Mülltrennung ausbaufähig Emsländischer Müll kostspielig aber auch kostbar

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Die gelben Säcke werden im Landkreis Emsland noch nicht ausreichend genutzt. Foto: Hermann-Josef MammesDie gelben Säcke werden im Landkreis Emsland noch nicht ausreichend genutzt. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Täglich werfen wir Abfälle weg. Dabei ist die Entsorgung oder im besten Fall die Verwertung nicht zum Nulltarif zu haben. Der Landkreis Emsland wird die Abfallgebühren nach eigenen Angaben "moderat" für die Jahre 2019 bis 2021 anheben - auch weil es mit der Mülltrennung nicht optimal klappt.

In der Sitzung des Betriebsausschusses des Abfallwirtschaftsbetriebes Landkreis Emsland sagte Betriebsleiter Heinz Bökers: "Die letzte Erhöhung fand 2016 statt." Damals betrug sie sogar gleich 7,9 Prozent. Für die kommenden drei Jahre müssen die Emsländer 2,5 Prozent mehr berappen. 

Was bedeutet dies für einen durchschnittlichen Haushalt. Während das Einsammeln von Papier und gelben Säcken kostenlos ist, zahlt der Bürger für die Restmüll- und Bioabfalltonne. Ein zwei-Personen-Haushalt mit jeweils 40-Liter-Tonnen zahlte bisher im Jahr 111,60 Euro und ab dem kommenden Jahr 114,48. Euro. Gerade Familien mit eigenem Grundstück nutzen oftmals die jeweils 80 Liter-Restmüll und 60-Liter Bioabfalltonne. Sie müssen sich auf eine Steigerung von 4,32 Euro auf nunmehr 175,32 Euro einstellen.

Teure Restmülltonne

Für Kunden ohne Biotonne und das ist jeder zweite emsländische Haushalt ist die Müllgebühr nicht viel günstiger. Sie zahlen für die 40 Liter-Restmüll-Tonne statt 91,68 Euro ab Januar  94,08 Euro. Die 80-Liter-Tonne kostet 3,60 Euro mehr und damit 144,72 Euro.

Interessant ist auch die Zahl der Restmüllbehälter (40 bis 240 Liter) insgesamt. Es sind im Landkreis 114.945 schwarze Tonnen. Hinzu kommen für Firmen und Mehrfamilienhäuser noch einmal 451 Restmüllcontainer mit einem Volumen von 1.100 Liter. Dem stehen bislang nur 50.184 Biotonnen (40 bis 240 Liter) gegenüber. Auch wenn sch die Anschlussquote der Biotonne von 2016 bis 2018 um 8 Prozent auf nun knapp 50 Prozent erhöht hat, sagte Bökers: "Wir streben eine Quote von 80 Prozent an." 

Während  viele Haushalte ihre überschaubaren Grünabfälle aus den Gärten weiterhin kostenlos bei den Wertstoffhöfen  abgeben können,  könne in Zukunft auch kleine Mengen Bauschutt (bis zu 60 Liter) dort kostenfrei angeliefert werden. Bislang nutzt jeder Bürger beliebig oft den kostenlosen Sperrmüllservice. In Zukunft fallen ab der dritten Abholaktion im Jahr Gebühren von 55 Euro an.

Moderate Erhöhung

Die Kreistagspolitiker begrüßten die moderate Gebührenerhöhung. Allerdings waren sie sich einig, dass die Vermeidung und Verwertung der Abfälle forciert werden muss. CDU-Kreistagsabgeordnete Maria Albers bedauerte, dass Deutschland bei den Müllmengen Spitzenreiter in Europa ist. Sie kritisierte, dass viele Menschen kein Interesse an der Müllsortierung hätten und überfordert seien. Für die SPD ergänzte Klaus Fleer: "Wir bezahlen allein fast acht Millionen Euro für die externe Entsorgung." Man müsse den Menschen verdeutlichen, dass sie über die gelben Säcke Geld einsparen können. Michael Fuest (Bündnis 90/Die Grünen) brachte es auf den Punkt: "Die besten Abfälle sind diejenigen, die gar nicht erst anfallen." Die Recyclingquote müsse deutlich verbessert werden. Es sei zudem unmöglich, dass selbst Plastikabfälle noch im Kompost landen. Der Plastikmüll gehöre generell aus dem Alltag verbannt, leider torpediertren nicht zuletzt viele Discounter diesen Weg. Rainer Pund (AfD) forderte mehr Kontrollen, damit Missbräuche bei den Tonnen  nicht auftreten Dezernent Dirk Kopmeyer sagte, dass zum Beispiel mit Schutt befüllte Tonnen einfach stehen gelassen werden. Ähnliches gelte für überfüllte Tonnen: "Das wirkt am besten." Zudem würden an Wiederholungstätern Briefe verschickt. 

Abfall hat Zukunft

Der Umweltdezernent glaubt, dass "Abfall in Zukunft zu einer Ressource wird, die wir brauchen werden und die auch gehoben werden muss".  Auch der Landkreis Emsland werbe aktiv dafür, dass Abfälle verringert werden.  "Die Verwertungsquote liegt bereits bei 70 Prozent", so Kopmeyer


Für eine bessere Müllsortierung werben (von links) Jan-Weert Krause, Hubert Kruse, Dirk Kopmeyer und Heinz Bökers. Foto: Hermann-Josef Mammes


Abgeschafft werden ab 2020 die gelben Säcke. Dann wird der Landkreis Emsland flächendeckend gelbe Tonnen einführen. Jan-Weert Krause geht davon aus, dass die Anschaffungskosten hierfür 2,9 Millionen Euro betragen. 

Mülltrennung hilft

Insgesamt weist der Abfallwirtschaftsbetrieb für 2019 einen Haushalt von 28,1 Millionen Euro aus. Dabei machen die Abfuhrkosten 8,1 Millionen und die Restmüllverbrennung  in der Abfallbehandlungsanlage in Salzbergen 7,8 Millionen Euro aus. Allein über die Müllgebühren aus der öffentlichen Hausmüllabfuhr nimmt der Betrieb 21 Millionen ein. Weitere Einnahmen von 2,8 Millionen Euro werden über die Direktanlieferungen von Abfallchargen wie Reifen oder Bauschutt etc. an den Zentraldeponien eingenommen. Die Erlöse aus der Wiederverwertung (gelber Sack und Papiertonne) summieren sich auf 3,8 Millionen Euro 


 






   


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