Regionalverband feiert Jubiläum NABU im Emsland seit 40 Jahren Anwalt der Natur

Der Naturschutzbund im mittleren Emsland hat einige Mitglieder für 40-jährige Unterstützung gedankt. Das Foto zeigt v.l. Bürgermeister Helmut Knurbein, Hermann Altevers, Hajo Ströer, Günter Göken, Erhard Nerger, Wolfgang Lettau und Vorsitzenden Thomas Fuchs. Foto: Tobias BöckermannDer Naturschutzbund im mittleren Emsland hat einige Mitglieder für 40-jährige Unterstützung gedankt. Das Foto zeigt v.l. Bürgermeister Helmut Knurbein, Hermann Altevers, Hajo Ströer, Günter Göken, Erhard Nerger, Wolfgang Lettau und Vorsitzenden Thomas Fuchs. Foto: Tobias Böckermann

Meppen. Der Naturschutzbund NABU im mittleren Emsland feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. 2000 Menschen unterstützen die Arbeit des Vereins, der damit zu den mitgliederstärksten des Emslandes zählen dürfte.

Der Vereinsvorstand hat jetzt im Rahmen seiner Adventsfeier auf vier Jahrzehnte engagierter Naturschutzarbeit zurückgeblickt – und der aktuelle Vorsitzende Thomas Fuchs und seine Mitstreiter konnten dabei auf einige Erfolge verweisen. „Damals schwammen die 30 Gründungsmitglieder noch gegen den Strom“, sagte Fuchs. „Naturschutz musste sich erst in den Köpfen etablieren und als wichtiges Thema durchsetzen.“

Der Harener Tierarzt und Naturfotograf Erhard war bei diesem Prozess ein Mann der ersten Stunde. Als am 5. Juli 1978 noch unter dem Namen „Deutscher Bund für Vogelschutz“ (DBV) eine Gruppe für den Altkreis Meppen gegründet wurde, war er bereits dabei. Heute ist er zweiter Vorsitzender des 1990 in „Naturschutzbund NABU“ umbenannten Regionalverbandes Emsland Mitte. Nerger betreut unter anderem bis heute mit seiner Frau in Not geratene Wildtiere.

Erster Vorsitzender war Hermann Liening – er bekleidete dieses Amt 20 Jahre lang und in seine frühe Amtszeit fiel die Rettung der Tinner Dose. Denn schon 1980 wollte die damalige Erprobungsstelle aus Brandschutzgründen befahrbare Dämme durchs Moor bauen und es dafür noch stärker entwässern – der DBV lehnte das entschieden ab.

Hermann Liening fand im damaligen Oberkreisdirektor Brümmer einen wichtigen Mitstreiter und ließ nicht locker – 1983 erfolgte eine vorläufige Sicherung des Gebietes, 1986 wurde sie Naturschutzgebiet. „Ein Meilenstein“, wie Erhard Nerger betonte. „Jetzt hoffen wir nach dem Moorbrand, dass es weitere Verbesserungen der Wasserhaltung im Moor geben wird.“

1979 gründete der DBV in Meppen eine erste Jugendgruppe, 1980 durch Heike Weinert sogar die erste Kindergruppe in ganz Niedersachsen. 2002 richtete der NABU die Regionalgeschäftsstelle Meppen ein, die von Jutta Over bis heute geleitet wird. Die Geschäftsführerin hatte zwischenzeitlich auch das Amt der Vorsitzenden bekleidet, war 2003 von Christian Höbel und der wiederum 2011 von Thomas Fuchs abgelöst worden.

Dank an die Stadt

Dank gelte der Stadt Meppen, die nicht nur das Gebäude der Geschäftsstelle kostengünstig zur Verfügung stelle, sondern auch das Grundstück für einen Naturschaugarten an der Landwehr, sagte Fuchs.

Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein lobte den NABU für seine Arbeit, die besonders wichtig sei, um auf mögliche Missstände hinzuweisen und als Anwalt der Natur zu wirken. Zwar sei man nicht immer mit dem NABU einer Meinung, wenn es darum gehe, zum Beispiel Infrastrukturprojekte umzusetzen. Aber am Ende eines demokratischen Prozesses solle ein für alle Interessengruppen tragbares Ergebnis stehen und dafür bringe sich der NABU ein.

Seit 1997 sind die NABU-Mitstreiter um Carsten Marien auch ganz praktisch unterwegs. Die AG Naturschutz pflegt, erhält und entwickelt wertvolle Lebensräume wie Heiden oder Orchideenwiesen, die AG Nisthilfen bietet schon seit 1978 zahllosen Vögeln eine Brutmöglichkeit.

Die Arbeitsgruppe Eulenschutz ist seit 1985 aktiv und bemüht sich um Schleiereulen und Steinkäuze. Vor allem die kleinste der hier heimischen Eulen hat dadurch einen ungeahnten Aufschwung erfahren: Gab es 2005 genau ein Brutpaar im mittleren Emsland waren es 2017 dank zahlloser künstlicher Brutröhren schon 27. Um Amphibien und Reptilien kümmert sich eine eigene Gruppe seit 2014, um Fledermäuse eine weitere seit 2011.

Jutta Over berichtete, seit 2010 habe man auch die Beteiligung an Genehmigungsverfahren für Stallbauten, Straßen oder Windparks deutlich ausbauen können und betreue durch Katja Hübner 30 Verfahren im Jahr. „Dabei wollen wir nicht alles bremsen und verhindern“, betonte Over. „Wir wollen eine möglichst naturverträgliche Lösung.“

Und darin bestärken den NABU inzwischen knapp 2000 Mitglieder. 2008 hatte man erstmals die 1000er-Marke überschritten – auch dank regelmäßiger Werbeaktionen durch Studenten. Niedersachsenweit hat der Verband aktuell 100.000 Mitglieder.

Seit 40 Jahren dabei und zwischenzeitlich oftmals selbst aktiv gewesen sind unter anderem Hermann Altevers, Günter Göken, Wolfgang Lettau, Hajo Ströer und Erhard Nerger. Sie wurden mit einer NABU-Nadel und einer Urkunde ausgezeichnet.


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