Grenzenlos unterwegs Barrierefreie Ausflugsziele im Emsland

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Lecker essen: Gast in der Mensa vom Jugendgästehaus Johannesburg in Papenburg. Foto: Emsland Tourismus GmbH:Lecker essen: Gast in der Mensa vom Jugendgästehaus Johannesburg in Papenburg. Foto: Emsland Tourismus GmbH:

Meppen Heute ist der „Internationale Tag für Menschen mit Behinderungen“. Seit die Vereinten Nationen den Aktionstag 1992 zum ersten Mal ausriefen, ist die Inklusion von Menschen mit Behinderungen spürbar vorangeschritten – in der Schule, am Arbeitsplatz und auch in der Freizeit. Im Emsland gibt es inzwischen einige Urlaubs- und Ausflugsangebote, die barrierefrei sind.

Weltweit leben über eine Milliarde Menschen mit einer Behinderung, in Deutschland sind es etwa zehn Millionen. Ziel der UN ist eine „Gesellschaft für Alle“, in der Menschen mit Behinderungen an allen Lebensbereichen teilhaben – im Alltag, aber auch im Urlaub. Die Bundesregierung setzt sich ebenfalls für einen barrierefreien Tourismus ein. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert deshalb „Reisen für Alle“ – ein bundesweites Kennzeichnungssystem, das barrierefreie Tourismusangebote ausweist. Nutzer erhalten über die Webseite www.reisen-fuer-alle.de detaillierte Informationen darüber, wie die zertifizierten Unterkünfte, Gastronomiebetriebe und Ausflugsziele Menschen mit Geh-, Hör- oder Sehbehinderung oder kognitiven Einschränkungen die Nutzung erleichtern.

„Reisen für Alle“

Im Emsland sind bisher zwei Ausflugsziele durch „Reisen für Alle“ zertifiziert: Das Emsland Moormuseum in Geeste-Groß Hesepe und die Gedenkstätte Esterwegen. Das Emsland Moormuseum etwa ist für Rollstuhlfahrer komplett befahrbar. Menschen mit Sehbehinderungen haben die Möglichkeit, einen Audio-Guide zu nutzen, den sie eigenständig bedienen können. Die Informationen werden zudem auch schriftlich vermittelt – hilfreich für Menschen mit Hörbehinderung. Die Gästeführer sind so ausgebildet, dass Menschen mit Sehbehinderung an Führungen teilnehmen können, zudem bietet das Museum nach Voranmeldung Führungen in leichter Sprache für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen und Führungen für Menschen mit Gehbehinderung. Die Gedenkstätte Esterwegen bietet Führungen für Menschen mit Geh-, Hör- oder Sehbehinderung oder mit kognitiven Beeinträchtigungen. Auch hier ist eine Voranmeldung nötig. Die Exponate sind zudem gut ausgeleuchtet und kontrastreich gestaltet.

Barrierefreier Tourismus

Für Informationen zu den touristischen Angeboten im Emsland können sich Menschen mit Behinderungen an die Tourist-Information in Lingen wenden, die barrierefrei erreichbar ist. Sie bietet zudem Führungen für Menschen mit Sehbehinderung, in die Exponate zum Tasten integriert sind sowie Führungen für Menschen mit Gehbehinderung. In der Tourist-Information befindet sich auch ein öffentliches barrierefreies WC.

Emsland-Route

Eine barrierefreie Unterkunft ist das Jugendgästehaus Johannesburg in Papenburg. Sechs Zimmer sind hier für Menschen mit Behinderungen konzipiert. Insbesondere Menschen mit Gehbehinderung und Rollstuhlfahrer profitieren von der Ausstattung.

In Sachen barrierefreier Tourismus sei das Emsland schon „ziemlich gut aufgestellt“, berichtet Walter Teckert, Behindertenbeauftragter der Stadt Meppen – insbesondere, was den Radtourismus betrifft. „Wir sind deutschlandweit die einzige Region mit einer Radroute, die mit dem Handbike befahren werden kann“, erklärt Teckert. Die Emsland-Route verbindet auf einer Länge von 300 Kilometern alle großen Sehenswürdigkeiten der Region und lässt sich komplett mit dem Handbike befahren. An Streckenabschnitten, die nicht für Handbiker geeignet sind, führen magentafarbene Schilder über eine kurze Umleitung zurück zur Hauptroute.

Gäste mit Behinderungen

Teckert wünscht sich, dass in Zukunft noch mehr Radrouten in Stand gesetzt werden, damit sie auch mit dem Handbike genutzt werden können. Auch Restaurants seien nicht immer mit dem Rollstuhl befahrbar. Generell habe sich im Emsland aber schon viel zum Positiven verändert. So richteten Hotels zunehmend auch barrierefreie Zimmer ein. Davon profitieren neben Gästen mit Behinderungen auch ältere Besucher. Teckert: „Was für den einen gut ist, ist für andere nicht schlecht.“


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