Ausschuss einstimmig dagegen Emsland soll kein Atommüllendlager werden

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Meppen. Der Umweltausschuss des Landkreises Emsland hat sich gegen die Suche nach einem möglichen Endlagerstandort für Atommüll im Kreisgebiet ausgesprochen.

Das Thema war auf Antrag der Grünen kurzfristig auf die Tagesordnung der Sitzung des Gremiums genommen worden. Weil an der Sitzung aber kein Abgeordneter der Grünen teilnahm, stellte Kreisbaurat Dirk Kopmeyer die aktuell vorliegenden Erkenntnisse vor. Die Debatte um die Endlagersuche war durch eine Veröffentlichung der Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“ entfacht worden, die in einer Karte dargestellt hatte, wo aus ihrer Sicht in Niedersachsen nach Endlagerstandorten gesucht werden könnte.

Grundlage waren dabei Salzstöcke und Tongesteine, die zum Teil schon vor Jahrzehnten (1974-76 und 1995) in mehreren Studien als Suchräume benannt worden waren. Das Emsland tauchte darin fünf Mal auf, nämlich mit Neusustrum, der Oberlangener Tenge, Wahn, Lingen-Baccum und Herzlake. Hier sind jeweils Salzstöcke zu finden.

Kopmeyer betonte, zwar solle bis 2031 ein Endlagerstandort gefunden werden. Das Standortauswahlverfahren starte aber mit einer „weißen Landkarte“, was bedeute, dass alle Bundesländer in die Suche einbezogen würden. Die von „ausgestrahlt“ genannten Standorte seien weder offiziell benannt noch ausgewählt worden.

Dennoch hatte sich der Landkreis und auch einige Gemeinde ausdrücklich gegen die theoretisch irgendwann mögliche Suche auf ihrem Gebiet ausgesprochen und das wiederholte jetzt der Umweltausschuss einstimmig. Klaus Fleer (SPD) sagte, die in den Blick genommenen Standorte hätten sich bereits als ungeeignet erwiesen.

„Massiver Widerstand“

Und Franz-Josef Evers (CDU) kündigte massiven Widerstand an. Zwar müsse man sich der Diskussion um die Abfälle stellen. Aber das Emsland sei seiner nationalen Verantwortung bereits ausreichend gerecht geworden. Man müsse Haushaltsmittel einplanen, um gegebenenfalls eigene Machbarkeitsstudien finanzieren zu können. Ein Atommüllzwischenlager existiert derzeit allerdings bereits am Kernkraftwerk Lingen.

Die Kreisverwaltung berichtete auf Anregung des Ausschussvorsitzenden Ulrich Wilde (SPD) auch über die Wasserrahmenrichtlinie der EU, den Moorbrand, zu dem es keine neuen Erkenntnisse gibt, und zur Grundwassersanierung auf der WTD 91.

Hierzu erläuterte Dirk Kopmeyer, die Sanierung des Grundwassers unter dem sogenannten Kälte-Wärme-Haus, von dem aus vor Jahrzehnten die Chemikalie Trichlorethen in großen Mengen ausgetreten war, sei weitgehend abgeschlossen.

Trichlorethen-Sanierung

Anfang des Jahres hatte die Bundeswehr an der Grenze der WTD zu den Orten Borken und Hemsen weitere Tiefenbrunnen abtäufen lassen und dort mit der Sanierung des inzwischen ebenfalls belasteten Tiefengrundwassers begonnen. Nach Kopmeyers Angaben kommen die Arbeiten gut voran.

„Rund eine Tonne Trichlorethen pro Jahr werden hier ausgefiltert“, sagte er. Die Arbeiten dauerten aber wegen der starken Belastung vermutlich Jahre. Derzeit liefen Überlegungen, ob das Grundwasser auch außerhalb des WTD-Geländes saniert werden müsse und wenn ja wie.

Seinen letzten Arbeitstag im Umweltausschuss hatte Fred Müller, der für die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland arbeitet und seit vielen Jahren die Protokolle der Sitzungen schreibt. Außerdem war er in der Geschäftsführung der Umweltstiftung tätig. Müller geht nach 48 Jahren und sieben Monaten im Öffentlichen Dienst in den Ruhestand – begleitet von Dank und guten Wünschen des Umweltausschusses.


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