Humanitäre Hilfe tut Not Syrien-Experte berichtet in Meppen über seine Arbeit

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Meppen. „Politik ist nicht unsere Sache. Wir leisten humanitäre Hilfe. Die tut Not.“ Es gehe um das heutige Syrien und die fürchterliche Not der Menschen in diesem geschundenen Land. Karsten Malige berichtete als Syrien-Experte in beim Rotary-Club Meppen über die Lebensverhältnisse der Menschen in der Region

Der Vermessungsingenieur Karsten Malige aus Rastatt am Schwarzwald ist Mitgründer und Vorsitzender des Vereins „Syrienhilfe“. Der Verein hilft Menschen in Syrien und den umliegenden Regionen. Es wird nicht nur für Nahrung, Kleidung, Unterkunft und medizinische Versorgung gesorgt, sondern für die Notleidenden vor Ort wird auch und vielleicht vor allem seelischer und moralischer Beistand geleistet. „Sie sollen Halt finden, in dem sie spüren: Wir werden Euch nicht vergessen. Wir wollen Euch helfen. Die Menschen dort sollen wenigstens einen Teil ihrer Würde sich erhalten dürfen“, so Malige.

Bewegender Vortrag

Ein ausdrückliches Ziel des Vereins sei es, die Flüchtlinge im Land und wenigstens in den angrenzenden Staaten in der Nähe ihres Heimatgebietes zu halten, heißt es in einer Pressemitteilung des Rotary-Clubs. In seinem bewegenden Vortrag berichtete Malige, wie diese hohen Ziele erreicht werden sollen. Aus laufenden Spenden (im abgelaufenen Jahr wurden 750.000 Euro für entsprechende Hilfsprojekte eingesammelt) würden Projekte für heimatlose Syrer in Syrien, in der Türkei und im Libanon organisiert.

Fülle von Projekten

Es gehe immer um die direkte Nothilfe vor Ort. Es werde eine Fülle von Selbsthilfe-Projekten syrischer Flüchtlinge unterstützt, seien es Bildungsprojekte, medizinische Versorgung von Kranken und Menschen mit „speziellen Bedürfnissen“, wie Syrer Menschen mit Behinderungen liebevoll nennen.

Im Verein Syrienhilfe arbeiten ehrenamtlich Ärzte, Ingenieure, Archäologen, Lehrer und Künstler aus Deutschland, die das gastfreundliche Land und die Region vor dem Beginn der Katastrophe aus persönlicher Anschauung kannten und sich um die „fürchterliche Notlage der Zivilgesellschaft“ sorgen. „Viele Hilfsorganisationen sind schwerfällig wie ein riesiger Ozeandampfer, haben keinen festen Anhalt in Syrien. Die Syrienhilfe setzt auf ihr schon lange bestehendes Netzwerk und erreicht die Bedürftigen wie ein Schnellboot mit dem Heimathafen Damaskus“, sagt Malige.

Unmenschliche Bedingungen

Von zwei Projekten berichtete Karsten Malige ausführlicher: In der Region Idlib leben etwa drei Millionen Menschen. Die Hälfte von ihnen seien Binnenflüchtlinge, die größtenteils in diese Zone gebracht worden seien. Die Menschen, die alles verloren hätten, lebten dort unter unmenschlichen Bedingungen. Bedroht würden sie zudem durch befürchtete schwere Luftangriffe der Armee. Hier hat die Syrienhilfe zwei Projekte aufgebaut: Eine Schule für knapp 400 Kinder und ein Kochprojekt. Hunderttausende bekommen jetzt fast jeden Tag warmes Essen, und die Kinder erhalten einen Schulabschluss, so Malige. „Beides sind gute Investitionen in eine bessere Zukunft“, heißt es in einer Pressemitteilung des Rotary-Clubs.

Schulprojekt in Beirut

Dann berichtete Malige von einem Schulprojekt in Beirut. Etwa 500 Schülern aus Flüchtlingsfamilien würden von der Vorschule bis zur neunten Klasse dort unterrichtet. Dazu seien zwei Schulgebäude angemietet und saniert worden. Der Rotary-Club Meppen habe gemeinsam mit anderen Clubs einen Spielplatz für die Kinder gespendet. Der Meppener Peter Paul Löning habe vor Kurzem diese Schule in Beirut besucht und war bei der Einweihung des Spielplatzes dabei. „Was ich dort erlebt und gesehen habe, hat mich außerordentlich beeindruckt. Als die Kinder den brandneuen Spielplatz in Gebrauch nahmen, schien es, als scheine die Sonne doppelt so hell“, sagt Löning.


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