Untersuchungen laufen noch Ursache für Erdfälle im südlichen Emsland vorerst weiter unklar

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Fünf Meter ist das Loch tief, das auf einer Ackerfläche im Emsbürener Ortsteil Ahlde entstanden ist. Archivfoto: Felix ReisFünf Meter ist das Loch tief, das auf einer Ackerfläche im Emsbürener Ortsteil Ahlde entstanden ist. Archivfoto: Felix Reis

Meppen. Der Umweltausschuss des Landkreises Emsland hat sich unter anderem mit den beiden Erdfällen in Ahlde im südlichen Emsland beschäftigt. Die Ursache für die beiden Löcher, die sich am 25. September in einem Acker auftaten, ist weiter unklar.

Fünf Meter tief ist der größere der beiden Hohlräume, 15 Meter misst er im Durchmesser. Der zweite Erdfall ist deutlich kleiner, aber beide sorgen für Kopfzerbrechen bei den Anwohnern im Emsbürener Ortsteil Ahlde. Denn solange unklar ist, warum sich die Erde plötzlich senkte, besteht die Sorge, dass es wieder passieren könnte und dann vielleicht unter einem Wohnhaus.

Deshalb habe man alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Ursache zu finden, sagte Kreisbaudezernent Dirk Kopmeyer dem Umweltausschuss. Zahlreiche Behörden seien inzwischen in den Fall involviert, an umliegenden Häusern werde ein Rissmonitoring durchgeführt, um auch kleinste mögliche weitere Erdbewegungen zu erfassen. Außerdem werden Bohrungen und seismische Untersuchungen durchgeführt – alles im Interesse der Sicherheit.

Bisher lägen aber keine Ergebnisse vor, weshalb die beiden Erdfälle weiter gesperrt seien, sagte Kopmeyer. Franz-Josef Evers (CDU) betonte, die Menschen vor Ort seien beunruhigt, weshalb Aufklärung wichtig sei. Bekannt sei, dass unter dem betroffenen Gebiet Trinkwasser gewonnen werde, was zu Absackungen im Untergrund führen könne. „Dies kann eine Ursache sein, muss es aber nicht“, sagte Evers.

Fünf Meter ist das Loch tief, das auf der Ackerfläche von Landwirt Christoph Kajüter (rechts) im Emsbürener Ortsteil Ahlde entstanden ist. Archivfoto: Sven Lampe

Auch eine landesweite Untersuchung von Oberflächengewässern auf das Vorkommen von multiresistenten Bakterien beschäftigte den Ausschuss. Das Land Niedersachsen hatte diese Untersuchung Anfang des Jahres in Auftrag gegeben, weil Medien über entsprechende Funde berichtet hatten.

Dabei hat man nach Bakterien gesucht, die gegen eines oder mehrere Antibiotika resistent geworden und dadurch eine Gefahr für Kranke und Geschwächte darstellen können. Auch ging es darum, potenzielle Eintragsquellen zu finden. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass der teilweise zu unkritische Einsatz von Antibiotika sowohl in der Human- wie auch in der Tiermedizin zur Entwicklung dieser Resistenzen geführt hat.

80 Standorte untersucht

Das Land Niedersachsen hat nun also landesweit 80 Standorte untersuchen lassen – auch an vier Messstellen im Emsland. Konkret hat man Wasserproben aus der Ems bei Herbrum, der Hase bei Bokeloh, an der Melstruper Beeke und an einem Kläranlagenstandort an der Ems im mittleren Emsland entnommen.

Dirk Kopmeyer berichtete, eine konkrete Zuordnung der Untersuchungsergebnisse auf einzelne Standorte sei nicht möglich. Es habe sich aber bestätigt, was man zuvor schon wusste: Vielerorts fänden sich resistente Bakterien im Oberflächenwasser von Flüssen oder Bächen, vor allem in der Nähe von Krankenhäusern oder Kläranlagen.

Eine direkte Gefahr für die Bevölkerung bestehe dadurch nicht, die Untersuchung laufe aber noch. Klar sei wohl, dass ein anderer Umgang mit Antibiotika notwendig sei, sagte Kopmeyer.

Das sah auch Maria Albers (CDU) so. Sie monierte, es gebe zwar noch viel zu viele Unklarheiten. Sicher sei aber, dass zu viel Antibiotika verabreicht würden. Man müsse davon ausgehen, dass deutschlandweit rund 500.000 Menschen pro Jahr mit diesen Keimen infiziert würden – in den Niederlanden liege diese Rate aber weit niedriger. Albers erläuterte, im Nachbarland gebe es ein besseres Monitoring und klare Gegenmaßnahmen. Abhilfe könne zum Beispiel auch der Einbau einer vierten Kläranlagenstufe bringen, dieser sei aber mit 15 bis 20 Millionen Euro sehr teuer.

Auch Klaus Fleer (SPD) zeigte sich besorgt. Man müsse mehr über die Ursachen in Erfahrung bringen und Gegenmaßnahmen einleiten. Das sahen auch Hermann Meyer (UWG) und Hartmut Krüger (AFD) so.


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