Zwei abgelehnte Kredite Amtsgericht Meppen verhängt Freiheitsstrafen für drei Betrüger

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Das Amtsgericht Meppen verurteilte drei Männer wegen Betrugs. Symbolfoto: dpa/David EbenerDas Amtsgericht Meppen verurteilte drei Männer wegen Betrugs. Symbolfoto: dpa/David Ebener

Meppen. Drei Männer wurden vom Amtsgericht Meppen zu Freiheitsstrafen verurteilt. Sie wurden wegen Betrugs, versuchten Betrugs und Urkundenfälschung für schuldig befunden. Die Beweisführung war allerdings schwierig.

Den drei Angeklagten, einem 53-jährigen Haselünner, einem 48-jährigen aus der Grafschaft Bentheim und einem 28-jährigen Oldenburger, wurde zur Last gelegt, einen bekannten Demenzkranken betrogen zu haben. Sie sollen mit seinem Personalausweis und gefälschten Urkunden wie Arbeitsverträgen versucht haben, einen Kredit bei einer Bank aufzunehmen. Nach dessen Ablehnung sollen sie in einer zweiten Tat, wieder unter dem Namen des Opfers, einen VW Passat bei einem Gebrauchtwagenhändler in Leer gekauft haben. Nachdem das Auto bereits auf den Namen des Opfers zugelassen war, lehnte die Bank die geplante Finanzierung ab. 

Blitzerfoto aus Oldenburg

Bereits am 21. November wurde der Großteil der Beweisführung durchgeführt (wir berichteten). Nachdem es dort einige widersprüchliche Aussagen der Angeklagten gab und die Schuldfrage nicht abschließend geklärt werden konnte, sollte nun ein Blitzerfoto entscheidende Hinweise geben. Dieses sei der Haselünner Polizei aus Oldenburg zugespielt worden, sagte der Polizist, der als Zeuge geladen war. Das Foto zeigte den 28-jährigen Angeklagten, der daraufhin erklärte, das Auto an jenem Tag zum Händler zurückgebracht zu haben, nachdem er es von einem Mitangeklagten abgeholt habe. 

Zahlreiche Vorstrafen

In den Strafregistern der Angeklagten waren zahlreiche Einträge zu finden. Alleine der Haselünner brachte es auf 18 Vorstrafen, teilweise ebenfalls Betrugsfälle. Auch die anderen mutmaßlichen Täter wurden bereits wegen einschlägiger Vergehen verurteilt. Der Staatsanwalt erklärte in seinem Plädoyer, dass zwei der Angeklagten, der Haselünner und der Oldenburger, nicht nur wegen versuchten Betrugs und Urkundenfälschung zu verurteilen seien, sondern wegen vollendeten Betrugs und Urkundenfälschung. Grund dafür ist, dass der Kaufvertrag mit dem Autohändler bereits abgeschlossen war, das Auto also verkauft. Die nachträgliche Rücknahme durch die Bank spielt demnach keine Rolle für die Tat. Er beantragte für beide Freiheitsstrafen ohne Bewährung. Der dritte Angeklagte sei wegen der Beihilfe zu acht Monaten Freiheitsstrafe zur Bewährung verurteilen. Die Verteidiger sahen das naturgemäß anders und beantragten Freisprüche. Lediglich im Fall des Oldenburgers hielt der Verteidiger eine Freiheitsstrafe mit Bewährung für angemessen. 

Das Amtsgericht Meppen hielt letztlich alle drei Angeklagten für schuldig. Den 53-jährigen Haselünner verurteilte es zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten und den 28-jährigen Oldenburger zu zwei Jahren Freiheitsstrafe. Beide standen während der Tat unter laufender Bewährung. Der 48-jährige aus der Grafschaft Bentheim bekam eine achtmonatige Freiheitsstrafe, die zur Bewährung in einer Zeit von drei Jahren ausgesetzt wird. 


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