1800 Euro Geldstrafe Dieb stiehlt Fernseher von Mülldeponie in Haselünne

Von Gerd Albers

Vor dem Meppener Amtsgericht ist ein Dieb zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Archivfoto: Hermann-Josef MammesVor dem Meppener Amtsgericht ist ein Dieb zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Archivfoto: Hermann-Josef Mammes

ga Meppen/Haselünne. Das Amtsgericht Meppen hat einen 35-jährigen Arbeiter vom Nordhümmling zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hielt ihm vor, im Sommer 2018 gemeinsam mit zwei Freunden die Umzäunung der Mülldeponie Flechum (Haselünne) durchtrennt und dann dort einen Fernseher entwendet zu haben.

Die Polizei konnte das TV-Gerät später in der Gemeinschaftsunterkunft der drei Männer beschlagnahmen. Der Wert des Gerätes liegt bei 100 Euro. Der Angeklagte hielt dem entgegen, dass er von Freunden gehört habe, dass man die Deponie betreten dürfe, um sich dort Elektrogeräte zu beschaffen.

Mit seinen beiden Freunden sei er durch ein bereits vorhandenes Loch im Zaun auf die Mülldeponie gelangt. Sie hätten ein Mikrowellengerät mitgebracht, das sie gegen ein anderes hätten eintauschen wollen. Sie hätten ihr Vorhaben jedoch aufgegeben, als sie feststellten, dass dort ein Fernsehgerät stand. Dieses habe man noch gut für die gemeinsame Wohnung gebrauchen können. Deshalb habe man die Mikrowelle dort gelassen und den Fernseher mitgenommen.

Diebe durchtrennen Zaun

Ein Angestellter der Deponie sagte als Zeuge aus. Danach müssen die Mitarbeiter den Zaun oft reparieren, da meistens in der Nacht Diebe den Draht durchtrennen und von der Deponie Gegenstände stehlen. Er sei ganz sicher, dass auch an diesem Tag der Zaun kein Loch gehabt habe, da er ihn regelmäßig überprüfe.

Vorwürfe erwiesen

In seinem Plädoyer ging der Staatsanwalt davon aus, dass die Vorwürfe erwiesen seien, da der Angeklagte die Tat ja weitgehend einräumte. Da der Täter geständig sei und noch keine Vorstrafen gegen ihn vorlagen, sah der Staatsanwalt von einer Gefängnisstrafe ab und hielt eine Geldstrafe für schuldangemessen. Er beantragte eine Geldstrafe von 2250 Euro. Der Richter ermäßigte den Betrag auf 1800 Euro und wies den Angeklagten darauf hin, dass man in Deutschland nicht einfach in eine Mülldeponie eindringen könne, um sich dort selbst zu bedienen.


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