieb im Moor wieder aufgenommen werde, sei derzeit noch nicht bekannt. Dies könne sich aber kurzfristig ändern, sodass es theoretisch auch noch im Januar zur Wiederaufnahme der Waffentests kommen könnte. Der Grund für die Aussetzung des Schießbetriebes ist die noch nicht abgeschlossene Aufarbeitung des Moorbrandes und wurde vom Bundesverteidigungsministerium angeordnet.

Betrieb wieder aufgenommen

Mit einer schriftlichen Frage an die Bundesregierung wollte Filiz Polat, regional zuständige Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen für das Emsland, Mitte Dezember des vergangenen Jahres in Erfahrung bringen, durch welche Änderungen bezüglich der Risikoanalyse die Bundesregierung sicherstellen wird, dass mögliche Brände auf dem Gelände durch Waffentests vermieden und schnell gelöscht werden können und welche Veränderungen im Bestand der Ausrüstung der WTD zur Brandbekämpfung erfolgten. Aus der Antwort des Verteidigungsministeriums geht hervor, dass die Bundeswehr den Betrieb in einer ersten Phase wieder aufgenommen hat. Schießübungen sollen in einer zweiten (Schießen in geschlossenen und gedeckten Stellungen) und dritten Phase (Schießen im Kernbereich der WTD) folgen.

"Brandschutz nicht gewährleistet"

„Die Bundeswehr nimmt die Schießübungen phasenweise wieder auf, obwohl ein umfassender Brandschutz nicht gewährleistet werden kann", kritisiert Polat. "Auf der Anlage hat es offensichtlich gravierende Missstände gegeben. Zwar werden nun der Feuchtigkeitsgrad der Erprobungsfläche in die Risikoanalyse vor Schießübungen einbezogen und neue Messstationen sollen Auskunft über den Wasserstand im Moor geben. Warum war das aber bisher nicht der Fall und was ist darüber hinaus Bestandteil der Risikoanalyse? Ich warne davor, den Schießbetrieb nun voreilig wieder aufzunehmen.“

Ausstattung der Feuerwehr anforderungsgerecht

Die Auskunft des Verteidigungsministeriums zur Ausstattung der ansässigen Bundeswehr-Feuerwehr bereitet Polat darüber hinaus Sorge. Eine erste brandschutzfachliche Bewertung des Moorbrandes habe ergeben, dass die Materialausstattung grundsätzlich anforderungsgerecht sei. "Vor dem Hintergrund des Einsatzes der vielen freiwilligen Feuerwehren und weiteren Hilfskräfte, die gemeinsam gegen den Moorbrand gekämpft hatten, kommt mir diese Bewertung nicht ganz realistisch vor", so Polat weiter. Die Bundeswehr-Feuerwehr müsse jederzeit in der Lage sein, Brände auf dem Gelände auch alleine schnell und sicher zu löschen.

Schießübungen aussetzen

"Der Moorbrand ist noch nicht vom Tisch. Die Bundeswehr muss sicherstellen, dass es nicht noch mal zu einer solchen Brandkatastrophe kommt. Und die Bürgerinnen und Bürger im Umfeld der Anlage müssen sich darauf verlassen können. Insofern fordere ich die Bundeswehr auf, die Schießübungen bis auf weiteres auszusetzen", fordert die Bundestagsabgeordnete.


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