Scharfe Kritik der Grünen Ab Januar wieder Waffentests auf der WTD in Meppen

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Großflächig brannte das Moor im mittleren Emsland. Foto Stephanie WitteGroßflächig brannte das Moor im mittleren Emsland. Foto Stephanie Witte

Meppen. Im Januar 2019 will die Bundeswehr den Erprobungsbetrieb auf der Wehrtechnischen Dienststelle 91 in Meppen wieder aufnehmen. Das sagte Vizeadmiral Carsten Stawitzki Vertretern emsländischer Kommunen bei einem nicht öffentlichen Gespräch. Seit dem Moorbrand am 3. September wurde auf dem Areal nicht geschossen.

Nach Informationen der Redaktion hatte die Bundeswehr Vertreter der Kommunen zu einer nichtöffentlichen Informationsveranstaltung zum Moorbrand am Mittwoch nach Meppen eingeladen. Hier berichtete hauptsächlich Vizeadmiral Stawitzki, der sich selbst als „ministeriell-verantwortlicher Abteilungsleiter“ und „Top-Führungskraft der Bundeswehr“ vorstellte. 

Öffentliche Infos folgen

Dabei versprach er, auch die Öffentlichkeit zu informieren. Vorab habe er aber die Kommunalvertreter in Kenntnis setzen wollen. Nach seinen Ausführungen sei die Bundeswehr dringend auf weitere Waffentests angewiesen. Der hohe Offizier nannte exemplarisch den Flugkörperunfall auf der Fregatte Sachsen, die Probleme mit dem Sturmgewehr G 36 und einen Zwischenfall mit der überalterten Mörsergranate 120 Millimeter.  Hierfür sei die WTD in Meppen hervorragend geeignet und ausgerüstet. Der Bestand der WTD 91 werde in keinster Weise in Frage gestellt. „Solange es die Bundeswehr gibt, wird es auch die WTD 91 geben“, lautete die Aussage von Stawitzki. 

Der Erprobungsbetrieb werde phasenweise wieder aufgebaut. Bis April 2019 soll die vollständige Wiederaufnahme waffentechnischer Erprobungen erfolgt sein. Ausdrücklich versichert er, dass die Bundeswehr und die WTD 91 aus den Geschehnissen rund um den Moorbrand ihre Lehren gezogen habe und zukünftig  für einen ausreichenden Brandschutz sorgen werde. Die Sicherheitsmaßnahmen sollen zudem künftig besser kommuniziert werden. 

Im Verlauf der sich Diskussion stellten alle Kommunalvertreter die Bedeutung der WTD als Standortfaktor heraus. 

Sie befürworteten die Wiederaufnahme des Betriebes. Allerdings müsse die brandschutztechnische Absicherung gewährleistet sein. Die Bundeswehr sicherte zudem die Kostenerstattung "kommunaler Hilfseinrichtungen" zu. Die Auszahlung könne aber voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr erfolgen.  

Fehler aufarbeiten

Zu den angekündigten Schießübungen sagte Christian Meyer, natur- und brandschutzpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion: „Die Bundeswehr hat den Schuss nicht gehört. Ohne Aufarbeitung der vielen Fehler bei der Bekämpfung des großen Moorbrandes, der halb Niedersachsen einnebelte, darf es keine neuen Waffentests geben." Auch die Landesregierung sollte sich bei der Bundeswehr für eine Schießpause einsetzen. Es fehle eine konsequente Aufarbeitung und eine Klärung des Moorbrandes.  Auch sei der Umwelt- und Klimaschaden weder beziffert, noch ein Konzept für die Wiederherstellung des Schadens erstellt worden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN